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	<title>DZKF WEBLOG</title>
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	<description>Deutsche Zeitschrift für Klinische Forschung &#124; Der Weblog mit News, Meinungen und Kommentaren</description>
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		<item>
		<title>Strengeres kardiovaskul&#228;res Monitoring bei Ersteinnahme von Fingolimod</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2012/01/31/strengeres-kardiovaskulaeres-monitoring-bei-ersteinnahme-von-fingolimod/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 06:12:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Woanders gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Fingolimod]]></category>
		<category><![CDATA[kardiovaskulär]]></category>
		<category><![CDATA[Multiple Sklerose]]></category>

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		<description><![CDATA[<h4>Todesfall in USA macht Reviewprozess notwendig</h4>
<em>M&#252;nchen, 30.01.2012</em> –<strong> Das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) und der &#196;rztliche Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG) weisen darauf hin, Multiple Sklerose Patienten ab sofort vor, w&#228;hrend und nach der Neueinstellung auf Fingolimod einer engmaschigen kardiovaskul&#228;ren &#220;berwachung zu unterziehen. Nachdem in den USA eine Patientin in weniger als 24 Stunden nach der Ersteinnahme von Fingolimod aus bislang unbekannter Ursache verstarb, hat die Europ&#228;ische Arzneimittel Agentur (EMA) einen Reviewprozess eingeleitet. Die Ergebnisse werden f&#252;r M&#228;rz 2012 erwartet.
Die Herstellerfirma hat heute einen entsprechenden Rote-Hand-Brief ver&#246;ffentlicht.</strong>

<strong>Bis die abschlie&#223;enden EMA-Empfehlungen</strong> vorliegen, sollten aus Sicht des KKNMS und des &#196;rztlichen Beirats der DMSG bei Neueinstellung auf Fingolimod folgende Ma&#223;nahmen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Todesfall in USA macht Reviewprozess notwendig</h4>
<p><em>M&#252;nchen, 30.01.2012</em> –<strong> Das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) und der &#196;rztliche Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG) weisen darauf hin, Multiple Sklerose Patienten ab sofort vor, w&#228;hrend und nach der Neueinstellung auf Fingolimod einer engmaschigen kardiovaskul&#228;ren &#220;berwachung zu unterziehen. Nachdem in den USA eine Patientin in weniger als 24 Stunden nach der Ersteinnahme von Fingolimod aus bislang unbekannter Ursache verstarb, hat die Europ&#228;ische Arzneimittel Agentur (EMA) einen Reviewprozess eingeleitet. Die Ergebnisse werden f&#252;r M&#228;rz 2012 erwartet.<br />
Die Herstellerfirma hat heute einen entsprechenden Rote-Hand-Brief ver&#246;ffentlicht.</strong></p>
<p><strong>Bis die abschlie&#223;enden EMA-Empfehlungen</strong> vorliegen, sollten aus Sicht des KKNMS und des &#196;rztlichen Beirats der DMSG bei Neueinstellung auf Fingolimod folgende Ma&#223;nahmen getroffen werden:</p>
<ul>
<li>- Erstellen eines 12-Kanal-EKG und dessen Auswertung durch einen erfahrenen Arzt unmittelbar vor Ersteinnahme von Fingolimod (nicht &#228;lter als eine Woche).</li>
<li>- Kontinuierliche EKG-&#220;berwachung mit rasch verf&#252;gbarer Reanimationsm&#246;glichkeit w&#228;hrend der ersten sechs Stunden nach Verabreichung des Medikaments und anschlie&#223;ende Auswertung.</li>
<li>- Erneutes 12-Kanal-EKG nach Ende der sechsst&#252;ndigen &#220;berwachungsphase.</li>
<p>Zus&#228;tzlich sollte st&#252;ndlich Blutdruck und Herzfrequenz kontrolliert werden.</p>
<p><strong>Gegebenenfalls l&#228;ngere Monitoringphase notwendig</strong><br />
<strong>Zeigt sich nach sechs Stunden</strong>, dass die Herzfrequenz unter 40 Schl&#228;ge pro Minute bzw. um mehr als 20 Schl&#228;ge pro Minute unter dem Ausgangswert liegt, m&#252;ssen Patienten l&#228;nger &#252;berwacht werden. Das gilt auch f&#252;r neu aufgetretenen AV-Block 2. Grades, Typ Mobitz 1 (Wenckebach).</p>
<p><strong>Tritt w&#228;hrend der &#220;berwachungsphase</strong> eine symptomatische Bradykardie, ein AV-Block 2. Grades (Typ Mobitz 2) oder ein AV-Block 3. Grades auf, verl&#228;ngert sich die Kontrolle der Patienten solange, bis alle Auff&#228;lligkeiten zur&#252;ckgebildet sind.</p>
<p><strong>Wird Fingolimod f&#252;r</strong> mehr als zwei Wochen abgesetzt, gelten die gleichen Ma&#223;nahmen wie bei Erstmedikamentation.</p>
<p><strong>Neurologische Praxen</strong>, die eine kontinuierliche EKG-Kontrolle logistisch nicht leisten k&#246;nnen, sollten ihre MS-Patienten zur Einstellung auf Fingolimod an eine Einrichtung – idealerweise eine neurologische Klinik – mit entsprechenden &#220;berwachungsm&#246;glichkeiten &#252;berweisen oder mit einem Kardiologen/Internisten in ihrer N&#228;he kooperieren. </p>
<p><strong>KKNMS f&#252;r gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Sicherheit in der Praxis</strong></p>
<p><strong>Bereits in seinem</strong> im August 2011 ver&#246;ffentlichten Qualit&#228;tshandbuch zu Fingolimod hatte das KKNMS eine EKG-Untersuchung vor Ersteinnahme der Kapsel empfohlen. Alle im Handbuch beschriebenen Empfehlungen sind Konsens der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Neurologie (DGN), des Berufsverbands Deutscher Neurologen (BDN) und des &#196;rztlichen Beirats der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG).</p>
<p><strong>Das Qualit&#228;tshandbuch</strong> und der dazugeh&#246;rige Patientenaufkl&#228;rungsbogen stehen ab sofort aktualisiert auf den Webseiten des KKNMS zum Download zur Verf&#252;gung.</p>
<blockquote><p><strong>&#220;ber Fingolimod</strong></p>
<h4>FINGOLIMOD: IN DER EU NUR BEI HOHER KRANKHEITSAKTIVIT&#196;T ZUGELASSEN</h4>
<p>Fingolimod ist seit M&#228;rz 2011 zur Eskalationstherapie der schubf&#246;rmig verlaufenden Multiplen Sklerose unter dem Handelsnamen Gilenya® in der EU zugelassen. Das oral einzunehmende Medikament sorgt daf&#252;r, dass Entz&#252;ndungszellen am Auswandern aus den Lymphknoten gehindert werden und es damit zu einer Umverteilung von Lymphozyten aus dem Blut in die lymphatischen Organe kommt. Die Ersteinnahme von Fingolimod ist mit einer Abnahme der Herzfrequenz verkn&#252;pft, die nach etwa vier bis f&#252;nf Stunden ihren Tiefpunkt erreicht.</p></blockquote>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong><br />
