Tako-Tsubo-Kardiomyopathie: Frau stirbt selten an gebrochenem Herzen
fzm – Vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren kann extremer Stress Beschwerden wie bei einem Herzinfarkt auslösen. Doch anders als beim »echten« Infarkt ist die Durchblutung des Herzmuskels bei diesem Krankheitsbild nicht beeinträchtigt. Die meisten Patientinnen erholen sich von ihrem »gebrochenen Herzen«, das die Ärzte als Tako-Tsubo- oder Stress-Kardiomyopathie bezeichnen. In der Fachzeitschrift »DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift« (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2008) fasst ein Experte den gegenwärtigen Kenntnisstand zusammen.
Ein plötzlicher Vernichtungsschmerz in der Brust, Atemnot und manchmal auch eine Bewusstlosigkeit. So erleben die Betroffenen eine Tako-Tsubo-Kardiomyopathie. Auch die medizinischen Befunde – die »Infarktzacken« in der Herzstromkurve (EKG) und manchmal auch ein marginaler Anstieg der Herzenzyme im Blut – sprechen zunächst für einen Herzinfarkt. Doch in der Herzkatheteruntersuchung finden die Ärzte keinen Hinweis auf den Verschluss eines Herzkranzgefäßes. Auffällig ist hingegen die Form insbesondere der linken Herzkammer. Die Herzspitze ist typischerweise bauchig erweitert, der Ausflusstrakt in die Hauptschlagader dagegen stark verengt. Das erinnerte japanische Ärzte, welche die Erkrankung Anfang der 90er-Jahre zuerst beobachteten, an eine Tintenfischfalle, japanisch Tako Tsubo. Daher hat die Erkrankung ihren Namen.
So exotisch die Bezeichnung auch klingt, eine Tako-Tsubo-Kardiomyopathie ist keineswegs selten. Sie liegt nach einer neueren deutschen Untersuchung 7,5 Prozent aller vermeintlichen akuten Koronarsyndrome (Herzinfarkte und unmittelbare Vorstufen) bei Frauen zugrunde. Besonders häufig ist die Erkrankung bei Frauen nach den Wechseljahren. Auf diese Gruppe entfallen nahezu neun von zehn Tako-Tsubo-Kardiomyopathien. Warum ältere Frauen besonders gefährdet sind, ist unklar, auch die Ursache der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie ist, wie Dr. Holger Nef von der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim, in der DMW schreibt, bis heute nicht restlos geklärt. Viele Experten vermuten aber eine starke Freisetzung von Stresshormonen als Auslöser. Dazu passt, dass die meisten Frauen über ein körperliches oder noch häufiger über ein psychisches Trauma berichten, das der Herzattacke unmittelbar vorausgeht. Die Tako-Tsubo-Kardiomyopathie wird deshalb manchmal auch als Syndrom des »gebrochenen Herzens« (broken-heart-syndrome) bezeichnet.
Wie die derzeitige Datenlage zeigt, können Stresshormone dosisabhängig zu einer Schädigung von Herzmuskelzellen führen. In Gewebeproben von Patienten mit Tako-Tsubo-Kardiomyopathie sehen die Ärzte die gleichen Veränderungen, die auch von anderen Erkrankungen bekannt sind, die mit einer extremen Ausschüttung von Stresshormonen einhergehen. Dass die Herzkammer die Form einer Tintenfischfalle annimmt, könnte durch eine erhöhte Empfindlichkeit der Herzspitze gegenüber den Stresshormonen bedingt sein. Hier versagt der Herzmuskel, während er sich im Ausflusstrakt zusammenzieht.
Im buchstäblichen Sinn »gebrochen« ist das Herz natürlich nicht, und anders als beim echten Infarkt erholen sich die meisten Frauen vollständig von einer Tako-Tsubo-Kardiomyopathie. In der akuten Phase kann die Erkrankung jedoch lebensgefährlich sein, weshalb die Patientinnen unbedingt in ärztlicher Behandlung bleiben sollten. Todesfälle sind vereinzelt aufgetreten. Obwohl ein Wirkungsbeleg durch klinische Studien fehlt, setzen die meisten Ärzte zur Behandlung Betablocker ein, welche die Wirkung von Stresshormonen am Herzen abschwächen. Angstlösende Medikamente und eine Psychotherapie können den Frauen dabei helfen, extreme Stressereignisse besser zu verarbeiten.
