Weblog & Magazin für medizinische Forschung, Innovation und Praxis

Klinische Forschung

Studie: Gleichzeitiger Einsatz von Gerinnungs-Hemmern und Magenschutzmedikamenten kann Infarkt-Risiko erhöhen.

1. September 2010 | Von François G. | Kategorie: Klinische Forschung, Woanders gelesen

Stockholm/ Mittwoch, 1. September 2010Die gleichzeitige Anwendung des Blutgerinnungs-Hemmers Clopidogrel und eines Magen-schützenden Protonenpumpen-Hemmers (PPI) kann den Blutfluss zum Herzen verringern und das Infarkt-Risiko erhöhen. Allerdings ist diese Wirkung ja nach verwendetem PPI unterschiedlich stark. Das ist das Ergebnis einer auf dem Europäischen Kardiologenkongress in Stockholm vorgestellte Meta-Analyse von rund 160.000 Patienten, die von Prim. Univ.-Prof. Dr. Kurt Huber (Wilhelminenspital, Wien) und Dr. Jolanta Siller-Matula (MedUni Wien) geleitet wurde.

Nach einer Stent-Implantation wird Patienten häufig zur Vorbeugung von Blutgerinnsel Clopidogrel verordnet. Gegen Magenblutungen als mögliche unerwünschte Wirkung von Clopidogrel werden häufig Protonenpumpen-Hemmer (PPI) eingesetzt – bei der Wiener Untersuchung was das bei 34 Prozent der Patienten der Fall.



Protein aus Bakterien bekämpft Darmkrebs

30. Juli 2010 | Von François G. | Kategorie: Klinische Forschung

Neuer Therapie-Ansatz stoppt unkontrollierte Zellteilung
Hannover (db)Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in Deutschland: 39.000 Männer und 34.000 Frauen erkranken jedes Jahr neu daran. Die Heilungschancen liegen im Durchschnitt bei 60 Prozent. Nun gibt es einen neuen, viel versprechenden Therapie-Ansatz: Forscher von der Medizinischen Hochschule Hannover haben eine Substanz aus Bakterien identifiziert, die Darmtumoren bekämpft. Derzeit läuft das Zulassungsverfahren, um den Wirkstoff in Zukunft als Medikament einsetzen zu können. Im Rahmen ihres Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramms hat die Deutsche Krebshilfe dieses Projekt mit insgesamt rund 660.000 Euro unterstützt.

Die Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Krebserkrankungen ist ein wichtiges Ziel…



Stent in der Halsschlagader beugt Schlaganfall vor

29. Juni 2010 | Von François G. | Kategorie: Klinische Forschung

BerlinFür Menschen, deren Halsschlagader durch kalkhaltige Ablagerungen stark verengt ist, gibt es eine gleichwertige Behandlungsalternative zum bisherigen operativen Verfahren. Mit einem Katheter dehnen die Ärzte die Halsarterie auf und setzen dann eine Gefäßstütze, einen Stent, ein. Vor allem bei jüngeren Patienten kann damit ebenso zuverlässig einer Durchblutungsstörung des Gehirns und Schlaganfällen vorgebeugt werden wie mit einer Operation. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) anlässlich einer aktuellen US-amerikanischen Studie hin, die im »New England Journal of Medicine« erschienen ist.

An der CREST-Studie beteiligten sich 2 502 Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten oder bei denen wegen einer erheblich verengten Halsschlagader ein Schlaganfall drohte. Die Hälfte der Patienten wurde mit dem bisherigen Standardverfahren, der Karotis-Endarteriektomie, behandelt. »Hierbei öffnen die Ärzte die Schlagader und schälen die kalkhaltigen Ablagerungen aus der Wand heraus«, erklärt Professor Dr. med. Joachim Berkefeld vom Institut für Neuroradiologie an der Universitätsklinik Frankfurt am Main. Die andere Hälfte der Studienteilnehmer erhielt eine Katheterbehandlung mit Stent. …



Neuer HTA-Bericht: Bluthochdrucktherapie und Diabetes

15. Juni 2010 | Von François G. | Kategorie: Klinische Forschung

Unter der Therapie mit bestimmten Medikamenten gegen Bluthochdruck scheint häufiger Diabetes aufzutreten. Das verdeutlicht ein jetzt beim DIMDI veröffentlichter HTA-Bericht (Health Technology Assessment). Unter Diuretika und Betablockern wurde häufiger eine Diabetesentwicklung beobachtet. Wie das zu bewerten ist, ist jedoch unklar. Ob neuere (und teurere) Wirkstoffgruppen deshalb jedoch kosteneffektiver sind, können die Autoren auf Basis der im Bericht betrachteten Studien nicht abschließend beantworten.

Viele Patienten mit Bluthochdruck (Hypertonie) sind gleichzeitig zuckerkrank. Bisher wurde das vor allem auf gemeinsame Risikofaktoren, z.B. Übergewicht, zurückgeführt. Neuere Studien zeigen, dass auch Medikamente gegen Bluthochdruck die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes beeinflussen können. Wie ein unter Therapie entstandener Diabetes klinisch zu bewerten ist, konnte anhand der vorliegenden Literatur allerdings nicht ausreichend geklärt werden. Daraus kann nicht ohne weiteres ein Schaden für die Patienten abgeleitet werden. Wichtige Daten fehlen, z.B. zur …