http://www.kompetenznetz-multiplesklerose.de/de/eskalationstherapie/fty &#8211; Link zum Download des Qualit&#228;tshandbuchs</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gest&#246;rter Lipidhaushalt in Mitochondrien kann Kardiomyopathie verursachen</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2012/01/28/gestoerter-lipidhaushalt-in-mitochondrien-kann-kardiomyopathie-verursachen/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 22:37:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurznachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kardiomyopathie]]></category>
		<category><![CDATA[Lipid]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/dr-prokisch.jpg" rel="lightbox[pics3322]" title=" Dr. Holger Prokisch, Institut f&#252;r Humangenetik des Helmholtz Zentrums M&#252;nchen und der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/dr-prokisch.thumbnail.jpg" alt=" Dr. Holger Prokisch, Institut f&#252;r Humangenetik des Helmholtz Zentrums M&#252;nchen und der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen" width="255" height="200" class="attachment wp-att-3324" /></a><div class="imagecaption"> Dr. Holger Prokisch, Institut f&#252;r Humangenetik des Helmholtz Zentrums M&#252;nchen und der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen</div></div><em>Helmholtz Zentrum M&#252;nchen. Neuherberg, 27.01.12. </em>St&#246;rungen im Lipidhaushalt der Mitochondrien* und die damit verbundene funktionelle Beeintr&#228;chtigung der mitochondrialen Membranproteine sind m&#246;gliche Ursachen von Kardiomyopathien*. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums M&#252;nchen und der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen, die aktuell im Fachjournal The American Journal of Human Genetics publiziert wurden und unterstreicht damit die Bedeutung von Lipidmembranen f&#252;r den Energiestoffwechsel.
St&#246;rungen im Fettstoffwechsel und der Lipidmembranen von Mitochondrien* beeintr&#228;chtigen ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/dr-prokisch.jpg" rel="lightbox[pics3322]" title=" Dr. Holger Prokisch, Institut f&#252;r Humangenetik des Helmholtz Zentrums M&#252;nchen und der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/dr-prokisch.thumbnail.jpg" alt=" Dr. Holger Prokisch, Institut f&#252;r Humangenetik des Helmholtz Zentrums M&#252;nchen und der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen" width="255" height="200" class="attachment wp-att-3324" /></a>
<div class="imagecaption"> Dr. Holger Prokisch, Institut f&#252;r Humangenetik des Helmholtz Zentrums M&#252;nchen und der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen</div>
</div>
<p><em>Helmholtz Zentrum M&#252;nchen. Neuherberg, 27.01.12. </em>St&#246;rungen im Lipidhaushalt der Mitochondrien* und die damit verbundene funktionelle Beeintr&#228;chtigung der mitochondrialen Membranproteine sind m&#246;gliche Ursachen von Kardiomyopathien*. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums M&#252;nchen und der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen, die aktuell im Fachjournal The American Journal of Human Genetics publiziert wurden und unterstreicht damit die Bedeutung von Lipidmembranen f&#252;r den Energiestoffwechsel.<br />
St&#246;rungen im Fettstoffwechsel und der Lipidmembranen von Mitochondrien* beeintr&#228;chtigen die zellul&#228;re Energiegewinnung und k&#246;nnen zu Kardiomyopathien* f&#252;hren. Das hat Dr. Holger Prokisch vom Helmholtz Zentrum M&#252;nchen und der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen in enger Zusammenarbeit mit Dr. Hans Mayr vom Universit&#228;tsklinikum Salzburg bei der Untersuchung der Genetik des Sengers-Syndroms* herausgefunden. Die Wissenschaftler hatten alle 20.000 Gene eines Sengers-Patienten der Universit&#228;t Freiburg sequenziert, um die genetische Ursache der Erkrankung zu entschl&#252;sseln.</p>
<p>„Unsere Arbeit beschreibt nicht nur eine genetische Ursache des Sengers-Syndroms, sie betont zudem die Wichtigkeit des Lipidstoffwechsels: St&#246;rungen haben gravierende Auswirkungen auf das Mitochondrium und die gesamte Zelle“, so Prokisch. Die Wissenschaftler werden nun die Lipidkomponenten und deren Dynamik in biologischen Membranen genauer bestimmen, um ihre Bedeutung im Energiestoffwechsel besser zu verstehen. Daraus k&#246;nnten sich Zusammenh&#228;nge mit weiteren menschlichen Erkrankungen und Ansatzpunkte f&#252;r neue Therapien ergeben.</p>
<p>Weitere Informationen</p>
<p>Hintergrund<br />
* Mitochondrien: Zellorganelle, die der Energiegewinnung in der Zelle dienen. Diese erfolgt an der inneren der beiden mitochondrialen Lipidmembranen.</p>
<p>* Kardiomyopathien: Erkrankungen des Herzmuskels.</p>
<p>* Sengers Syndrom: autosomal rezessiv vererbte Erkrankung, die sich durch kongenitalen Katarakt, hypertrophische Kardiomyopathie, mitochondriale Myopathie und Laktatazidose auszeichnet, meist ohne Beteiligung des zentralen Nervensystems. Weltweit sind etwa 50 F&#228;lle dokumentiert.</p>
<p>Original-Publikation:<br />
Mayr, J.A. et al. (2012). Lack of the mitochondrial protein acylglycerol kinase causes Sengers syndrome, American Journal of Human Genetics, Online ahead of print<br />
Link zur Fachpublikation: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0002929711005404</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wirkung einer Vitamin D-Gabe nur bei bestimmten Personengruppen und Patienten gesichert</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2012/01/28/wirkung-einer-vitamin-d-gabe-nur-bei-bestimmten-personengruppen-und-patienten-gesichert/</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 22:10:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Woanders gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Endokrinologie]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin D]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Altdorf –</em> <strong>Ein positiver Effekt einer Vitamin D-Gabe ist heute nur in bestimmten F&#228;llen gesichert: Zur Vorbeugung von Rachitis bei S&#228;uglingen, f&#252;r Menschen mit einer die Knochen erweichenden Osteomalazie, bei chronischer Niereninsuffizienz, Nebenschilddr&#252;senschw&#228;che und zur Vorbeugung bei &#228;lteren Menschen, die Osteoporose- und sturzgef&#228;hrdet sind – insbesondere bei Heimbewohnern. Zusammen mit Kalzium geh&#246;rt Vitamin D zudem zur Basistherapie von Osteoporose.</strong>

