Ohne Versorgungsforschung kein Fortschritt für Patienten
Experten fordern Unterstützung von Industrie und Krankenkassen
Köln – Nur etwa ein Prozent neuer medizinischer Diagnose- und Behandlungsmethoden gelangen heute in die tägliche Praxis. Wie medizinische und vor allem chirurgische Innovationen sinnvoll den Weg zum Patienten finden, diskutieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), des Deutschen Netzwerkes für Versorgungsforschung e.V. und des Deutschen Netzwerkes Evidenzbasierter Medizin e.V. (DNEbM) auf einer Pressekonferenz am 16. Oktober 2008 im Rahmen des Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung vom 16. bis .18. Oktober 2008 in Köln.
Insbesondere mangelt es an großen nicht-kommerziellen Studien. Auch die komplizierten Regeln der Erstattung verursachen Verzögerungen bei der Umsetzung neuer Behandlungen in die Praxis. Dass es auch anders geht zeigen Beispiele aus dem Ausland: Pharmafirmen zahlen hier aus ihrem Marketingbudget in einen Topf, um industrieunabhängig versorgungsnahe Studien zu unterstützen. Sind Technologien oder Medikamente zugelassen, treten jedoch oft neue Probleme auf: Hohe Kosten für den Patienten oder mangelnde Information über die neue Behandlung. Der Kongress bietet unter anderem ein Forum für die Diskussion über neue Ansätze, die den Innovationstransfer vom Labor in die Praxis verbessern.
Terminhinweis:
Kongress-Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung, 16. bis 18. Oktober, Köln
Donnerstag, 16. Oktober 2008, 11.00 bis 12.00 Uhr
Eines der Themen:
„Vom Labor ans Krankenbett – Wie gelangen Innovationen zum Patienten“
Referent: Professor Dr. rer. nat. Christian Ohmann, Düsseldorf
Ort: Maternushaus, Tagungszentrum des Erzbistums Köln, Saal Adelheid, Kardinal-Frings-Straße 1-3, 50668 Köln
Vorläufiges Programm:
Brauchen wir eine Placebochirurgie? Versorgungsforschung als Herausforderung für die operative Medizin
Professor Dr. med. Hartwig Bauer
Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Berlin
Evidenzbasierte Medizin – Was bringt sie für die Breitenversorgung?
Universitäts-Professor Dr. Professor h.c. Edmund A.M. Neugebauer
Direktor des Instituts für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM), Lehrstuhl für Chirurgische Forschung, Fakultät Medizin der Universität Witten/Herdecke
Vom Labor ans Krankenbett – Wie gelangen Innovationen zum Patienten?
Professor Dr. rer. nat. Christian Ohmann
Tagungspräsident, Koordinierungszentrum für klinische Studien, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Bessere Medizin, geringere Risiken – Hält Versorgungsforschung was sie verspricht?
Professor Dr. phil. Holger Pfaff
Deutsches Netzwerk für Versorgungsforschung e.V., Zentrum für Versorgungsforschung, Abteilung Medizinische Soziologie des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin, Universität
zu Köln

