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Die Sinne verstehen.

Dieser Artikel wurde am 18. November 2010, 15:55 von François G. erstellt, und 192 Mal gelesen. | Kategorie: Kurznachrichten
Prof. Dr. Tobias Moser
Prof. Dr. Tobias Moser; Sprecher des SFB 889, Abteilung Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen. Foto: umg

Neuer Sonderforschungsbereich der UMG nimmt komplexe Suche auf.

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert neuen Sonderforschungsbereich (SFB) unter der Leitung der UMG mit über 7 Millionen Euro für zunächst vier Jahre.
(umg) Sehen, Hören, Riechen, Tasten – die wichtigsten menschlichen Sinne besser verstehen will der neue Sonderforschungsbereich SFB 889 »Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung«. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Erforschung der Sinne mit sieben Millionen Euro für zunächst vier Jahre. Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs ist Professor Dr. Tobias Moser, Leiter des InnenOhr-Labors in der Abteilung Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen.

Der neue Sonderforschungsbereich SFB 889 startet am 1. Januar 2011. Wissenschaftler aus 18 Arbeitsgruppen aus den verschiedenen Bereichen der Neurowissenschaften am Standort Göttingen arbeiten in 17 Einzelprojekten zusammen. Beteiligt sind Forscher aus vier Abteilungen der Universitätsmedizin Göttingen, aus dem Europäischen Neurowissenschaftlichen Institut (ENI-G), der Biologischen Fakultät der Universität Göttingen, aus dem Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, dem Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin sowie dem Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation sowie dem Deutschen Primatenzentrum.

Die normale Verarbeitung von Sinnesreizen wie Bilder, Töne oder Gerüche erfordert von Sinneszellen und sensorischen Nervenzellen erstaunliche Leistungen. Dazu benötigen sie hochspezialisierte Signalmaschinerien, die für die Verarbeitung des jeweiligen Sinnesreizes optimiert sind. So beträgt zum Beispiel im Fußball die Flugzeit eines gut getretenen Freistoßes von der Strafraumgrenze aus weniger als eine halbe Sekunde. Das alles muss der Torwart sehen, die Flugbahn begreifen, Entscheidungen treffen und am Ende den Ball halten.

Bei Fehlfunktionen kommt es zu Sinnesbehinderungen wie Sehstörung oder Schwerhörigkeit. Allein von Hörstörungen sind aktuell rund 14 Millionen Menschen allein in Deutschland betroffen, und die Tendenz ist steigend.

Der SFB 889 verfolgt einen multidisziplinären und integrativen Ansatz, um die grundlegenden und komplexen Mechanismen zu untersuchen, die bei der Verarbeitung von Sinnesreizen ablaufen. Schwerpunkte der Forschungen liegen dabei auf Fragen zur Reizwandlung und zur synaptischen Verarbeitung sowie zur Funktion neuronaler Netzwerke.

»Wir werden Sinne auf verschiedenen Ebenen – vom Proteinkomplex bis hin zur Wahrnehmung – betrachten und erwarten Erkenntnisse über die beteiligten molekularen Maschinerien in der Funktion unserer Sinne, die Verarbeitung und Integration von Sinnesinformation und ihre Plastizität sowie Sinnesbehinderungen«, sagt Professor Dr. Tobias Moser. Von der Arbeit an verschiedenen Modellen und unterschiedlichen Sinnen erhoffen sich die Wissenschaftler zudem Erkenntnisse über generelle Prinzipien und spezialisierte Mechanismen der Sinnesfunktion.

Professor Moser: »Mit diesem SFB werden wir das Verständnis der Sinne und Sinnesbehinderungen maßgeblich vorantreiben. Aufbauend auf den Ergebnissen unserer Grundlagenforschung werden wir zum Verständnis von Sinnesbehinderungen und zur Entwicklung von Therapieansätzen beitragen.«

Prof. Dr. Cornelius Frömmel, Vorstand Forschung und Lehre an der UMG und Dekan der Medizinischen Fakultät, sagt: »Wir freuen uns sehr, dass sich der Antrag unter der Sprecherfunktion von Prof. Dr. Tobias Moser durchgesetzt hat. Diese multidisziplinäre Göttinger Konstellation bietet eine einzigartige Chance, zelluläre Mechanismen der Sinnesfunktion im Kontext eines ganzen Systems aufzuklären.«

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen
Abteilung Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Prof. Dr. Tobias Moser
Telefon 0551 / 39-8968, tmoser@gwdg.de
www.universitaetsmedizin-goettingen.de

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