<strong>Darauf weist die Deutsche Gesellschaft f&#252;r Endokrinologie</strong> (DGE) jetzt erneut hin, und bezieht sich damit auf neuere Publikationen und eine aktuelle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Ern&#228;hrung, die diese Auffassung unterst&#252;tzen. F&#252;r Krankheitsbilder wie Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes, Multiple Sklerose, Immun- und Infektionskrankheiten liegen dagegen nicht gen&#252;gend valide Daten aus gro&#223;en Interventionsstudien zur Vitamin D-Gabe vor. Somit entbehrt diese hier einer evidenzbasierten Grundlage, so ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Altdorf –</em> <strong>Ein positiver Effekt einer Vitamin D-Gabe ist heute nur in bestimmten F&#228;llen gesichert: Zur Vorbeugung von Rachitis bei S&#228;uglingen, f&#252;r Menschen mit einer die Knochen erweichenden Osteomalazie, bei chronischer Niereninsuffizienz, Nebenschilddr&#252;senschw&#228;che und zur Vorbeugung bei &#228;lteren Menschen, die Osteoporose- und sturzgef&#228;hrdet sind – insbesondere bei Heimbewohnern. Zusammen mit Kalzium geh&#246;rt Vitamin D zudem zur Basistherapie von Osteoporose.</strong></p>
<p><strong>Darauf weist die Deutsche Gesellschaft f&#252;r Endokrinologie</strong> (DGE) jetzt erneut hin, und bezieht sich damit auf neuere Publikationen und eine aktuelle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Ern&#228;hrung, die diese Auffassung unterst&#252;tzen. F&#252;r Krankheitsbilder wie Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes, Multiple Sklerose, Immun- und Infektionskrankheiten liegen dagegen nicht gen&#252;gend valide Daten aus gro&#223;en Interventionsstudien zur Vitamin D-Gabe vor. Somit entbehrt diese hier einer evidenzbasierten Grundlage, so der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Endokrinologie, Professor Dr. med. Helmut Schatz aus Bochum. Bereits im Februar 2010 hatte die Fachgesellschaft in einer Pressemitteilung zu einem &#0187;bewussten Umgang mit Vitamin D-Pr&#228;paraten&#0171; geraten.</p>
<p><strong>Vitamin D bildet der K&#246;rper</strong> unter Einfluss von Sonnenlicht zum &#252;berwiegenden Teil selbst, ein kleinerer Teil stammt aus der Nahrung. Anschlie&#223;end wandeln Leber und Niere es in zwei Schritten zum aktiven Vitamin D3-Hormon, dem &#0187;Calcitriol&#0171; um. Ob ein Mensch ausreichend mit Vitamin D versorgt ist, beurteilen Endokrinologen durch Messung des 25(OH)-Vitamin D, des Calcidiols. International gilt ein Spiegel von &#252;ber 30 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) als optimal, 20 bis 29 ng/ml werden als ausreichend angesehen. Bei 10 bis 19 ng/ml spricht man von einer „Insuffizienz“ und unter 10 ng/ml von einer &#0187;Defizienz&#0171;, einem schweren Mangel. Verschiedene Experten und Gremien bef&#252;rworten auch h&#246;here Werte: Die amerikanische Endocrine Society bezeichnet Werte unter 20 ng/ml bereits als &#0187;deficiency&#0171; (1).</p>
<p>&#0187;<strong>&#220;ber die klinische Bedeutung</strong> eines alleinigen, als insuffizient oder auch ausreichend eingestuften Vitamin D-Wertes – ohne zus&#228;tzliche Risikofaktoren zum Beispiel f&#252;r eine Osteoporose – wird heftig diskutiert&#0171;, betont Professor Schatz. Die 25(OH)-Vitamin D-Messwerte w&#252;rden zwar immer noch von der Bestimmungsmethodik abh&#228;ngen, heute stimmen aber die verschiedenen Messverfahren vergleichsweise gut &#252;berein. Im mittleren Referenzbereich seien jedoch die Abweichungen vielfach noch betr&#228;chtlich (2). Eine Bestimmung des 25(OH)-Vitamin D koste in Gro&#223;britannien ungef&#228;hr 20 britische Pfund, in Deutschland sind es 18,40 Euro. Nach einem Kommentar in der Zeitschrift LANCET (3) vom 14. Januar 2012 seien generelle Vitamin D-Bestimmungen &#0187;costly, confusing, and without credibility&#0171; (3).</p>
<p><strong>Zur Frage einer &#252;ber</strong> die muskuloskeletale Wirkung hinausgehenden, &#0187;pleiotropen&#0171; Wirksamkeit von Vitamin D verweist dieser Kommentar im LANCET (3) unter anderem auf eine Publikation in der amerikanischen Zeitschrift JAMA (4). Danach liege keine Evidenz f&#252;r ein vermindertes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes durch Vitamin D vor. Eine Metaanalyse vom Dezember 2011 ergab keine einheitlichen, robusten Daten f&#252;r eine vor Krebs sch&#252;tzenden Wirkung von Vitamin D (5). &#0187;In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie an &#252;ber 5000 &#228;lteren Personen bewirkten 800 Einheiten Vitamin D pro Tag keinen Schutz vor Herz-Gef&#228;&#223;tod, Krebserkrankung oder Krebstod (6).&#0171; Eine Cochrane-Analyse von 2011 ergab keinen Effekt von Vitamin D auf einen Herz-Kreislauf-Tod, die Krebssterblichkeit nahm darin insgesamt nicht signifikant ab. Hingegen errechneten die Forscher hier eine signifikante Zunahme einer Hyperkalz&#228;mie, also von erh&#246;hten Kalziumspiegeln (7).</p>
<p><strong>Zurzeit laufen zwei gro&#223;e Studien</strong> zur Wirksamkeit einer Vitamin D-Zufuhr an, geplant an je 20 000 Personen in den USA und in Gro&#223;britannien: In der amerikanischen VITAL-Studie werden t&#228;glich 2000 Einheiten Vitamin D gegeben, in der britischen VIDAL-Studie monatlich 100 000 Einheiten, was 3200 E/Tag entspricht. Ergebnisse sind fr&#252;hestens 2016 zu erwarten. Die Deutsche Gesellschaft f&#252;r Ern&#228;hrung hat in ihrer Stellungnahme zu &#0187;Vitamin D und Pr&#228;vention ausgew&#228;hlter chronischer Krankheiten&#0171; den derzeitigen Stand der Evidenzen aus den bisher vorliegenden Studien f&#252;r oder gegen eine Wirksamkeit &#252;bersichtlich in Tabelle 5.1 aufgelistet (8).</p>
<p><strong>Zusammenfassend betont Professor Schatz</strong>, dass Vitamin D eine Hormon-Vorstufe darstellt, wof&#252;r derzeit wichtige medizinische Indikationen gesichert sind. &#0187;Bevor man aber Vitamin D ohne ausreichende Evidenzen aus Interventionsstudien zur Vorbeugung von Erkrankungen au&#223;erhalb des muskuloskeletalen Bereichs breit bei gro&#223;en Bev&#246;lkerungsgruppen einsetzt, bleibt abzuwarten, ob sich die zahlreichen Hinweise aus Assoziations-, Observations- und epidemiologischen Studien sowie kleineren randomisierten, prospektiven Untersuchungsreihen best&#228;tigen werden oder nicht&#0171;, so der Endokrinologe. Gleiches gelte f&#252;r Reihenuntersuchungen in der Bev&#246;lkerung auf den 25(OH)Vitamin D-Spiegel. Diese Screenings sollten laut DGE derzeit nur gezielt bei bestimmten Altersgruppen und Risikopopulationen vorgenommen werden.</p>
<p><strong>Literatur:</strong><br />
1. Holick MF et al, J Clin Endocrinol Metabol, published online June 6, 2011<br />
2. Binkley N et al, Clin Chim Acta 2010, 411: 1976–1982<br />
3. Sattar N et al: Lancet 2012, 379: 95–96<br />
4. Shapes SA et al, JAMA 2011,305: 2565–2566<br />
5. Mei Chung et al, Ann Intern Med 2011, 155:827–838<br />
6. Avenell A et al, J Clin Endocrinol Metabol 2011, DOI:10.1210jc.2011–1309<br />
7. Bjelakovic G et al, The Cochrane Library 2011, Issue 7<br />
8. Linseisen et al, http://www.dge.de/pdf/ws/DGE-Stellungnahme-VitD-111220.pdf</p>
<p><strong>Endokrinologie ist die Lehre</strong> von den Hormonen, Stoffwechsel und den Erkrankungen auf diesem Gebiet. Hormone werden von endokrinen Dr&#252;sen, zum Beispiel Schilddr&#252;se oder Hirnanhangdr&#252;se, aber auch bestimmten Zellen in Hoden und Eierst&#246;cken, &#0187;endokrin&#0171; ausgesch&#252;ttet, das hei&#223;t nach &#0187;innen&#0171; in das Blut abgegeben. Im Unterschied dazu geben &#0187;exokrine&#0171; Dr&#252;sen, wie Speichel- oder Schwei&#223;dr&#252;sen, ihre Sekrete nach &#0187;au&#223;en&#0171; ab.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Stresshormon wirkt deutlich schneller als erwartet</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2012/01/24/stresshormon-wirkt-deutlich-schneller-als-erwartet/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 16:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurznachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Cortisol]]></category>
		<category><![CDATA[Stressfasern]]></category>
		<category><![CDATA[Thalamus]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/SCHAECHINGER_klein.jpg" rel="lightbox[pics3317]" title="Prof. Dr. Hartmut Sch&#228;chinger Foto: Uni Trier"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/SCHAECHINGER_klein.thumbnail.jpg" alt="Professor Sch&#228;chinger" width="255" height="340" class="attachment wp-att-3318" /></a><div class="imagecaption">Prof. Dr. Hartmut Sch&#228;chinger Foto: Uni Trier</div></div><h4>Psychobiologen der Universit&#228;t Trier entdecken Wirkung von Kortisol auf Thalamus</h4>
<strong>Stress k&#246;nnte sich beim Menschen weitaus umfassender auf die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung auswirken als bisher angenommen. Forschern am Fachbereich I der Universit&#228;t Trier unter der Federf&#252;hrung des Psychobiologen Prof. Dr. Hartmut Sch&#228;chinger ist in Zusammenarbeit mit dem Br&#252;derkrankenhaus Trier erstmals der Nachweis einer raschen Wirkung des Stresshormons Kortisol auf den Thalamus gelungen. Damit w&#252;rde Kortisol beim Menschen die thalamische Informationsverarbeitung von Stressereignissen nahezu unmittelbar beeinflussen und nicht - wie bisher angenommen - fr&#252;hestens nach 20 Minuten.</strong> 