H. M. Nef et al.:
Tako-Tsubo-Kardiomyopathie.
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008; 133 (31/32): S. 1629-1636
Ergänzung vom 3.10.2008
O.g. Autor erhielt 2007 den renommierten Bretschneider-Forschungspreis für seine Forschungsergebnisse zur Tako-Tsubo-Kardiomyopathie.
Die Arbeitsgruppe um den jungen Kardiologen Dr. Holger Nef konnte zeigen:
Eine Ursache für die Erkrankung ist eine fehlerhafte Calcium-Regulation im Herzgewebe.
»Wir konnten in der linken Herzkammer ein Protein entdecken, das dort eigentlich gar nicht vorkommen sollte: Das Sarcolipin« so Nef zu seinen Resultaten »Das Sarcolipin stört den Calcium-Haushalt des Herzmuskels und führt so zu der Funktionsstörung«.
Das Bad Nauheimer Forscherteam um Dr. Nef konnte zum ersten Mal die Veränderung im Calcium-Haushalt dokumentieren, die in der Akutphase der Krankheit auftreten. Damit haben die Mediziner einen wichtigen Schritt im Krankheitsablauf der Tako-Tsubo Myopathie identifiziert.
Die Wissenschaftler hoffen, für die klinische Praxis weitere Erkenntnisse zu gewinnen, um die neuartige Herzkrankheit optimal therapieren und die betroffenen Patienten gezielt nachbehandeln zu können.
Nachtrag vom 18.10. 2008 – In eigener Sache:
In Anbetracht der vielen Nachfragen zum Artikel, die Therapievorschläge und individuelle Beratung durch den im Artikel vorgestellten Spezialisten Herrn Dr. Nef betreffen, möchten wir klarstellen, dass auf dieser Plattform (dzkfblog.de) natürlich keine medizinische Beratung von Patienten stattfindet oder stattfinden kann. Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten und unter Beachtung der Datenschutzrichtlinien bisher bei allen Nachfragern einen Kontakt zu in unseren Artikeln genannten Spezialisten/Autoren vermitteln können. Kein seriöser Arzt wird jedoch Ferndiagnosen stellen oder gar Therapievorschläge machen, wenn es um eine so komplexe Erkrankung geht, ohne den Patienten selbst gesehen, bzw. untersucht zu haben.
So bat uns auch Herr Dr. Nef, ausdrücklich darauf hinweisen, dass er allen Patientinnen und Patienten mit Tako-Tsubo Kardiomyopathie über seine Klinik gerne beratend zur Seite stehen wird. Natürlich kann man auch per Facharztüberweisung einen Termin zur ambulanten Untersuchung vereinbaren.
Sie können Herrn Dr. Nef über die Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim erreichen. Auf einer Seite der Kerckhoffklinik finden sich noch eimal zusammengefasste Informationen in Text und Bild.
Die DZKFBLOG-Redaktion

Wie hier in den meisten Fällen: Reden Sie mit Ihren behandelnden Ärzten, denen Ihres Vertrauens…
Niemand kann Ihnen via Internet seriöse Hilfe leisten, ohne Ihre kompletten Diagnosedaten, oder auch konsiliarische Befunde von Experten über Innere Medizin hinaus.
Ein Anästhesist kann zweifellos etwas mit Tako-Tsubo-Kardiomyopathie anfangen, und Sie haben ja in jedem Fall ein Prämedikationsgespräch…
Das sollte mehr bringen, als eher diffuse Anfragen im Web…
Mit freundlichen Grüßen
Die DZKF-Onlineredaktion
Ich hatte schon öfter nach Vollnarkosen kritische Momente im Aufwachstadium. Damals wurde mir eine Untersuchung von Herz und Lunge empfohlen. Befund negativ. (Klar, nach ein paar Tagen ist Tako-Tsubo weg)
Im April 2007 wurde ich nach einer OP vom Stationszimmer in die Intensivstation verlegt. Diagnose Herzinfarkt, Wasserzuführung, nicht ansprechbar, künstliches Koma.Nach 3 Tagen Diagnose Tako-Tsubo.
