Sodbrennen – Oder: Lauterbach wird lauter…
In der Dienstagsausgabe »Passauer Neuen Presse« äußert sich der ausgewiesenne Gesundheitsexperte der SPD zunehmend deutlicher zu Manipulationsversuchen von Krankenkassen, die die »Gemengelage« unserer allgegenwärtigen Bürokratie nach dem Inkrafttreten der neuesten Gesundheitsreform (mehr oder weniger) »kreativ« für höhere Einnahmen nutzen wollen. Falls es sich bestätige, dass Krankenkassen und Ärzte Diagnosen manipulierten, um mehr Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds zu kassieren, müsse das Gesetz geändert werden, so Lauterbach.
Speziell (aber nicht nur) in Bayern waren ihm wohl da, anderen Presseveröffentlichungen nach zu urteilen, Korrespondenzen des Bayrischen Hausärzteverbandes sauer aufgestoßen. Der Verband offerierte lukrative Verträge mit Hausärzten im Zusammenhang mit »Allerorts Obligatorischen Kassen«. Die Hausärzte wurden darin nämlich mehr oder weniger deutlich dazu aufgefordert, im Gegenzug die o. g. »Kreativität« mit Hilfe der neuen »Krücke«, nein Sorry, dem »Neuen Zauberwort« »morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA)«, mehr Einnahmen für die Kasse(n) zu kreieren…
Zitat »Kölner Stadtanzeiger«:
Der Bayerische Hausärzteverband, der mit der AOK Bayern einen für die Allgemeinmedizineriner sehr günstigen Vertrag abgeschlossen hat, hat offenbar verstanden.
In einem Schreiben vom 17. Dezember 2008, das dem »Kölner Stadt-Anzeiger« vorliegt, forderte Verbandschef Wolfgang Hoppenthaller die „lieben Kolleginnen und Kollegen“ auf, „als Gegenleistung für das Entgegenkommen der AOK … eine entsprechende Codierung bei den AOK-Patienten vorzunehmen.«…
Denn: (Anm. d, V. )
»Nur eine AOK, die entsprechende Zuweisungen über den Risikostrukturausgleich erhält, kann diesen Vertrag auf Dauer bedienen. …«
Zudem streikten aktuell in Bayern Facharztpraxen wegen der neuen Fallpauschale.
Um beim (Krankheits)Bild des »Sauren Aufstoßens« (Refluxösophagitis) zu bleiben: Hier beispielsweise, wie bei vielen anderen Symptomen auch, sind die verschiedensten (Verdachts)befunde/Diagnosen codierbar… akzeptabel. Sie ziehen natürlich in den meisten Fällen entsprechende Untersuchungen nach sich, und bei entsprechender Diagnostik von Grunderkrankungen nicht nur den Einsatz von Medikamenten…
Ob Herr Professor Lauterbach nun bei der »gesundheitsreformbedingten Refluxkrankheit« lediglich nur auf Protonenpumpenhemmer setzt, oder ob er eher eine Sphinkteroperation oder gar Magenbinde/-verkleinerung ins Auge fasst, bleibt abzuwarten. Die Gesundheitsreform liegt zumindest nicht nur ihm »schwer im Magen«, und offentsichtlich gehört sie auch »unters Messer«. Zumindest für eine explorative Laparoskopie (scheint da eine Indikation gegeben zu sein.
Bezug nehmend auf die aktuelle Ärztekampagne schlägt der nicht ganz unumstrittene Gesundheitsexperte vor, die Gesamteinkünfte von Arztpraxen für Patienten sichtbar auszuhängen. O-Ton Lauterbach: »Wenn es nicht anders geht, muss die Regierung die Ärzteeinkünfte transparent machen.«
