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TOP-NEWS

Stammzellen aus der Nase für neue medizinische Therapien

24. Dezember 2011 | Von François G. | Kategorie: TOP-NEWS

Forscherteam um Bielefelder Biologin entwickelt Methode zur Isolation und Kultivierung von adulten Stammzellen

Einem Forschungsteam unter Leitung der Zellbiologin Professorin Dr. Barbara Kaltschmidt von der Universität Bielefeld ist es gelungen, Stammzellen aus der menschlichen Nase zu kultivieren und in Nerven-, Knochen-, Fett- und Knorpelzellen umzuwandeln. Laut den Forschern ist ein Vorteil der Methode, dass in kurzer Zeit große Mengen von Zellen hergestellt werden können. Die Methode kann neue Behandlungen von akuten und chronischen Verletzungen im Gesicht ermöglichen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler jetzt in den Fachzeitschriften »Stem Cells and Development« und »European Cells & Materials« veröffentlicht.

Stammzellen gelten als Alleskönner unter den Zellen. Während die meisten Zellen des Körpers eine spezielle Aufgabe haben – etwa Hautzellen, die den Körper vor schädlichen Einflüssen von außen schützen – sind Stammzellen nicht spezialisiert: Sie sind Ursprungszellen, aus denen Haut, Nerven oder auch Knochen entstehen können. Außerdem dienen sie dazu, im Fall von Verletzungen und Erkrankungen beschädigte Zellen zu reparieren. Die Stammzellen, die die Forscher für ihre neue Methode nutzen, werden als adulte Stammzellen bezeichnet – das sind die Zellen, die sich nach der Geburt im menschlichen Organismus befinden. Im Gegensatz zu embryonalen Stammzellen, die aus menschlichen Föten gewonnen werden müssen, gelten adulte Stammzellen bei Forschern als ethisch unbedenklich.

Das Forschungsteam unter Leitung von Professorin Barbara Kaltschmidt arbeitet mit Stammzellen aus der unteren Nasenmuschel. Damit sind diese Stammzellen sehr leicht zugänglich. Eine weitere Besonderheit: Sie können bis ins hohe Alter von Patienten isoliert und dazu angeregt werden, zu spezialisierten Zellen zu werden.

Mit der neuen Methode eröffnen sich den Wissenschaftlern zufolge neue Chancen für Behandlungen von Verletzungen und Krankheiten. So könnten die Stammzellen in der Chirurgie genutzt werden, um nach Verbrennungen oder Schnittverletzungen ein Gesicht mit neu kultivierten Haut-, Knochen- und Nervenzellen wieder herzustellen. Auch könnten die Stammzellen …



Lebensretter Cortisol:

30. November 2011 | Von François G. | Kategorie: TOP-NEWS

Körpereigener Entzündungshemmer leistet Überlebenshilfe bei septischem Schock

Sepsis (Blutvergiftung) ist eine komplexe Entzündungsreaktion, die sich auf den ganzen Körper auswirkt. Die Folge des außer Kontrolle geratenen Immunsystems sind lebensbedrohliche Störungen lebenswichtiger Funktionen bis hin zum Versagen mehrerer Organe. Forscher des Leibniz-Instituts für Altersforschung in Jena zeigten nun, dass für die Entfaltung der lebensrettenden Wirkung von Cortisol, einem körpereigenen Hormon der Nebennierenrinde, die molekulare Form des Glucocorticoid-Rezeptors (Monomer oder Dimer) entscheidend ist. Zur Reduktion der Menge an entzündlich wirkenden Botenstoffen, Cytokinen, ist der Glucocorticoid-Rezeptor als Dimer notwendig (FASEB J. 2011, doi: 10.1096/fj.11-192112).

Fieber, Herzrasen, Atemnot und rapider Blutdruckabfall: Wer mit Verdacht auf septischen Schock ins Krankenhaus eingeliefert wird, hat selbst bei intensivmedizinischer Betreuung keine guten Karten. Die Wahrscheinlichkeit zu überleben, beträgt bei schwerer Sepsis etwa eins zu eins. Massive Entzündungsreaktionen im ganzen Körper beeinträchtigen einzelne lebensnotwendige Funktionen des Gesamtorganismus; oft ist ein Multiorganversagen die Folge. Ausgelöst wird dieses Systemische Inflammatorische Response Syndrom (SIRS) – im Volksmund auch als Blutvergiftung bezeichnet – durch eine überschießende Immunabwehr nach schweren Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen.

Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena fanden nun heraus, wie Cortisol, ein körpereigenes Hormon der Nebennierenrinde, in der Lage ist, diese schwere systemische Entzündung in Schach zu halten. »Steht der Körper unter Stress, z.B. durch eine schwere Infektion, dann wird über die Nebennieren verstärkt Cortisol ausgeschüttet«, erklärt Dr. Jan P. Tuckermann vom FLI. »Dieses Cortisol soll verhindern, dass die übermäßige Bildung und Freisetzung von Cytokinen, die normalerweise die Immunabwehr regeln, aufgrund ihrer entzündlichen Wirkung bei unkontrollierter Ausschüttung selbst zur Gefahr für den gesamten Körper werden«, so Tuckermann weiter. »Das erklärt auch die Tatsache, warum Sepsis-Patienten, die an Nebenniereninsuffizienz leiden, viel schlechtere Überlebenschancen haben«.