Der Tako-Tsubo Beutel bildete sich zurück, bei dem Versuch die künstliiche Beatmung zu beenden, geriet ich jedesmal, trotz Tavor (starkes angstlösendes Mittel) in Panik. Nach 4 Wochen entschlossen sich die Ärzte zu einem Luftröhrenschnitt. Das klappte.
Ich habe danach außer Asspirin nichts weiter genommen.
Jetzt muß wegen einer Augenoperation wieder eine Vollnarkose gemacht werden. Der Anestesist kann mit Tako-Tsubo bestimmt nichts anfangen. Ich vermute, dass die hilflose Siituation in der Aufwachphase mich in Panik garaten lässt.
Was tun ?
Guten Tag Frau Zöller,
eine Selbshilfegruppe ist bis dato leider nicht bekannt.
Auch kein Forum o. ä.
Mit freundlichen Grüßen
Die DZKF-Onlineredaktion
Guten Tag,
unser aufrichtiges Beileid. Das Ganze ist sehr bedauerlich, aber auf dieser Website hier ganz sicher nicht aufzulösen.
Mit freundlichen Grüßen
Die DZKF-Onlineredaktion
Hallo,
bei mir ist die Tako-Tsubo-Kardiomypathie ebenfalls aufgetreten. Ich würde gerne mit einer Selbsthilfegruppe Kontakt aufnehmen oder mich auf anderem Weg mit Betroffenen austauschen.
Wer kann mir weiterhelfen?
Mit freundlichen Grüßen
Christine Zöller
hallo,
meine mutter ist am 30.05.2010 nach 4 tagen im neuköllner krankenhaus gestorben (takotsubo).
alle anzeichen zeigten herzinfarkt, was ja nicht war.die erste nacht wurde sie künstlich beatmet und am zweiten tag konnten sie ihr den schlauch abnehmen.am 3.tag sah sie schon besser aus (erholt).
am 4.tag konnte sie schon wieder lachen und reden, alles schien ok. die ärztin 4stunden nach meinem besuch rief mich die ärztin an und sagte meine mutter ist tod, die reanimation von 40 min. scheiterte.
nächsten morgen rief mich die kriminalpolizei an, weil todesursache unbekannt sei, in der gerichtmedizin wurde meine mutter untersucht, und raus stellte sich sie habe das takotsubo syndrom.
ich frage mich warum sie plötzlich so schnell sterben mußte, obwohl sie sich wieder so schnell erholt hatte?
vielleicht hilft das euch weiter.
benny
Guten Tag Frau Opitz,
wie Sie weiter oben vielleicht schon gelesen haben, können wir hier keine Onlinediagnosen oder -beratungen geben.
Es wurden auch Kontaktadressen zum Arzt/bzw. Anlass des Artikels veröffentlicht.
Ihre geschilderten Beschwerden nach der Tako-Tsubo-Diagnose können Dutzende andere Ursachen haben, haben aber wohl am wenigsten bzw. gar nichts mit der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie zu tun. Bitte beraten Sie sich mit ihrem Hausarzt, der kennt Sie am Besten… oder mit Ihrem behandelnden Kardiologen.
Mit freundlichen Grüßen
DZKF-Onlineredaktion
Hallo, bei mir ist die Tako-Tsubo-Kardiomypathie im November 2009 aufgetreten. Ich habe mich ganz gut erholt. Meine Frage: Ich habe entsetzliche Schweissausbrücke. Das Wasser läuft mir nur so den Körper herunter, besonders am Kopf. Wechseljahrbeschwerden wurden ausgeschlossen. Können diese Ausbrüche von der Herzkrankheit kommen und kann man das beheben? Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Mit freundlichem Gruss
Inge Opitz
s. o.: Nachtrag vom 18.10. 2008 – In eigener Sache:
Wenden Sie sich doch bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Ihren Hausarzt. Die können Ihre Situation am allerbesten beurteilen.