<strong>Forschern am Fachbereich I</strong> der Universit&#228;t Trier gelingt in Zusammenarbeit mit dem Br&#252;derkrankenhaus Trier erstmals der Nachweis einer raschen Wirkung des Stresshormons Kortisol auf den Thalamus. Diese Gehirnstruktur ist f&#252;r viele kognitive Prozesse &#228;u&#223;erst wichtig, u.a. f&#252;r]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/SCHAECHINGER_klein.jpg" rel="lightbox[pics3317]" title="Prof. Dr. Hartmut Sch&#228;chinger Foto: Uni Trier"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/SCHAECHINGER_klein.thumbnail.jpg" alt="Professor Sch&#228;chinger" width="255" height="340" class="attachment wp-att-3318" /></a>
<div class="imagecaption">Prof. Dr. Hartmut Sch&#228;chinger Foto: Uni Trier</div>
</div>
<h4>Psychobiologen der Universit&#228;t Trier entdecken Wirkung von Kortisol auf Thalamus</h4>
<p><strong>Stress k&#246;nnte sich beim Menschen weitaus umfassender auf die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung auswirken als bisher angenommen. Forschern am Fachbereich I der Universit&#228;t Trier unter der Federf&#252;hrung des Psychobiologen Prof. Dr. Hartmut Sch&#228;chinger ist in Zusammenarbeit mit dem Br&#252;derkrankenhaus Trier erstmals der Nachweis einer raschen Wirkung des Stresshormons Kortisol auf den Thalamus gelungen. Damit w&#252;rde Kortisol beim Menschen die thalamische Informationsverarbeitung von Stressereignissen nahezu unmittelbar beeinflussen und nicht &#8211; wie bisher angenommen &#8211; fr&#252;hestens nach 20 Minuten.</strong> </p>
<p><strong>Forschern am Fachbereich I</strong> der Universit&#228;t Trier gelingt in Zusammenarbeit mit dem Br&#252;derkrankenhaus Trier erstmals der Nachweis einer raschen Wirkung des Stresshormons Kortisol auf den Thalamus. Diese Gehirnstruktur ist f&#252;r viele kognitive Prozesse &#228;u&#223;erst wichtig, u.a. f&#252;r die Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung. Dieser Befund wurde in der neuesten Ausgabe des renommierten &#0187;Journal of Neuroscience&#0171; publiziert. Erstautor dieser Publikation ist ein Doktorand des DFG-gef&#246;rderten Internationalen Graduiertenkollegs „Psychoneuroendokrinologie des Stresses“.</p>
<p><strong>Stress ist ein</strong> psychobiologisches Ph&#228;nomen. W&#228;hrend Stress kommt es zu physiologischen und kognitiven Reaktionen. Mit diesen soll eine aus phylogenetischer Perspektive vorteilhafte Anpassung des Individuums an das Stress ausl&#246;sende Ereignis beg&#252;nstigt werden. Zwar wird im Rahmen einer Stressreaktion Kortisol schon innerhalb von Minuten in den Blutkreislauf freigesetzt. Bisher wurde jedoch vermutet, dass Kortisol nur relativ langsam im Gehirn wirken kann. Grund f&#252;r diese Vermutung liefern Untersuchungen, die belegen, dass die durch Kortisol ausgel&#246;sten molekularbiologischen Prozesse fr&#252;hestens nach 20 Minuten zu spezifischen Funktions&#228;nderungen der Zellen f&#252;hren k&#246;nnen. Damit w&#228;re ein Einfluss des Stresshormons Kortisol auf die unmittelbare kognitive Verarbeitung des Stress ausl&#246;senden Ereignisses ausgeschlossen. </p>
<p><strong>Mit dem jetzt publizierten</strong> interdisziplin&#228;ren Forschungsprojekt konnte jedoch in mehreren unabh&#228;ngigen Experimenten gezeigt werden, dass Kortisol innerhalb weniger Minuten Funktions&#228;nderungen im Thalamus hervorruft. Der Thalamus ist eine sehr wichtige Gehirnstruktur, die bei der Verarbeitung fast aller Wahrnehmungen eine Rolle spielt. Zudem ist der Thalamus an der Regulation von Wachheit und Aufmerksamkeit beteiligt. Die Forschungsergebnisse zeigen daher, dass das im Rahmen einer Stresssituation ausgesch&#252;ttete Hormon Kortisol sehr wohl einen Einfluss auf die kognitive Verarbeitung des Stress ausl&#246;senden Ereignisses aus&#252;ben k&#246;nnte. </p>
<p><strong>Orginalpublikation: </strong><br />
F Strelzyk, M Hermes, E Naumann, M Oitzl, C Walter, HP Busch, S Richter, and H Sch&#228;chinger: Tune It Down to Live It Up? Rapid, Nongenomic Effects of Cortisol on the Human Brain. Journal of Neuroscience 2012; 32: 616–625.</p>]]></content:encoded>
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		<title>HPV-Test: Hinweise auf Nutzen im Prim&#228;rscreening</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2012/01/24/hpv-test-hinweise-auf-nutzen-im-primaerscreening/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 06:51:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gebärmutterhalskrebs]]></category>
		<category><![CDATA[HPV]]></category>
		<category><![CDATA[Test]]></category>

