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Speichel- statt Tränen(drüse)…

Dieser Artikel wurde am 7. Februar 2010, 20:24 von FR erstellt, und 126 Mal gelesen. | Kategorie: Kurznachrichten
Prof. Dr. Sieg und Dr. Jacobsen (v. r. n. l.)
Prof. Dr. Sieg und Dr. Jacobsen (v. r. n. l.) Fotos: Uniklinikum Schleswig-Holstein

Am 4. Februar 2010 erfolgte in der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, weltweit erstmals die Verpflanzung einer Unterkieferspeicheldrüse von Mensch zu Mensch. Das Ziel des Eingriffs ist die permanente Befeuchtung der Augenoberfläche eines 43-jährigen Patienten.
Bei dem Patienten waren im Rahmen einer Vorerkrankung die Tränendrüsen sowie ein Teil der Speicheldrüsen funktionslos geworden. Dem ansonsten gesunden Patienten drohte hierdurch langfristig ein Verlust der Sehkraft. Als Spender eignete sich ein Bruder des Patienten. Der Transplantation gingen aufwendige Untersuchungen der Abwehrlage von Spender und Empfänger voraus.

Der Eingriff erfolgte simultan an beiden Brüdern, um eine nur kurzfristige Unterbrechung der Blutversorgung der empfindlichen Speicheldrüse zu gewährleisten. Spender und Empfänger sind wohlauf.

Die Lübecker Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. Peter Sieg) ist eine von wenigen Kliniken weltweit, in der seit Jahren therapieresistente Fälle des so genannten Syndroms des »Trockenen Auges« durch die körpereigene Verpflanzung einer Speicheldrüse in die Augenregion behandelt werden.

Im Jahre 1994 wurde diese Methode durch Prof. Sieg in Europa erstmals in Lübeck klinisch etabliert. Seitdem werden betroffene Patienten in Lübeck in Zusammenarbeit der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie mit der Klinik für Augenheilkunde betreut.

Das »Syndrom des Trockenen Auges« ist eine weit verbreitete Erkrankung, verursacht durch eine Störung des die Augenoberfläche schützenden Tränenfilmes. Diese Störung kann durch eine Reduktion oder ein Fehlen der Tränensekretion oder eine fehlerhafte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit bedingt sein. Sehr verschiedene Ursachen können einer solchen Störung zugrunde liegen.
Unbehandelt kann dies zu einem fortschreitenden entzündlichen Schaden an der Augenoberfläche führen (Keratokonjunktivitis sicca). Neben durch die Entzündung bedingten Beschwerden (Juckreiz, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit) führt dies langfristig zu einer Einschränkung der Sehkraft bis hin zu einer möglichen Erblindung.
Diese Erkrankung bedarf primär augenärztlicher Diagnostik und Therapie.
Die Entscheidung zur Durchführung einer Operation wird immer in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Augenarzt gestellt.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Sieg

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