Mit freundlichen Grüßen
DZKF-Onlineredaktion
im Herbst 2009 bekam ich einen Stend eingesetzt, ohne Erfolg. vor 5 Wochen wurde ich mit Verdacht auf Herzinfarkt in die Immenstädter Klink eingeliefert, dort stellte man fest das ich
Tago-Tsubo habe, nach 6 Tagen wurde ich entlassen.
Meine Frage,was kann ich tun um den Heilungsprozes günstig zu beeinflussen?
Guten Tag,
unsere Redaktion veröffentlicht hier Artikel zu den verschiedensten medizinischen Themen, Ferndiagnostik oder Internetberatung darf und wird hier nicht stattfinden, wie schon an anderen Stellen erwähnt.
Ihnen wird da nur der Arzt Ihres Vertrauens weiterhelfen können.
Mit freundlichen Grüßen
Die DZKF Onlineredaktion
Machen sich es die Ärzte nicht zu einfach????? Wenn sie was nicht erklären können, dann wird im Netz nach diesem gesucht….Ich habe 1997 meinen ersten echten Herzinfarkt erlitten..Habe ungefähr 6 Wochen im Krankenhaus gelegen,davon ungefähr eine Woche auf Intensiv….Mein Blutdruck war bei 60zu40….. Dokumentiert in dem Städtischen Krankenhaus Kiel.. Anschliessend nochmal 6 Wochen Reha….Anfang 2000 bekam ich den zweiten Infarkt….Nach einer abgeschllossenen Reha(Mutter/Kind Kur) bekam ich über Nacht meinen ersten Schlaganfall…..Wiederrum dokumentiert durch das Städtische Krankenhaus Kiel….Kurze Zeit später bekam ich eine schwere Thrombose im rechten Bein…Nun endlich untersuchte mich ein Prof. Dr. Bruhn von der Uni.-Klinik Kiel und fand heraus, das ich eine angeborene Blutkrankheit habe….Nun bin ich seit zwei Jahren umgezogen in mein Heimatort Oer-Erkenschwick…Bis dato ging alles gut mit Betablocker und Macumar…. Nun habe ich wieder die gleichen Symphtome und nun will mir ein Arzt tatsächlich erzählen, das dies alles gar nicht wahr wäre, sondern ich die Krankheit Taco-Tsubo oder Prinz-Metal hätte…Nur weil er sich nicht erklären kann, das auf dem EKG Streifen nichts auffälliges zu sehen sei….Nicht nur das er ein ganzes Ärztetum in Kiel Lügen straft, sondern sich das ziemlich einfach macht…Wenn man für etwas keine Erklärung hat,,,wird das Internet es schon richten…..(Auf Kosten der Patienten)
[…] Tako-Tsubo-Kardiomyopathie: Frau stirbt selten an gebrochenem Herzen – Herzkammer, Kardiomyopathie, … Das meinst Du sicher? Viel wichtiger,als Medikamente scheint aber hier eine langfristige […]
Sehr geehrte Redaktion,
ich würde gerne mit Frau Ingrid Niegemann Kontakt aufnehmen. Der Grund ist folgender:
Bei mir wurde im Juli 2006 ein atypisches, mittventrikuläres Tako-Tsubo Syndrom diagnostiziert, nachdem mir beim Frühstück buchstäblich die Luft wegblieb. Ich musste 48 Stunden künstlich beatmet werden und hatte zwischenzeitlich noch eine ventr. Tachykardie. Ich bin genau wie Frau Niegemann Asthmatikerin und hatte im Vorfeld der Erkrankung keinen übermässigen oder aussergewöhnlichen Stress. Ich würde daher gerne wissen, ob die zwei Kardiomyopathien bei ihr durch Stress ausgelöst wurden.
Vielleicht können Sie ja diese Frage an Frau Niegemann weiterleiten.
Herzlichen Dank im voraus
Monika van de Löcht-Blasberg
Hallo Steffi,
Ihr erster Weg war schon der Richtige…
Die Facharztüberweisung zur Schilddrüsenuntersuchung eine logische Reaktion Ihres Hausarztes. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt… (»Der erste Weg!«). Eine Facharztüberweisung zu einem Kardiologen (in Ihrer Nähe) gibt Ihnen Ihr Hausarzt sicher genauso logisch, um Ihrer Beschwerdensymptomatik näher zu kommen.