Zusammen mit Kollegen aus Deutschland und Belgien konnten …



Der Weg ist das Ziel: Mitten durchs Herz…

17. November 2011 | Von François G. | Kategorie: TOP-NEWS

Herzchirurgen der Universitätsmedizin Mainz implantieren künstliche Hauptschlagader erstmals erfolgreich über die Herzspitze – Verfahren wurde in Mainz entwickelt

Herzchirurgen der Universitätsmedizin Mainz haben ein neues minimal-invasives Verfahren entwickelt, um Erkrankungen der Hauptschlagader mittels einer speziell gefalteten Gefäßprothese zu versorgen. Dabei wählen sie nicht den bisher üblichen Zugang über die Leistenarterie, sondern erstmals über die Herzspitze des schlagenden Herzens.
So können sie auch schwerkranke Patienten, bei denen der Zugang über die Leistenarterie oder andere Gefäße nicht möglich ist, künftig minimal-invasiv therapieren – und ihnen so einen belastenderen offenen Eingriff ersparen. Jetzt kam das neue Verfahren erstmals zum Einsatz.

Bei verschiedenen Eingriffen an der Hauptschlagader stellen minimal-invasive Verfahren in der Regel die Methode der Wahl dar, da sie für den Patienten weniger belastend sind und ein vergleichsweise niedrigeres Risiko haben als ein offener operativer Eingriff. Deshalb wurde auch an der Universitätsmedizin Mainz intensiv daran gearbeitet, Patienten solche innovativen Operationsmethoden anzubieten, um die Hauptschlagader ohne große offene Operation zu behandeln. In diesen Fällen werden zusammengefaltete Stentgraftprothesen über die Leistenarterien in den Körper des Patienten eingebracht und in der endgültigen Zielposition entfaltet und fixiert. Wenn diese Zugänge nicht in Betracht kommen, blieb bei Patienten, die eigentlich für ein derartiges Verfahren geeignet wären, bisher nur die große und ausgedehnte offene Operation übrig.

In Mainz wurde jetzt erstmals ein neues Verfahren angewendet. Das von Prof. Dr. Ernst Weigang, Leiter der Sektion endovaskuläre Gefäßchirurgie an der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, entwickelte Konzept greift die Erfahrungen bei der so genannten »transapikalen Implantation von Aortenklappen« – also dem Ersatz der Aortenklappe über die Herzspitze – auf. Über einem kleinen Hautschnitt unterhalb der Brustfalte wird ein Führungsdraht über die Herzspitze durch die Herzkammer und die Aortenklappe bis in die Hauptschlagader hineingeführt. Durch diesen schieben die Ärzte eine zusammengefaltete Hauptschlagaderprothese schrittweise über die Herzspitze in das Innere des Herzens und von da über die Aortenklappe hinweg bis in die aufsteigende Hauptschlagader. Dort wird die Prothese so lange vorangeschoben, bis sie in der Zielposition angekommen ist und dort entfaltet. Anschließend werden die Einführungsdrähte zurückgezogen und die Herzspitze mit einer Naht verschlossen.

Die neue Operationsstrategie wurde jetzt erstmals erfolgreich gemeinsam mit Kollegen der Radiologie und der Anästhesie durchgeführt. Der Patientin geht es gut. »Das Besondere dabei ist«, so Univ.-Prof. Dr. Christian Friedrich Vahl, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, »dass das Herz hier nicht das Zielorgan der chirurgischen Prozedur ist, sondern das Zugangsorgan. Man benötigt also das Herz als Weg, um an…



Fumarsäure hilft sicher bei Multipler Sklerose…

7. November 2011 | Von François G. | Kategorie: TOP-NEWS

Wirksamer Schutz erkrankter Nerven

Berlin/AmsterdamDer Wirkstoff Fumarsäure kann offenbar die Schubrate bei der Multiplen Sklerose (MS) annähernd halbieren und auch die MS-typischen Schädigungen des Gehirns deutlich reduzieren, so das Ergebnis einer Studie, die auf dem Fachkongress ECTRIMS in Amsterdam für großes Aufsehen sorgte. »Insbesondere die Kombination aus hoher Wirksamkeit und Sicherheit machen das Medikament zu einer interessanten Behandlungsoption«, kommentierte Studienleiter Professor Ralf Gold, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik (St. Josef Hospital) in Bochum und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Noch ist das erfolgreich getestete Fumarsäure-Präparat »BG-12″ nicht für die Behandlung der Multiplen Sklerose zugelassen, stellte Gold klar. Das Vorgängerprodukt Fumaderm® wird jedoch seit mehreren Jahren in einigen europäischen Ländern zur Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis) eingesetzt, was das Verfahren womöglich beschleunigen könnte. Dafür sprächen auch die überzeugenden Daten zur Verträglichkeit und Sicherheit von BG-12, die jetzt mit der DEFINE-Studie (Determination of the Efficacy and safety of oral Fumarate IN rElapsing-remitting MS) vorgestellt werden konnten, so Gold.

In 28 Ländern hatten an dieser Studie 1234 Patienten mit schubförmiger MS und leichten bis mittelschweren Behinderungen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren teilgenommen. Nach dem Losverfahren erhielten diese Freiwilligen entweder BG-12 oder ein Scheinmedikament. Nach zwei Jahren hatten Patienten, die BG-12 zweimal täglich einnahmen, 49 Prozent weniger Schübe erlitten, und bei dreimaliger Einnahme der Arznei 50 Prozent weniger als mit dem Scheinmedikament. Die Auswertung zeigte auch einen erheblichen Unterschied beim Anteil der Patienten, bei denen ein Schub beobachtet worden war: Unter BG-12 waren es neun Prozent gewesen, mit dem Scheinmedikament dagegen 15 Prozent.

Nebenwirkungen mild und vorübergehend

Zwar hatten etwa 95 Prozent der Teilnehmer Nebenwirkungen bemerkt, die waren jedoch mit der Studienarznei ähnlich häufig wie dem Scheinmedikament aufgetreten. Im gesamten Studienzeitraum war es weder zu medikamentenbezogenen Todesfällen oder Krebserkrankungen gekommen, noch wurden …