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		<description><![CDATA[<h4>Institut f&#252;r Qualit&#228;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)</h4>

<strong>Vorstufen von Geb&#228;rmutterhalskrebs k&#246;nnen fr&#252;her erkannt und behandelt werden/Gefahr der &#220;bertherapie</strong>
Die derzeit verf&#252;gbaren Studien liefern Hinweise und einen Anhaltspunkt daf&#252;r, dass mit Hilfe eines Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) Vorstufen des Geb&#228;rmutterhals-krebses fr&#252;her erkannt und behandelt werden k&#246;nnen und Tumore in der Folge seltener auftreten. Dabei kann der HPV-Test allein oder zus&#228;tzlich zu einem sogenannten Pap-Test eingesetzt werden. Allerdings besteht bei beiden Verfahren der Fr&#252;herkennung auch die Gefahr eines Schadens in Form unn&#246;tiger Folgebehandlungen (&#220;bertherapie). Zu diesem Ergebnis kommt der am 24. Januar 2012 publizierte Abschlussbericht des Instituts f&#252;r Qualit&#228;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Institut f&#252;r Qualit&#228;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)</h4>
<p><strong>Vorstufen von Geb&#228;rmutterhalskrebs k&#246;nnen fr&#252;her erkannt und behandelt werden / Gefahr der &#220;bertherapie<br />
Die derzeit verf&#252;gbaren Studien liefern Hinweise und einen Anhaltspunkt daf&#252;r, dass mit Hilfe eines Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) Vorstufen des Geb&#228;rmutterhals-krebses fr&#252;her erkannt und behandelt werden k&#246;nnen und Tumore in der Folge seltener auftreten. Dabei kann der HPV-Test allein oder zus&#228;tzlich zu einem sogenannten Pap-Test eingesetzt werden. Allerdings besteht bei beiden Verfahren der Fr&#252;herkennung auch die Gefahr eines Schadens in Form unn&#246;tiger Folgebehandlungen (&#220;bertherapie). Zu diesem Ergebnis kommt der am 24. Januar 2012 publizierte Abschlussbericht des Instituts f&#252;r Qualit&#228;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).</strong></p>
<p><strong>HPV-Test ist keine Kassenleistung</strong></p>
<p><strong>Zur Fr&#252;herkennung von Geb&#228;rmutterhalskrebs</strong> bieten die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) derzeit eine j&#228;hrliche (zytologische) Untersuchung der Schleimhautzellen aus einem Abstrich vom Geb&#228;rmutterhals (Zervix), den Pap-Test an. Seit bekannt ist, dass Humane Papillomaviren der Hauptrisikofaktor f&#252;r ein Zervixkarzinom sind, diskutieren Experten dar&#252;ber, ob sich auch ein HPV-Test f&#252;r das Screening eignet oder einem zytologischen Test sogar &#252;berlegen ist. Den HPV-Test zahlt die GKV bislang nur in Ausnahmef&#228;llen, zum Beispiel bei einem unklaren Pap-Befund. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das IQWiG deshalb beauftragt, den Nutzen des HPV-Tests im Prim&#228;rscreening zu bewerten und dabei auch verschiedene Screeningstrategien zu vergleichen.</p>
<p><strong>Weniger Karzinome und ihre Vorstufen sind eigenst&#228;ndige Zielkriterien</strong></p>
<p><strong>Eine Krebsfr&#252;herkennung wird</strong> &#252;blicherweise danach bewertet, ob sie nachweislich dazu beitr&#228;gt krebsbedingte Todesf&#228;lle zu vermeiden. Beim Zervixkarzinom kann ein Kriterium f&#252;r den Nutzen aber auch darin bestehen, dass voll entwickelte (invasive) Tumoren seltener auftreten. Denn &#8211; &#228;hnlich wie beim Darmkrebs &#8211; zielt das Screening hier darauf ab, bereits Zellver&#228;nderungen (Dysplasien) zu entdecken und zu behandeln, aus denen sich ein Krebsgeschw&#252;r entwickeln k&#246;nnte. Denn die Behandlung solcher (fortgeschrittenen) Krebsvorstufen ist f&#252;r die Patientinnen deutlich weniger belastend als die sp&#228;tere Behandlung eines Tumors.</p>
<p><strong>Studien mit insgesamt 235.613 Teilnehmerinnen einbezogen</strong></p>
<p><strong>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler</strong> des IQWiG suchten nach Studien, die die HPV-Diagnostik allein oder in Kombination mit einem zytologiebasierten Verfahren mit einer Strategie verglichen, die ausschlie&#223;lich zytologiebasierte diagnostische Tests im Prim&#228;rscreening einsetzt.</p>
<p><strong>In die Bewertung einbeziehen</strong> konnten sie sechs randomisierte kontrollierte Studien, die in Finnland, Gro&#223;britannien, Italien, den Niederlanden und in Schweden durchgef&#252;hrt worden waren. Insgesamt 235.613 Frauen waren f&#252;r die Studien rekrutiert worden, um sie in wenigstens zwei Screeningrunden im Abstand von mindestens drei Jahren auf Vorstufen des invasiven Zervixkarzinoms zu untersuchen. Alle diese Studien waren jedoch anf&#228;llig f&#252;r Verzerrungen, was die Aussagekraft ihrer Ergebnisse einschr&#228;nkt.</p>
<p><strong>Weniger Krebsdiagnosen in der zweiten Screeningrunde</strong></p>
<p><strong>Bei der Bewertung haben</strong> die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwischen verschiedenen Zielkriterien (Endpunkte) unterschieden. Dabei handelt es sich zum einen um einen sogenannten kombinierten Endpunkt CIN 3+, bei dem invasive Zervixkarzinome und fortgeschrittene Krebsvorstufen (hochgradige zervikale intraepitheliale Dysplasien oder In-situ-Zervixkarzinome, d. h. CIN 3 / CIS) zusammen betrachtet werden. Zudem wurden der Endpunkt &#0187;invasives Zervixkarzinom&#0171; &#8211; also das Auftreten nicht nur einer Krebsvorstufe, sondern eines Tumors &#8211; und der Endpunkt &#0187;CIN 3 / CIS&#0171; zurate gezogen.</p>
<p><strong>Bei den beiden Endpunkten</strong> &#0187;CIN 3+&#0171; und &#0187;invasives Zervixkarzinom&#0171; war die Zahl der Diagnosen in der zweiten Screeningrunde in der HPV-Gruppe niedriger als in der Gruppe der Frauen, die in der ersten Screeningrunde allein mit einem zytologiebasierten Verfahren (z. B. Pap-Test) untersucht worden waren. Das IQWiG sieht deshalb hier jeweils einen Hinweis auf einen Nutzen.</p>
<p><strong>Betrachtet man die</strong> fortgeschrittenen Krebsvorstufen (CIN 3 / CIS) allein, zeigt sich nur ein Anhaltspunkt f&#252;r einen Nutzen. Das liegt vor allem an einer relativ gro&#223;en Studie, in der es keinen Unterschied zwischen der HPV- und der Vergleichsgruppe gab. Die Kategorie &#0187;Anhaltspunkt&#0171; dr&#252;ckt aus, dass bestimmte Mindestanforderungen an die Studien zwar erf&#252;llt sind, Aussagen zu Nutzen oder Schaden aber dennoch nur mit niedriger Sicherheit m&#246;glich sind.</p>
<p><strong>Keine verwertbaren Daten zu &#220;berleben und Lebensqualit&#228;t</strong></p>
<p><strong>Aussagen zum Gesamt&#252;berleben</strong>, zu der durch den Geb&#228;rmutterhalskrebs bedingten Sterblichkeit oder zur Lebensqualit&#228;t sind nicht m&#246;glich, da zu diesen Kriterien in den Studien keine beziehungsweise keine verwertbaren Daten erhoben wurden.</p>
<p><strong>Auch f&#252;r einen m&#246;glichen</strong> Schaden gibt es keine verwertbaren Daten. Beispielsweise k&#246;nnen unn&#246;tige diagnostische Ma&#223;nahmen (z.B. die Entnahme von Gewebeproben) infolge falsch positiver Test-Ergebnisse, den Patientinnen schaden. Zudem kann die Diagnose allein psychisch belastend sein, indem sie &#196;ngste oder Schuldgef&#252;hle ausl&#246;st.</p>
<p><strong>Schaden kann schlie&#223;lich</strong> auch entstehen durch &#220;bertherapie: Es f&#228;llt auf, dass in den eingeschlossenen Studien bereits mittelgradige (CIN 2), zum Teil auch schon niedriggradige Vorstufen behandelt wurden, die sich in den meisten F&#228;llen von allein zur&#252;ckbilden und nur selten zu Karzinomen weiterentwickeln. Wie h&#228;ufig bei HPV- und/oder Pap-Test unn&#246;tig behandelt wird, l&#228;sst sich anhand dieser Studien jedoch nicht ermessen.</p>
<p><strong>Keine Empfehlung f&#252;r bestimmte Screeningstrategie m&#246;glich</strong></p>
<p><strong>Die komplexen Screeningstrategien</strong>, die in den Studien eingesetzt wurden, waren sehr unterschiedlich und deshalb untereinander kaum vergleichbar. Das gilt f&#252;r das Alter der Teilnehmerinnen und den zeitlichen Abstand der Untersuchungen ebenso wie f&#252;r die Frage, in welcher Reihenfolge oder Kombination HPV- und Zytologie-Test eingesetzt und wie nach bestimmten Befunden weiter vorgegangen werden soll.</p>
<p><strong>Die Studienergebnisse lassen</strong> daher keine Empfehlung f&#252;r eine bestimmte Screeningstrategie im deutschen Gesundheitssystem zu. Zu den wenigen Gemeinsamkeiten der Studien geh&#246;rt, dass das Screeningintervall mindestens drei Jahre betrug und das Screening in einem populationsweit organisierten und qualit&#228;tsgesicherten Kontext stattfand.</p>
<p><strong>Zum Ablauf der Berichtserstellung</strong></p>
<p><strong>Die vorl&#228;ufigen Ergebnisse</strong>, den sogenannten Vorbericht, hatte das IQWiG im Juni 2011 ver&#246;ffentlicht und zur Diskussion gestellt. Nach dem Ende des Stellungnahmeverfahrens wurde der Vorbericht &#252;berarbeitet und als Abschlussbericht im November 2011 an den Auftraggeber versandt. Die schriftlichen Stellungnahmen werden in einem eigenen Dokument zeitgleich mit dem Abschlussbericht publiziert. Der Bericht wurde gemeinsam mit externen Sachverst&#228;ndigen erstellt.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Grundlage f&#252;r neue Entz&#252;ndungshemmer</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2012/01/23/grundlage-fuer-neue-entzuendungshemmer/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 15:15:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurznachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[genom]]></category>
		<category><![CDATA[Hemmer]]></category>
		<category><![CDATA[Proteinkinase]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/kineasehemmer.jpg" rel="lightbox[pics3307]" title="Der Proteinkinase-Hemmer Skepinone-L hemmt die p38 MAP-Kinase (links) und wirkt damit selektiv (rechts). Abbildungen: Prof. Thilo Stehle"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/kineasehemmer.thumbnail.jpg" alt="Der Proteinkinase-Hemmer Skepinone-L hemmt die p38 MAP-Kinase" width="255" height="121" class="attachment wp-att-3308" /></a><div class="imagecaption">Der Proteinkinase-Hemmer Skepinone-L hemmt die p38 MAP-Kinase (links) und wirkt damit selektiv (rechts). Abbildungen: Prof. Thilo Stehle</div></div>
<strong>Insgesamt 518 Proteinkinasen sorgen in K&#246;rperzellen f&#252;r die Signal&#252;bertragung und sind auch f&#252;r Krankheiten verantwortlich. T&#252;binger Wissen-schaftler haben einen Wirkstoff entwickelt, mit dem sich eine einzelne Proteinkinase mit sehr hoher Selektiv&#228;t hemmen l&#228;sst.</strong>