Bei Wiederauftreten der Symptome sind Sie ohnehin im Krankenhaus am besten aufgehoben, weil dort im Akutstadium bei der Diagnostik viel mehr Informationen gesammelt werden können, als in beschwerdefreien Zeiträumen.
´Hallo,
ich bin heute durch einem Artikel in einer Zeitschrift auf dieses Broken- Heart Syndrom gestoßen.
Ich habe seit dem letzten Jahr genau diese Symptome … ich war bereits bei meinem Hausarzt der hat gemeint es würde wohl an meiner Schilddrüse liegen…diese hab ich dann untersuchen lassen …aber meine Schildrüße ist wohl in Ordnung…
Na ja jedenfalls… hatte ich solche Anfälle …kalte zittrige Hände, Atemnot und richtige Angstzustände…. es tritt relativ unregelmäßig auf.. hatte es jetzt auch schon seit 2 1/2 Monaten.
An wen kann ich mich denn da wänden und muss ich das untersuchen lassen auch wenn es jetzt nicht mehr auftreten sollte??
Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr Dr. Nef,
am 29.09.08 frühmorgens wurde ich von einer Wespe in die Oberlippe gestochen, worauf ich sehr allergisch reagierte. Gerade noch rechtzeitig erreichte ich meine hausärztliche Praxis, wo nach kurzer Zeit mein Puls aussetzte. Ich erhielt daraufhin zur Infusion neben Cortison auch Adrenalin injiziert und wurde per Notarzt in das nächst gelegene Klinikum gebracht.
Am Nachmittag erlitt ich einen dumpfen Schmerz im Brustkorb (Höhe Sternum) der bis in den Rücken ausstrahlte, so daß sofort EKG und Laboruntersuchungen durchgeführt wurden.. Dabei war das Troponin beträchtlich erhöht und ich hätte auf Intensivstation verlegt werden sollen, was ich aber ablehnte, ich wollte unbedingt nach Hause. Am nächsten Tag wurde u. a. das Troponin wieder untersucht und der Befund war noch kritischer. So mußte ich wieder in ein Klinikum eingewiesen werden mit den üblichen sorgfältigen Untersuchungen. Meine Theorie ist, daß durch die (von mir als sehr schmerzhaft empfundene) Gabe von Adrenalin die sog. Takotsubo-Myopathie ausgelöst wurde. Im Entlassungsbericht des Klinikums wurde jedenfalls V. a. Takotsubo-Myopathie angegeben.
Mit freundlichen Grüßen
Ingrid Faninger
Guten Abend Frau Niegemann,
vielen Dank für Ihr Interesse am obigen Artikel.
Wir haben Ihre Frage(n) an Herrn Dr. Nef weitergeleitet.
Ggf. wird er sich mit Ihnen in Verbindung setzen.
Mit freundlichen Grüßen
Die DZKFblog Redaktion
Sehr geehrter Herr Dr. Nef,
beim Suchen nach Informationen über Takotsubo wurde ich auf Sie aufmerksam. Im November 2006 hatte ich die erste Takotsubo-Kardiomyopathie, war in der Klinik die erste Patientin mit diesen diagnostizierten Symptomen. Beim Herzkatheter glich das Herz einer ausgedrückten Zitrone. Nachdem sich die Blutwerte fast normalisiert hatten, wurde ich nach 3 Tagen Klinikaufenthalt entlassen. Ca. 3 monatelang nahm ich einen Betablocker.
Am 8. Oktober 2008 zeigte sich zum 2.Mal eine Takotsubo-K. Die Koronararterien waren unauffällig, man sah das linksventrikuläre Ballooning, dass sich nicht ganz typisch apikal, sondern eher im mittleren Segment darstellt. Die Entlassung erfolgte am 12.Okt. »Therapie-Empfehlung: Plavix 75 0-1-0.« ASS kann ich nicht einnehmen, da ich Asthmatikerin bin. Die jetzige Attacke hat mich körperlich mehr erschöpft, als die erste Attacke vor 2 Jahren, obwohl die Schmerzen damals deutlich größer waren. Gerne wüßte ich , ob und welche Therapievorschläge Sie mir machen können.
