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Robert-Pfleger-Forschungspreis geht an Internist Werner Seeger

Dieser Artikel wurde am 29. Juli 2008, 19:16 von FG erstellt, und 164 Mal gelesen. | Kategorie: Gesundheitspolitik

WiesbadenZu den weltweit zehn häufigsten Todesursachen zählen vier Lungenerkrankungen. Für seine herausragenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Lungenheilkunde erhielt Professor Dr. med. Werner Seeger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) von 2005 bis 2006, den Robert-Pfleger-Forschungspreis 2008. Der Preis gehört zu den angesehensten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland.

Obwohl die Forschung in den letzten Jahren große Fortschritte in der Pneumologie gemacht hat, stehen wir in der Therapie vieler Lungenerkrankungen noch am Anfang“, sagt Professor Seeger.
Im Fall der idiopathischen Lungenfibrose beispielsweise, half bisher nur eine Lungentransplantation. Denn bei dieser tödlich verlaufenden Krankheit wird Lungengewebe zunehmend durch Bindegewebe ersetzt.
Ähnliches gilt für den Verlust der alveolären Lungenstruktur beim Emphysem. Neue Wege betritt Professor Seeger mit seinem Team deshalb hier mit der „Regenerativen Medizin“. Deren Ziel ist es, die Funktion und Struktur geschädigten Gewebes wieder herzustellen. Eine andere Strategie verfolgt er mit der Nanotechnologie: Dabei bringt er mittels Inhalation an kleinste Partikel gebundene Medikamente gezielt an ihren Wirkort – die Lunge. Grundlegende Erfolge mit der klinischen Einführung neuer Therapiekonzepte wurden bereits auf dem Gebiet des Lungenhochdrucks erzielt.

Der gebürtige Herforder absolvierte sein Studium der Humanmedizin in Münster und Gießen, bevor er 1987 im Fach „Innere Medizin“ habilitierte. Im Jahr 1996 übernahm er die Professur für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Pneumologie und Intensivmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Heute leitet er die Medizinische Klinik und Poliklinik II am Universitätsklinikum in Gießen und nimmt seit 2006 zusätzlich die Funktion des Ärztlichen Geschäftsführers des fusionierten Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) wahr. Jüngst wurde er zum Direktor der Lungensektion des neu gegründeten Max-Planck-Institutes für Herz- und Lungenforschung im benachbarten Bad Nauheim ernannt.

An dem von Professor Seeger gegründeten Lungenzentrum in Gießen arbeiten etwa 200 Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen Hand in Hand. Es umfasst mehr als 20 Institute und selbständige Arbeitsgruppen, die sich dem Fortschritt in der Behandlung von Lungenerkrankungen widmen. Der Internist engagiert sich zudem als Sprecher des Exzellenzclusters Kardio-Pulmonales System, wozu auch das Gießener Lungenzentrum gehört. Er ist Sprecher eines Sonderforschungsbereiches, Klinischer Forschergruppen, mehrerer EU-Konsortien sowie eines Internationalen Graduiertenkollegs. Er ist Mitglied der Leopoldina und seit fünf Jahren auch des Wissenschaftsrates.

Der Robert-Pfleger-Forschungspreis gehört zu den höchstdotierten und angesehensten deutschen Wissenschaftspreisen. Von privater Seite gestiftet, wird er seit 1986 alle zwei Jahre von der Doktor-Robert-Pfleger-Stiftung an Ärzte unterschiedlicher Fachdisziplinen verliehen. Der Preis würdigt herausragende Leistungen aus dem Themenbereich „Grundlagen und Perspektiven der Medizin“. Sowohl Grundlagenforschung als auch klinische Forschung, die auf Diagnostik, Therapie und Vorbeugung von Krankheiten ausgerichtet sind, werden bei der Wahl des Preisträgers bedacht.
Pressekontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
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