<strong>Proteinkinasen sind hoffnungsvolle Ansatzpunkte</strong> (drug targets) f&#252;r neue Arzneistoffe des 21. Jahrhunderts: Das menschliche Genom enth&#228;lt insgesamt 518 dieser Enzyme, die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/kineasehemmer.jpg" rel="lightbox[pics3307]" title="Der Proteinkinase-Hemmer Skepinone-L hemmt die p38 MAP-Kinase (links) und wirkt damit selektiv (rechts). Abbildungen: Prof. Thilo Stehle"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/kineasehemmer.thumbnail.jpg" alt="Der Proteinkinase-Hemmer Skepinone-L hemmt die p38 MAP-Kinase" width="255" height="121" class="attachment wp-att-3308" /></a>
<div class="imagecaption">Der Proteinkinase-Hemmer Skepinone-L hemmt die p38 MAP-Kinase (links) und wirkt damit selektiv (rechts). Abbildungen: Prof. Thilo Stehle</div>
</div>
<p><strong>Insgesamt 518 Proteinkinasen sorgen in K&#246;rperzellen f&#252;r die Signal&#252;bertragung und sind auch f&#252;r Krankheiten verantwortlich. T&#252;binger Wissen-schaftler haben einen Wirkstoff entwickelt, mit dem sich eine einzelne Proteinkinase mit sehr hoher Selektiv&#228;t hemmen l&#228;sst.</strong></p>
<p><strong>Proteinkinasen sind hoffnungsvolle Ansatzpunkte</strong> (drug targets) f&#252;r neue Arzneistoffe des 21. Jahrhunderts: Das menschliche Genom enth&#228;lt insgesamt 518 dieser Enzyme, die in K&#246;rperzellen f&#252;r die &#220;bertragung von Signalen verantwortlich sind. Mindestens 244 davon spielen auch bei Erkrankungen eine Rolle. Ist eine Proteinkinase fehlreguliert, tr&#228;gt sie beispielsweise bei Krebserkrankungen zum Wachstum von Tumoren bei oder sorgt bei Autoimmunerkrankungen f&#252;r einen st&#228;ndigen Entz&#252;ndungsstimulus. </p>
<p><strong>Wissenschaftler der Universit&#228;t T&#252;bingen</strong> haben nun erstmals einen Weg gefunden, diese Signal&#252;bertragung sehr selektiv zu unterbrechen, indem sie nur eine einzelne Proteinkinase hemmen. Derzeit sind weltweit 12 Proteinkinase-Hemmer als Arzneimittel zugelassen, die aber stets mehrere Kinasen (bis zu 50) gleichzeitig hemmen. Dies kann bei Krebs sinnvoll sein, f&#252;hrt aber auch zu Nebenwirkungen. F&#252;r ein gezielteres Eingreifen haben Prof. Stefan Laufer vom Lehrstuhl f&#252;r Pharmazeutische Chemie und Prof. Thilo Stehle vom Interfakult&#228;ren Institut f&#252;r Biochemie deshalb in Kooperation den Wirkstoff &#0187;Skepinone-L&#0171; entwickelt und seine Bindungseigenschaften untersucht. Als erster Stoff hemmt dieser selektiv eine der zentralen Kinasen im Entz&#252;ndungsgeschehen, die &#0187;p38 MAP-Kinase&#0171;. </p>
<p><strong>Die Arbeitsgruppe von Prof. Laufer</strong> war f&#252;r Design, Synthese und biologische Testung verantwortlich, die Arbeitsgruppe von Prof. Stehle konnte den entsprechenden Bindungsmechanismus durch Strukturaufkl&#228;rung belegen. Skepinone-L bilde eine molekulare Grundlage f&#252;r eine komplett neue Generation von Entz&#252;ndungshemmern, sagen die Wissenschaftler. </p>
<p>Die Arbeit ist in Nature Chemical Biology erschienen: www.nature.com/nchembio/journal/vaop/ncurrent/full/nchembio.761.html</p>
<p><strong>Kontakt: </strong></p>
<p>Prof. Dr. Stefan Laufer<br />
Universit&#228;t T&#252;bingen<br />
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakult&#228;t<br />
Pharmazeutische Chemie<br />
Telefon + 49 7071 29-72459<br />
stefan.laufer[at]uni-tuebingen.de</p>
<p>Prof. Dr. Thilo Stehle<br />
Universit&#228;t T&#252;bingen<br />
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakult&#228;t<br />
Interfakult&#228;res Institut f&#252;r Biochemie<br />
Telefon +49 7071 29-73043<br />
thilo.stehle[at]uni-tuebingen.de</p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Depression: Stimmung und K&#246;rper</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 14:52:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angebote]]></category>
		<category><![CDATA[depression]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>

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		<description><![CDATA[<h4>Studie &#252;ber Ursachen und Auswirkungen</h4>
<strong>Das Zusammenspiel von Stimmung und K&#246;rper bei Depressionen untersuchen Forscher der Klinischen Psychologie der Ruhr-Universit&#228;t Bochum und der Universit&#228;t Hildesheim. F&#252;r die Studie sucht das Team um Dr. Dirk Adolph und Prof. Dr. Johannes Michalak nach passenden Probanden: Personen mit Depressionen, die derzeit keine Antidepressiva nehmen und gesunde Personen, die noch nie eine psychische St&#246;rung hatten. Geschlecht und Alter spielen keine Rolle.</strong>

<strong>Depression:</strong> Stimmung und K&#246;rper
RUB-Studie &#252;ber Ursachen und Auswirkungen
Weitere Grundlagenforschung &#252;ber eine Volkskrankheit

<strong>Das Zusammenspiel von Stimmung</strong> und K&#246;rper bei Depressionen untersuchen Forscher]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Studie &#252;ber Ursachen und Auswirkungen</h4>
<p><strong>Das Zusammenspiel von Stimmung und K&#246;rper bei Depressionen untersuchen Forscher der Klinischen Psychologie der Ruhr-Universit&#228;t Bochum und der Universit&#228;t Hildesheim. F&#252;r die Studie sucht das Team um Dr. Dirk Adolph und Prof. Dr. Johannes Michalak nach passenden Probanden: Personen mit Depressionen, die derzeit keine Antidepressiva nehmen und gesunde Personen, die noch nie eine psychische St&#246;rung hatten. Geschlecht und Alter spielen keine Rolle.</strong></p>
<p><strong>Depression:</strong> Stimmung und K&#246;rper<br />
RUB-Studie &#252;ber Ursachen und Auswirkungen<br />
Weitere Grundlagenforschung &#252;ber eine Volkskrankheit</p>
<p><strong>Das Zusammenspiel von Stimmung</strong> und K&#246;rper bei Depressionen untersuchen Forscher der Klinischen Psychologie der Ruhr-Universit&#228;t Bochum und der Universit&#228;t Hildesheim. F&#252;r die Studie sucht das Team um Dr. Dirk Adolph und Prof. Dr. Johannes Michalak nach passenden Probanden: Personen mit Depressionen, die derzeit keine Antidepressiva nehmen und gesunde Personen, die noch nie eine psychische St&#246;rung hatten. Geschlecht und Alter spielen keine Rolle. Interessierte k&#246;nnen sich per E-Mail (Sebastian.Plaetz@rub.de) oder telefonisch zwischen 14 und 16 Uhr (Di, Mi &#038; Do) unter der Nummer 0234/32-27939 melden. Das Projekt endet im Juli.</p>
<p><strong>Antriebslosigkeit, Ersch&#246;pfung &#038; M&#252;digkeit</strong></p>
<p><strong>Depressionen haben sich</strong> zu einer Volkskrankheit entwickelt: Fast jede f&#252;nfte Frau und jeder zehnte Mann in Deutschland leidet darunter. Die Hauptsymptome sind eine niedergeschlagene Stimmung, Schuld- und Schamgef&#252;hle. Es gibt aber auch k&#246;rperliche Anzeichen wie Antriebslosigkeit, Ersch&#246;pfung, M&#252;digkeit oder Unruhe. Die Forschung hat in den vergangenen Jahren gro&#223;e Fortschritte gemacht, trotzdem ben&#246;tigen die Wissenschaftler weitere grundlegende Kenntnisse &#252;ber die Ursachen und Auswirkungen der Erkrankung. </p>
<p><strong>Basis f&#252;r neue Therapieverfahren</strong></p>
<p><strong>Besonders der Zusammenhang</strong> von psychischem Wohlbefinden und k&#246;rperlichen Reaktionen im Alltag ist noch unzureichend gekl&#228;rt. „Die alltagsnahe Erfassung ist in besonderem Ma&#223;e geeignet, Wirkzusammenh&#228;nge aufzuzeigen, und somit zu einem tieferen Verst&#228;ndnis der am St&#246;rungsgeschehen beteiligten Faktoren beizutragen“, sagt Dr. Adolph. Um diese Informationen zu gewinnen hat das Team um Dr. Adolph in Kooperation mit der Abteilung f&#252;r Klinischen Psychologie der Universit&#228;t Hildesheim eine Studie konzipiert, auf deren Basis die Psychologen bestehende Therapieverfahren weiterentwickeln wollen. </p>
<p><strong>Weitere Informationen</strong><br />
Dr. Dirk Adolph, Fakult&#228;t f&#252;r Psychologie der Ruhr-Universit&#228;t Bochum, 44780 Bochum, 0234/32-23177, dirk.adolph@ruhr-uni-bochum.de</p>
<p><strong>Angeklickt</strong><br />
Arbeitseinheit Klinische Psychologie &#038; Psychotherapie der Ruhr-Universit&#228;t Bochum</p>
<p>http://www.kli.psy.ruhr-uni-bochum.de/aevoll.htm</p>
<p>Arbeitsgruppe Klinische Psychologie der Stiftung Universit&#228;t Hildesheim</p>
<p>http://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=1004</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Implantate unter Generalverdacht?</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2012/01/18/implantate-unter-generalverdacht/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 15:16:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[DGCH]]></category>
		<category><![CDATA[ERPD]]></category>
		<category><![CDATA[Implantat]]></category>

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		<description><![CDATA[<h4>DGCH fordert europaweite Transparenz und patientenorientierte Aufkl&#228;rung</h4>