Mit freunlichen Grüßen
Ingrid Niegemann
Hallo Herr Dr. Nef,
ich habe zwar nichts mit TakoTsubo nichts zu tun, möchte Ihnen aber ganz herzlich zu Ihrem Forschungspreis gratulieren.
Sie haben mir am 8.10. in der Uni Gießen ein Rechtsherzkatheter gesetzt und konnte mich von Ihren Qualitäten überzeugen.
(Wenn ich gewusst hätte, was für ein berühmter Mann Sie sind, wäre ich ehrfurchtsvoller gewesen.)
Frdl. Grüße aus FFM
Ute Wäger
Sehr geehrter Herr Dr. Nef,
ich arbeite als Assistenzarzt in einer Klinik und würde gerne einen »aktuellen« Vortrag über diese Thema für meine Kollegen machen, da wir mittelweile 2 Tako-Tsubo-Fälle hatten. Würde mich freuen, wenn sie mir über Diagnose/Prognose und Therapie/Prävention Informationen zukommen lassen könnten, da im Internet eine Vielzahl und teilweise auch unterschiedlicher Infos über dieses Thema kursiert.
Mit freundlichen Güssen
C. Baumann
Sehr geehrter Herr Dr. Nef,
vielen herzlichen Dank für Ihr freundliches Angebot! Werde mich sehr gerne in den nächsten Tagen bei Ihnen melden.
Herzlichen Dank im voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Sonja Krayer
Guten Tag, und vielen Dank Herr Dr. Nef.
Mit einem ausgewiesenen Experten wie Ihnen, erhält Frau Krayer wohl einen der kompetentesten Ansprechpartner zur Tako-Tsubo Kardiomyopathie in Deutschland.
@Frau Krayer:
Herr Dr. Holger Nef gilt nicht nur als ausgezeichneter Kardiologe, sondern erhielt 2007 auch den hoch angesehenen Hans-Jürgen Bretschneider-Preis für seine Forschungsarbeit zum o. g. Phänomen der Tako-Tsubo Kardiomyopathie
@ Herrn Dr. Nef
Vielleicht möchten Sie auch die anderen Leser hier an Ihrem Wissensstand zu diesem interessanten Thema teilhaben lassen. (Erst recht wenn in obigem Artikel Lücken oder Missverständlichkeiten sein sollten.)
Dies kann gern auch in Form eines ergänzenden Artikels, der weit über die Kommentarmöglichkeit zu diesem Artikel hier hinausgeht, geschehen.
Nochmals vielen Dank für Ihr großzügiges Kontaktangebot an unsere Leserin. (Wir haben sie auch per E-Mail von Ihrem Kontaktangebot informiert.)
Herzliche Grüße nach Bad Nauheim
Sehr geehrte Frau Krayer,
Falls Sie Fragen bezüglich des Phänomens der Tako-Tsubo Kardiomyopathie haben, biete ich Ihnen gerne an sich telefonisch bei mir zu melden (06032-996 0).
Beste Grüße
Dr. Holger Nef
Guten Tag Frau Krayer,
zunächst dürfen wir Ihrer Frau Mutter von hier aus eine schnelle Rekonvaleszenz wünschen.
Wie hier im Blog bei den Kommentaren schon zu lesen, können und werden wir als DZKF-Redaktion keinerlei diagnostische oder prognostische Aussagen/Beratung zu konkreten Patienten aus dem Umfeld unserer Leser und deren Krankheiten treffen. Das können und dürfen die behandelnden Ärzte und/oder der Hausarzt, denen zudem auch alle aktuellen patientenrelevanten Informationen zur Verfügung stehen.
