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Mit Sauerstoff und Licht zu einem Wirkstoff gegen Malaria

Artemisinin, der beste Wirkstoff gegen die Malaria-Infektion, dürfte sich künftig preiswerter und in ausreichender Menge für alle Erkrankten erzeugen lassen
Der effektivste Wirkstoff gegen Malaria, Artemisinin, lässt sich jetzt kostengünstig und in großer Menge herstellen. So wird es künftig möglich sein, die 225 Millionen an Malaria erkrankten Menschen in Entwicklungsländern zu erschwinglichen Preisen mit entsprechenden Medikamenten zu versorgen. Forscher des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam und der Freien Universität Berlin haben eine sehr einfache Synthese von Artemisinin entwickelt, das Pharmaunternehmen bislang nur aus Pflanzen gewinnen konnten. Als Ausgangssubstanz verwenden die Chemiker ein Abfallprodukt der derzeitigen Artemisininproduktion, das auch biotechnologisch in Hefe erzeugt werden kann, und verwandeln es in einem einfachen, aber sehr einfallsreichen Ansatz in die wirksame Substanz. Das Verfahren wurde in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Angewandte Chemie veröffentlicht und am Dienstag vor Medienvertretern in Berlin präsentiert.

Eine wirksame Therapie gegen Malaria gibt es zwar, aber längst nicht für alle der mehr als 200 Millionen Erkrankten weltweit. Millionen von Infizierten können sich das effektive Kombinationspräparat, das als wesentlichen Bestandteil Artemisinin enthält, nicht leisten. Zudem schwankt der Preis für das Medikament, weil diese Substanz aus dem vor allem in China und Vietnam wachsenden Einjährigen Beifuß, lateinisch Artemisia annua, isoliert wird; sie ist also je nach Jahreszeit mehr oder weniger gut verfügbar. Zwar engagieren sich die Bill-und-Melinda-Gates- sowie die William J. Clinton-Stiftung mit mehreren 100 Millionen Dollar im Kampf gegen Malaria, und letztere subventioniert in einigen Ländern auch die Abgabe von Malaria-Medikamenten. Dennoch sterben jährlich mehr als eine Million Menschen an der Krankheit, weil sie keine wirkungsvollen Medikamente erhalten.

Das könnte sich nun ändern. Denn Peter H. Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut in Potsdam und Chemie-Professor an der Freien Universität Berlin, und sein Mitarbeiter François Lévesque haben einen denkbar einfachen Weg gefunden, das chemisch sehr anspruchsvoll gebaute Molekül Artemisinin, das als Malaria-Wirkstoff schon aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt ist, zu synthetisieren. „Somit ist die Produktion des Wirkstoffs nicht länger von der Gewinnung aus Pflanzen abhängig“, sagt Peter Seeberger.

Synthese aus einem Abfallprodukt der Artemisininproduktion

Als Ausgangsstoff verwenden die Chemiker Artemisininsäure – eine Substanz, die bei der Isolierung von Artemisinin aus dem Einjährigen Beifuß als …

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Francois Geelen, 
		Chefredakteur DZKF
Francois Geelen

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Angebote

Depression: Stimmung und Körper


Studie über Ursachen und Auswirkungen

Das Zusammenspiel von Stimmung und Körper bei Depressionen untersuchen Forscher der Klinischen Psychologie der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Hildesheim. Für die Studie sucht das Team um Dr. Dirk Adolph und Prof. Dr. Johannes Michalak nach passenden Probanden: Personen mit Depressionen, die derzeit keine Antidepressiva nehmen und gesunde Personen, die noch nie eine psychische Störung hatten. Geschlecht und Alter spielen keine Rolle.

Depression: Stimmung und Körper
RUB-Studie über Ursachen und Auswirkungen
Weitere Grundlagenforschung über eine Volkskrankheit

Das Zusammenspiel von Stimmung und Körper bei Depressionen untersuchen Forscher

Klinische Forschung

Eine Hand weiß, was die andere tut!


Beidseitige Repräsentation der Hand im somatosensorischen Kortex des Menschen – Ungewöhnlicher Befund zeigt Auswirkungen auf unser Bild vom Gehirn.