<em>Berlin</em> – <strong>Die Chirurgie ist auf sichere Medizinprodukte angewiesen, ohne deren Einsatz auch medizinischer Fortschritt nicht m&#246;glich ist. Patientensicherheit hat dabei absoluten Vorrang.
Bezugnehmend auf den j&#252;ngsten Skandal um minderwertige Brustimplantate spricht sich die Deutsche Gesellschaft f&#252;r Chirurgie (DGCH) wiederholt daf&#252;r aus, den Weg eines Medizinprodukts vom Hersteller bis zum Patienten transparenter zu gestalten. Als Vorbild daf&#252;r k&#246;nnten etwa Register dienen, wie sie chirurgische Fachgesellschaften in Deutschland f&#252;r Gelenkprothesen oder Kunststoffnetze bei Bruchoperationen erfolgreich einf&#252;hren. Qualitativ mangelhafte Implantate sind sicherlich die Ausnahme. Die DGCH warnt daher davor, alle Implantate unter Generalverdacht zu stellen und Patienten unn&#246;tig zu verunsichern.</strong>

<strong>Jedes Jahr werden in Deutschland</strong> tausendfach k&#252;nstliche Gelenke ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>DGCH fordert europaweite Transparenz und patientenorientierte Aufkl&#228;rung</h4>
<p><em>Berlin</em> – <strong>Die Chirurgie ist auf sichere Medizinprodukte angewiesen, ohne deren Einsatz auch medizinischer Fortschritt nicht m&#246;glich ist. Patientensicherheit hat dabei absoluten Vorrang.<br />
Bezugnehmend auf den j&#252;ngsten Skandal um minderwertige Brustimplantate spricht sich die Deutsche Gesellschaft f&#252;r Chirurgie (DGCH) wiederholt daf&#252;r aus, den Weg eines Medizinprodukts vom Hersteller bis zum Patienten transparenter zu gestalten. Als Vorbild daf&#252;r k&#246;nnten etwa Register dienen, wie sie chirurgische Fachgesellschaften in Deutschland f&#252;r Gelenkprothesen oder Kunststoffnetze bei Bruchoperationen erfolgreich einf&#252;hren. Qualitativ mangelhafte Implantate sind sicherlich die Ausnahme. Die DGCH warnt daher davor, alle Implantate unter Generalverdacht zu stellen und Patienten unn&#246;tig zu verunsichern.</strong></p>
<p><strong>Jedes Jahr werden in Deutschland</strong> tausendfach k&#252;nstliche Gelenke, Gef&#228;&#223;st&#252;tzen wie Stents, Herzschrittmacher oder Kunststoffnetze – etwa bei Leistenbr&#252;chen – implantiert. In den meisten F&#228;llen erm&#246;glichen sie den Patienten einen Gewinn an Behandlungssicherheit, Mobilit&#228;t und Lebensqualit&#228;t. Der Ende Dezember 2011 bekannt gewordene Skandal um fehlerhafte Brustimplantate hat eine &#246;ffentliche Diskussion &#252;ber die Sicherheit von Medizinprodukten und die erforderlichen Pr&#252;f- und Zulassungskriterien entfacht. „Hinter der Herstellung und Verbreitung dieser gef&#228;hrlichen Silikonkissen steckt kriminelle Energie. Das ist emp&#246;rend und darf nicht passieren“, betont Professor Dr. med. Hartwig Bauer, Generalsekret&#228;r der DGCH. Die Dachgesellschaft der verschiedenen chirurgischen F&#228;cher fordert schon seit Jahren, die Kontrollen f&#252;r Medizinprodukte insbesondere auch auf europ&#228;ischer Ebene zu versch&#228;rfen.</p>
<p><strong>Herstellung und Zulassung</strong> von Medizinprodukten m&#252;ssten laut DGCH in einer engen Zusammenarbeit von Politik, Beh&#246;rden und Fachgesellschaften von A bis Z nachvollziehbar gestaltet werden. Ein gutes Beispiel ist das Endoprothesenregister Deutschland ERPD: Das von der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Orthop&#228;die und Orthop&#228;dische Chirurgie (DGOOC) initiierte Gemeinschaftsprojekt von &#196;rzten, Kliniken, Krankenkassen und Industrie soll in den kommenden Jahren die Qualit&#228;t der Versorgung mit k&#252;nstlichen H&#252;ft- und Kniegelenken sp&#252;rbar verbessern. Es verkn&#252;pft Routinedaten der Kassen mit Informationen &#252;ber den Einbau der Kunstgelenke. Auch die Register der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) f&#252;r den Einsatz von Kunststoffnetzen bei Eingeweidebr&#252;chen oder von neuen Instrumenten und Techniken im Rahmen der sogenannten Schl&#252;ssellochchirurgie sind wirksame Initiativen. „Mit solchen Dokumentationen l&#228;sst sich ein Fr&#252;hwarnsystem umsetzen, das Risikopotenziale in der Anwendung am Patienten erkennen l&#228;sst und weitere Sch&#228;den vermeiden hilft“, sagt DGCH-Generalsekret&#228;r Bauer.</p>
<p><strong>Notwendig seien aber auch</strong> mehr Transparenz und sch&#228;rfere Kontrollen bei den Herstellern. Qualit&#228;ts- und Pr&#252;fberichte sowie Studien der Hersteller &#252;ber deren Produkte m&#252;ssten fachlich bewertet und frei zug&#228;nglich sein. Die DGCH warnt jedoch davor, aufgrund einzelner „schwarzer Schafe die Industrie unter Generalverdacht“, und s&#228;mtliche Produkte in Frage zu stellen. Diese Verunsicherung k&#246;nnte den Patienten schaden, die dringend ein Implantat ben&#246;tigen und aus Verunsicherung davon Abstand nehmen. Die meisten Unternehmen liefern ausgezeichnete Medizinprodukte, die h&#246;chsten Qualit&#228;tsanspr&#252;chen gen&#252;gen. Dennoch m&#252;ssten unabh&#228;ngige Gremien die Erzeugnisse dieser unter gro&#223;em Wettbewerbsdruck arbeitenden Unternehmen systematisch pr&#252;fen.</p>
<p><strong>Die DGCH begr&#252;&#223;t deshalb</strong> auch das Ziel der Europ&#228;ischen Kommission, Kontrollinstanzen f&#252;r Medizinprodukte sorgf&#228;ltiger auszuw&#228;hlen und Informationen zu Implantaten zentral zu sammeln und auszuwerten. Zulassungen d&#252;rften nur bei evidenzbasierter, wissenschaftlich belegter Qualit&#228;t, Sicherheit und Nutzen f&#252;r den Patienten erteilt werden Dies gilt insbesondere f&#252;r Produkte, die im K&#246;rper verbleiben oder in K&#246;rperfunktionen eingreifen – also etwa Gelenkprothesen oder Herzschrittmacher. Dem vom Gesetzgeber vorgesehenen Bewertungsverfahren f&#252;r Innovationen steht die DGCH offen gegen&#252;ber und hat mit ihrem eigenen Studienzentrum und Studiennetzwerk daf&#252;r die erforderlichen Strukturen geschaffen.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Entwicklung neuer Medikamente gegen Ged&#228;chtnisst&#246;rungen</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2012/01/17/entwicklung-neuer-medikamente-gegen-gedaechtnisstoerungen/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 16:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weiterbildung/Universitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Alzheimer]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Störungen]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>Medikamente gegen Ged&#228;chtnisst&#246;rungen: Wissenschaftler der Universit&#228;t Basel haben eine Zusammenarbeit mit der Lausanner Firma AC Immune lanciert.</strong>
<em>Universit&#228;t Basel</em> -<strong>Mit einem neuartigen Forschungsansatz wollen Wissenschaftler der Universit&#228;t Basel zusammen mit der Lausanner biopharmazeutischen Firma AC Immune Medikamente gegen Ged&#228;chtnisst&#246;rungen entwickeln. Das Projekt wird unter anderem von der Kommission f&#252;r Technologie und Innovation (KTI) gef&#246;rdert.
Ged&#228;chtnisst&#246;rungen sind Hauptsymptom der Alzheimer-Krankheit, kommen aber auch bei vielen anderen neuropsychiatrischen Erkrankungen vor, so zum Beispiel bei der Schizophrenie oder der Depression. Bis heute sind keine befriedigenden Therapiem&#246;glichkeiten zur Behandlung dieser Ged&#228;chtnisst&#246;rungen verf&#252;gbar.</strong>

