Tropenkrankheiten in Deutschland…
…sind oft »Reisekrankheiten«. Ein Traumurlaub am Indischen Ozean, eine Safari in Kenia oder auch nur ein Mücken bzw. Mosquitostich haben im heimischen Deutschland mitunter ungeahnte langwierige unangenehme Folgen für das Wohlbefinden des Traumurlaubers. Nicht nur Malaria oder Aids, sondern auch hierzulande eher unbekannte Krankheiten wie das Chikungunya-Fieber manifestieren sich mehr und mehr zu eher unangenehmen und durchaus schmerzhaften Reiseerfahrungen.
Das bis vor einigen Jahren selbst unter Tropenmedizinern noch weitgehend unbekannte Chikungunya-Fieber imponiert zunächst durch hohes Fieber, und dann in bis zu monatelangen anhaltenden äußerst schmerzhaften Schwellungen mehrerer Gelenke. Dies sind die häufigsten Beschwerden des Chikungunya-Fiebers, berichtet Rheumaexperte Gerrit Ahrenstorf. Typisch sei auch ein Hautausschlag, der sich einstelle, wenn das Fieber abgeklungen ist. Auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle können auftreten. In zum Glück seltenen Fällen komme es zu Krämpfen, zur Bewusstlosigkeit und – bei älteren und kranken Menschen – auch zum Tod.
Auslöser sind sogenannte Togaviren. Überträger sind Stechmücken. Der beste Schutz besteht deshalb, wie auch bei anderen Tropenkrankheiten wie der Malaria, darin, lange Kleidung zu tragen, Vergrämungsmittel (Repellentien) zu benutzen und sich von den Mücken fernzuhalten. Vorbeugende Maßnahmen oder Impfungen gibt es nicht.
Die akute Erkrankung ist nach wenigen Tagen überwunden, wenn der Körper beginnt Antikörper zu bilden. Doch die Gelenkbeschwerden können bleiben: Nach zwei Monaten leiden zwei von drei Patienten daran, nach einem halben Jahr noch jeder sechste, berichtet Ahrenstorf.
Auch wenn die meisten Experten nicht glauben, dass Epidemien ähnlich wie jüngst in Anrainerstaaten des Indischen Ozeans, Afrika oder in kleinerer Form in Italien (Bis Ende 2006 waren 1,5 Millionen Menschen erkrankt.) Deutschland erreicht, rechnen sie mit einer steigenden Zahl von Erkrankungen unter Touristen. Die Diagnose erfolgt mittels Antikörpernachweis oder einem Gentest auf Viren im Blut der Erkrankten.
Mehr Informationen/Fachartikel:
G. Ahrenstorf et al.:
Chikungunya-Fieber und Gelenkschmerzen nach Tropenaufenthalt.
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008; 133 (9): S. 406-408