Grundsätzlich lässt sich zu Ihren Fragen folgendes sagen:
»gebrochenes Herz« (broken-heart-syndrome) hat nicht mit dem Brechen eines Herzens im wörtlichen Sinne zu tun (oder gar mit Herzensbrechern), sondern umschreibt lediglich, dass die meisten Frauen über ein körperliches oder noch häufiger über ein psychisches Trauma berichten, das der Herzattacke unmittelbar vorausging… (s. o. Artikel)
Wohlgemerkt Trauma, mehr oder weniger (»normaler«) seelischer und körperlicher Stress muss nicht zwangsläufig zum Syndrom oder möglichen Rezidiven führen.
Die Anzeichen, Symptome der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie gleichen (auch am Anfang) denen eines Herzinfarktes (heftige plötzliche Brustschmerzen [Angina Pectoris] ggf. mit Ausstrahlung, Atemnot [Dyspnoe]), und sind im Akutstadium ohne eine Herzkatheteruntersuchung auch kaum von einem solchen zu unterscheiden.
Der schnellste Weg in eine Klinik/Krankenhaus ist also immer der beste Weg.
Dort geht man meist zunächst von einem akuten Koronarsyndrom aus und natürlich wird alles Notwendige zur Diagnostik, Therapie und Überwachung der Patienten getan (eben ggf. auch Monitoring auf einer IPS wie im Falle Ihrer Mutter).
Die im Artikel und in der Literatur zur Tako-Tsubo-Kardiomyopathie beschriebenen Wandbewegungsstörungen bzw. ballonartigen oder aneurismaähnlichen Erweiterungsphänomene im Akutstadium beziehen sich auf das linke Ventrikel.
Inwieweit es (evtl. differentialdiagnostisch) Probleme in anderen Herzbereichen oder bezüglich anderer Koronarerkrankungen bei Ihrer Mutter gab, werden Ihnen ganz sicher die behandelnden Ärzte genauer erläutern.
Mit freundlichen Grüßen
Die DZKF-Redaktion
Meine Mutter liegt seit Dienstag mit einer Tako-Tsubo-Kardiomyopathie auf einer Intensivstation. Unter »voller« Therapie scheint sich das Krankheitsbild zu bessern. Wie kann man in Zukunft die ersten Anzeichen eines solchen Krankheitsbildes feststellen und was ist dann zu tun? Was bedeutet im einzelnen »gebrochenes Herz« ? Seelischem und körperlichen Stress ist jeder Mensch mal mehr oder weniger ausgesetzt, muß man Angst haben das bei jeder Aufregung die Krankheit erneut ausbricht? Die Ärzte im Krankenhaus sprechen von der rechten Herzkammer, hier wird immer nur von der linken gesprochen.
Danke im voraus für Ihre Antwort.
MfG
Guten Tag Frau Rauch, Krankheitssymptome wie bei der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie werden ganz sicher von keinem Arzt als harmlos bezeichnet, (schon weil sie den Symptomen eines Herzinfarkts so ähnlich sind…) da erfolgt eigentlich in jedem Krankenhaus das »volle Programm« der Diagnosemöglichkeiten.
Das Problem liegt jedoch darin, dass dieses Phänomen bei »anfälligen« PatientINNEN jederzeit wieder auftreten kann, eben bei Stress, nervlicher Belastung etc. pp. Bisher gibt es leider noch zu wenige (klinische) Studien bzw. gesicherte Erkenntnisse, welche Therapie(n) am geeignetsten bzw. erfolgversprechendsten sind, um den (Wieder)Ausbruch der Krankheit zu verhindern…
Vielleicht ist aber mit der Veröffentlichung des Artikels (UND IHRES Kommentars) ein winziger Schritt mehr getan, diese Krankheit bei Erst- und Differntialdiagnosen im klinischen Bereich oder schon beim Hausarzt ins Bewusstsein zu rücken.
Vielen Dank für Ihren Beitrag.
MfG
Die DZKF-Redaktion
Die meisten Frauen erholen sich von Takotsubo….so wird es immer beschrieben,aber was ist mit dem Rest der Frauen???nicht alle Frauen erholen sich von der Krankheit und keine Mediziner kann helfen weil diese Krankheit icht richtig erkannt ist.
Krankheitssymtome nach Takotsubo sind absolut nicht als harmlos zu bezeichnen,man sollte viel mehr auf betroffene hören und den Symtomen auf den Grund gehen.