Tübingen - Körperliche Empfindungen, wie Berührungen auf der Haut aber auch das Gefühl für die Lage der eigenen Hand, sind beim Menschen in beiden Gehirnhälften repräsentiert: Signale der rechten Körperhälfte werden in der linken Gehirnhälfte verarbeitet und umgekehrt. Dabei ging man bisher von einer strikten Trennung der Verarbeitung von Information aus den beiden Körperhälften aus. Wissenschaftler der Neurologischen Klinik und des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) am Universitätsklinikum Tübingen konnten jetzt zeigen, dass der primäre somatosensorische Kortex (der Bereich in der Großhirnrinde, in dem Berührungsreize verarbeitet werden) anscheinend nicht nur für die gegenüberliegende Hand zuständig ist, sondern teilweise auch für die Hand auf der gleichen Körperseite. Die Ergebnisse wurden einer aktuellen Studie in der Zeitschrift Neuropsychologia publiziert.

Vor allem, wenn Informationen beider Hände kombiniert werden …

Gesundheitspolitik

HPV-Test: Hinweise auf Nutzen im Primärscreening


Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs können früher erkannt und behandelt werden/Gefahr der Übertherapie
Die derzeit verfügbaren Studien liefern Hinweise und einen Anhaltspunkt dafür, dass mit Hilfe eines Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) Vorstufen des Gebärmutterhals-krebses früher erkannt und behandelt werden können und Tumore in der Folge seltener auftreten. Dabei kann der HPV-Test allein oder zusätzlich zu einem sogenannten Pap-Test eingesetzt werden. Allerdings besteht bei beiden Verfahren der Früherkennung auch die Gefahr eines Schadens in Form unnötiger Folgebehandlungen (Übertherapie). Zu diesem Ergebnis kommt der am 24. Januar 2012 publizierte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Indikation/Therapie

UDE: Herzinfarkt künftig besser therapierbar?


Ganz neue Ansätze für die Herzinfarkttherapie: Wird unmittelbar vor einer Operation an der Herz-Lungen-Maschine eine Blutdruckmanschette am Unterarm mehrfach aufgeblasen und so die Durchblutung des Armes kurz unterbrochen, wird das Herz besser geschützt.

Das ist das Ergebnis einer kontrollierten Patientenstudie einer Forschergruppe der Universität Duisburg-Essen (UDE), die jetzt im renommierten Journal der amerikanischen Herzvereinigung publiziert …

Weiterbildung/Universitäten

Entwicklung neuer Medikamente gegen Gedächtnisstörungen


Medikamente gegen Gedächtnisstörungen: Wissenschaftler der Universität Basel haben eine Zusammenarbeit mit der Lausanner Firma AC Immune lanciert.
Universität Basel -Mit einem neuartigen Forschungsansatz wollen Wissenschaftler der Universität Basel zusammen mit der Lausanner biopharmazeutischen Firma AC Immune Medikamente gegen Gedächtnisstörungen entwickeln. Das Projekt wird unter anderem von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) gefördert.
Gedächtnisstörungen sind Hauptsymptom der Alzheimer-Krankheit, kommen aber auch bei vielen anderen neuropsychiatrischen Erkrankungen vor, so zum Beispiel bei der Schizophrenie oder der Depression. Bis heute sind keine befriedigenden Therapiemöglichkeiten zur Behandlung dieser Gedächtnisstörungen verfügbar.

Die Neurowissenschaftler Dominique de Quervain und Andreas Papassotiropoulos von der Universität Basel arbeiten seit mehreren Jahren an der Charakterisierung der neurobiologischen und molekularen Grundlagen des menschlichen Gedächtnisses. Durch die Anwendung genomweiter Untersuchungen an grossen Gruppen gesunder Probanden gelang es ihnen, für das menschliche Gedächtnis wichtige Stoffwechselprozesse zu identifizieren. Die Ergebnisse der Humangenetik liefern den …

Woanders gelesen

Bessere Sterilisierung von medizinischen Instrumenten


Mit 436.000 Euro fördert das Land ein medizintechnisches Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Bei dem Vorhaben geht es um die Optimierung des Energie- und Wassereinsatzes bei der Dampfsterilisation medizinischer Instrumente.

Projektleiter ist Prof. Dr. Hans-Martin Seipp vom Kompetenzzentrum für Medizin- und Krankenhaustechnik. Partner sind die Marburger Firma mobilPlan Industrie und Umwelttechnik, die Walter Winkler Metall- und Apparatebau aus Lahnau und die Kölner F. & M. Lautenschläger GmbH, ein führender Hersteller von Dampfsterilisatoren.

Medizinische Instrumente müssen nach ihrer Nutzung im Operationssaal wieder aufbereitet werden. Das geschieht in Abteilungen zur Sterilgutversorgung in einem mehrstufigen Verfahren mit …