Forschung wirkt…
Berlin (VFA). Zum heute präsentierten neuen GEK-Arzneimittel-Report 2008 erklärt Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA):
»Wer den neuen GEK-Report liest, soll offenbar das Gefühl bekommen, moderne Medikamente seien weitgehend nutzlos und überteuert. Unsere Branche kann aber zu Recht stolz darauf sein, dass sie bei Rheuma, HIV/AIDS und Krebs erhebliche Therapiefortschritte ermöglicht hat, auf die viele Patienten mit Hoffnung schauen. Das waren keine Zufallstreffer, sondern die Erfolge effizienter Entwicklungsanstrengungen: Forschung wirkt! Unsere Innovationspipeline werden wir uns deshalb von niemandem madig machen lassen: Im letzten Jahr haben wir 31 neue Wirkstoffe auf den Markt gebracht, die eine Verbesserung für die Therapie darstellen.«
»Aufgrund der Alterung der Gesellschaft werden der Verbrauch an Arzneimitteln und damit die Ausgaben der Kassen steigen. Dies sollten wir offen ausprechen, statt in alte Feindbilder zu fallen und Sündenböcke für ein aus den Fugen geratenes Gesundheitssystem zu suchen,« so Yzer weiter.
Anlässlich der Vorstellung des Arzneimittelreports 2008 der Gmünder Ersatzkasse (GEK) erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin Marion Caspers-Merk:
„Wer bekommt in Deutschland welche Arzneimittel verschrieben? Der Arzneimittelreport der Gmünder Ersatzkasse gibt hier detaillierte Antworten. Eine Reihe von Resultaten finde ich besonders beeindruckend.
Erstens: Es gibt eine hohe Konzentration der Arzneimittelausgaben auf einen vergleichsweise kleinen Teil der Versicherten. 80 % der Ausgaben entfallen auf weniger als 20 % der Versicherten. Gezieltes Versorgungsmanagement kann hier große Erfolge erzielen, wenn es sich an den Bedürfnissen der chronisch kranken Versicherten orientiert.
Zweitens: Erfreulich ist die Tatsache, dass patentgeschützte Me-Too-Arzneimittel seit ihrer Einbeziehung in die Festbeträge nicht mehr weiter die Kosten treiben – auch wenn ihr Anteil immer noch relativ hoch ist. Die Trendumkehr ist aber geschafft.
Drittens: Die Ausgaben für Präparate gegen das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) sind besonders stark gestiegen. In der Altersgruppe der 11- bis 14-Jährigen liegen diese Präparate (Methylphenidat) jetzt an der Spitze – noch vor Arzneimitteln gegen Erkältung, zur Fiebersenkung und Schmerzlinderung. Diese Entwicklung muss im Auge behalten werden. Ich begrüße deshalb auch das vor kurzem präsentierte Behandlungsprogramm der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, das für die von ADHS betroffenen Kinder zunächst eine Behandlung ohne Medikamente vorsieht.“
Der Report zeige, dass bei voller Einhaltung des Datenschutzes ein Gesamtbild über die ärztliche Behandlung und die Verordnungen von Arzneimitteln möglich ist, so Caspers Merk: „Der Arzneimittelreport sollte eine Vorbild für alle Krankenversicherungen in Deutschland sein. Die Spitzenverbände der Krankenkassen haben jahrelang die Einrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Datentransparenz verschleppt. Ich fordere den neuen Spitzenverbund Bund auf, diesen gesetzlichen Auftrag nun endlich umzusetzen. Diese Daten werden dringend gebraucht als Informationsgrundlage für eine bessere und wirtschaftlichere Versorgung der Patientinnen und Patienten.“
Weitere Information finden Sie im Internet unter:
www.bmg.bund.de
www.gek.de/40216
