Zwölfstündige OP: MHH-Chirurgen nähen abgetrennte Hand wieder an
Ärzte der MHH-Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie replantieren erfolgreich die abgerissene Hand eines 25-jährigen Polen.
In einer zwölfstündigen Operation gelang es den Ärzten der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) die abgetrennte Hand eines 25-jährigen Polen mit äußerst günstigen Prognosen wieder anzunähen.
»Dem Patienten geht es sehr gut«, sagte Dr. Kay Busch, Leitender Oberarzt der Klinik und Operateur des jungen Mannes. Der Fleischer, der Linkshänder ist, war mit der linken Hand in eine Fleischdrehmaschine geraten, die Hand wurde dabei abgedreht und ausgerissen. Verletzungen dieser Art sind sehr selten und äußerst schwierig zu versorgen, erfolgreiche Replantationen daher noch viel seltener. Häufig ist der abgetrennte Körperteil zu schwer zerstört.
»In den vergangenen drei Jahren hatten wir nur zwei Verletzungen dieser Art, in diesem Fall waren die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Replantation zum Glück gegeben«, betonte Professor Dr. Peter Vogt, Direktor der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie.
Die Verletzungen der abgetrennten Hand ließen ein Wiederannähen zu und der Patient aus Gütersloh lag schon zwei Stunden nach dem Unfall auf dem Operationstisch.
Bei dem 25-Jährigen wurden durch eine so genannte Proximal Row Carpektomie die zerstörten Knochen entfernt und die körperferne Handwurzelreihe auf das Handgelenk gesetzt. Diese Operationstechnik wird auch bei fortgeschrittenen Handgelenksarthrosen angewandt und erhält eine gute Beweglichkeit des Handgelenks. Bei einer Replantation werden zunächst Knochen und Sehnen wieder miteinander verbunden, dann Arterien, Nerven und Venen. Bei den Blutgefäßen kann man sofort sehen, ob die Durchblutung wieder funktioniert.
»Die Hand war sehr schnell wieder rosa und die Heilung verläuft bislang ohne Störungen, insofern ist die Prognose gut. Ob die ausgerissenen Nerven wieder funktionieren oder ob Nerven ersetzt werden müssen, das zeigt sich erst in den nächsten Wochen«, erklärte Dr. Busch.
»Für diese schwierigen Eingriffe brauchen wir hochspezialisierte Zentren und eine Rund-um-die Uhr-Bereitschaft von Teams exzellent ausgebildeter Ärztinnen und Ärzte. Wir wünschen uns, dass in Sachen Ausbildung und Fortbildung dieser Spezialisten das Niveau erhalten bleibt«, sagte Professor Vogt.
An der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der MHH steht ein achtköpfiges Facharztteam um Professor Vogt für die plastische Wiederherstellungschirurgie Schwerstverletzter inklusive Verbrennungen und für spezielle Erkrankungen und Verletzungsfolgen der Hand zur Verfügung.

Um es nicht nur beiläufig zu erwähnen: Es ist sogar grundsätzlich davon auszugehen, dass in unseren Kliniken hierzulande, derartige Operationen ausschließlich NUR von fachkundigen Medizinern mit entsprechendem Hintergrund- und Fachwissen durchgeführt werden… Dafür werden Patienten schon mal in Fachklinken verlegt, um Ihnen die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.
Es sollte vielleicht auch mal beiläufig erwähnt werden, dass solche Operationen ohne fachkundig fundiertes Hintergrundwissen des OP Fachpersonals nicht möglich wären.