<strong>Die Neurowissenschaftler</strong> Dominique de Quervain und Andreas Papassotiropoulos von der Universit&#228;t Basel arbeiten seit mehreren Jahren an der Charakterisierung der neurobiologischen und molekularen Grundlagen des menschlichen Ged&#228;chtnisses. Durch die Anwendung genomweiter Untersuchungen an grossen Gruppen gesunder Probanden gelang es ihnen, f&#252;r das menschliche Ged&#228;chtnis wichtige Stoffwechselprozesse zu identifizieren. Die Ergebnisse der Humangenetik liefern den ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Medikamente gegen Ged&#228;chtnisst&#246;rungen: Wissenschaftler der Universit&#228;t Basel haben eine Zusammenarbeit mit der Lausanner Firma AC Immune lanciert.</strong><br />
<em>Universit&#228;t Basel</em> -<strong>Mit einem neuartigen Forschungsansatz wollen Wissenschaftler der Universit&#228;t Basel zusammen mit der Lausanner biopharmazeutischen Firma AC Immune Medikamente gegen Ged&#228;chtnisst&#246;rungen entwickeln. Das Projekt wird unter anderem von der Kommission f&#252;r Technologie und Innovation (KTI) gef&#246;rdert.<br />
Ged&#228;chtnisst&#246;rungen sind Hauptsymptom der Alzheimer-Krankheit, kommen aber auch bei vielen anderen neuropsychiatrischen Erkrankungen vor, so zum Beispiel bei der Schizophrenie oder der Depression. Bis heute sind keine befriedigenden Therapiem&#246;glichkeiten zur Behandlung dieser Ged&#228;chtnisst&#246;rungen verf&#252;gbar.</strong></p>
<p><strong>Die Neurowissenschaftler</strong> Dominique de Quervain und Andreas Papassotiropoulos von der Universit&#228;t Basel arbeiten seit mehreren Jahren an der Charakterisierung der neurobiologischen und molekularen Grundlagen des menschlichen Ged&#228;chtnisses. Durch die Anwendung genomweiter Untersuchungen an grossen Gruppen gesunder Probanden gelang es ihnen, f&#252;r das menschliche Ged&#228;chtnis wichtige Stoffwechselprozesse zu identifizieren. Die Ergebnisse der Humangenetik liefern den Forschern nun wertvolle Hinweise f&#252;r die Auswahl m&#246;glicher Zielmolek&#252;le (Targets) f&#252;r potentielle Medikamente gegen Ged&#228;chtnisst&#246;rungen. Sowohl die molekulargenetischen Untersuchungen als auch die klinischen Studien finden an der Universit&#228;t Basel an der Abteilung f&#252;r Kognitive Neurowissenschaften und Abteilung f&#252;r Molekulare Neurowissenschaften statt.</p>
<p><strong>Die in diesen grossangelegten Untersuchungen</strong> gewonnen Informationen wollen die Basler Forscher nun nutzen, um neue Medikamente gegen Ged&#228;chtnisst&#246;rungen zu entwickeln. Dazu haben die Wissenschaftler eine Zusammenarbeit mit der Lausanner Firma AC Immune lanciert. Die von Andrea Pfeifer gef&#252;hrte AC Immune besitzt umfangreiche biopharmazeutische Kenntnisse und geh&#246;rt zu den f&#252;hrenden Unternehmen im Bereich der Entwicklung von Medikamenten gegen die Alzheimer-Krankheit.</p>
<p>Im M&#228;rz dieses Jahres startet das Partnerprojekt &#0187;Human genetics-driven discovery of memory-modulating drugs&#0171;, welches von der Kommission f&#252;r Technologie und Innovation (KTI) f&#252;r die Durchf&#252;hrung von drei klinischen Studien w&#228;hrend dreier Jahren finanziell unterst&#252;tzt wird.</p>
<p><strong>Weitere Ausk&#252;nfte</strong><br />
• Prof. Dr. Dominique de Quervain, Direktor der Division of Cognitive Neuroscience, Universit&#228;t Basel, Tel. +41 61 267 02 37, E-Mail: dominique.dequervain@unibas.ch<br />
• Prof. Dr. Andreas Papassotiropoulos, Direktor der Division of Molecular Neuroscience, Universit&#228;t Basel, Tel. +41 61 267 05 99, E-Mail: andreas.papas@unibas.ch<br />
• Prof. Andrea Pfeifer, CEO, AC Immune, Lausanne, Tel. +41 21 693 91 34, E-Mail: andrea.pfeifer@acimmune.com</p>]]></content:encoded>
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		<title>Mit Sauerstoff und Licht zu einem Wirkstoff gegen Malaria</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2012/01/17/mit-sauerstoff-und-licht-zu-einem-wirkstoff-gegen-malaria/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 16:04:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[TOP-NEWS]]></category>
		<category><![CDATA[Artemisinin]]></category>
		<category><![CDATA[Malaria]]></category>
		<category><![CDATA[Medik]]></category>
		<category><![CDATA[Tomosynthese]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>Artemisinin, der beste Wirkstoff gegen die Malaria-Infektion, d&#252;rfte sich k&#252;nftig preiswerter und in ausreichender Menge f&#252;r alle Erkrankten erzeugen lassen
Der effektivste Wirkstoff gegen Malaria, Artemisinin, l&#228;sst sich jetzt kosteng&#252;nstig und in gro&#223;er Menge herstellen. So wird es k&#252;nftig m&#246;glich sein, die 225 Millionen an Malaria erkrankten Menschen in Entwicklungsl&#228;ndern zu erschwinglichen Preisen mit entsprechenden Medikamenten zu versorgen. Forscher des Max-Planck-Instituts f&#252;r Kolloid- und Grenzfl&#228;chenforschung in Potsdam und der Freien Universit&#228;t Berlin haben eine sehr einfache Synthese von Artemisinin entwickelt, das Pharmaunternehmen bislang nur aus Pflanzen gewinnen konnten. Als Ausgangssubstanz verwenden die Chemiker ein Abfallprodukt der derzeitigen Artemisininproduktion, das auch biotechnologisch in Hefe erzeugt werden kann, und verwandeln es in einem einfachen, aber sehr einfallsreichen Ansatz in die wirksame Substanz. Das Verfahren wurde in der j&#252;ngsten Ausgabe des Fachmagazins Angewandte Chemie ver&#246;ffentlicht und am Dienstag vor Medienvertretern in Berlin pr&#228;sentiert.</strong>

<strong>Eine wirksame Therapie gegen Malaria</strong> gibt es zwar, aber l&#228;ngst nicht f&#252;r alle der mehr als 200 Millionen Erkrankten weltweit. Millionen von Infizierten k&#246;nnen sich das effektive Kombinationspr&#228;parat, das als wesentlichen Bestandteil Artemisinin enth&#228;lt, nicht leisten. Zudem schwankt der Preis f&#252;r das Medikament, weil diese Substanz aus dem vor allem in China und Vietnam wachsenden Einj&#228;hrigen Beifu&#223;, lateinisch Artemisia annua, isoliert wird; sie ist also je nach Jahreszeit mehr oder weniger gut verf&#252;gbar. Zwar engagieren sich die Bill-und-Melinda-Gates- sowie die William J. Clinton-Stiftung mit mehreren 100 Millionen Dollar im Kampf gegen Malaria, und letztere subventioniert in einigen L&#228;ndern auch die Abgabe von Malaria-Medikamenten. Dennoch sterben j&#228;hrlich mehr als eine Million Menschen an der Krankheit, weil sie keine wirkungsvollen Medikamente erhalten.

<strong>Das k&#246;nnte sich nun &#228;ndern.</strong> Denn Peter H. Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut in Potsdam und Chemie-Professor an der Freien Universit&#228;t Berlin, und sein Mitarbeiter François Lévesque haben einen denkbar einfachen Weg gefunden, das chemisch sehr anspruchsvoll gebaute Molek&#252;l Artemisinin, das als Malaria-Wirkstoff schon aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt ist, zu synthetisieren. „Somit ist die Produktion des Wirkstoffs nicht l&#228;nger von der Gewinnung aus Pflanzen abh&#228;ngig“, sagt Peter Seeberger.

<strong>Synthese aus einem Abfallprodukt der Artemisininproduktion</strong>

<strong>Als Ausgangsstoff verwenden</strong> die Chemiker Artemisinins&#228;ure – eine Substanz, die bei der Isolierung von Artemisinin aus dem Einj&#228;hrigen Beifu&#223; als ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/malariamedikament.jpg" rel="lightbox[pics3297]" title="François Lévesque vom MPI Foto: Peter H. Seeberger"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2012/01/malariamedikament.thumbnail.jpg" alt="François Lévesque vom MPI" width="255" height="143" class="attachment wp-att-3298" /></a>
<div class="imagecaption">François Lévesque vom MPI f&#252;r Kolloid- und Grenzfl&#228;chenforschung. Max Planck Forscher haben einen Weg gefunden, das chemisch sehr anspruchsvoll gebaute Molek&#252;l Artemisinin zu synthetisieren. Die Wissenschaftler erwarten, dass sich dadurch Artemisinin, das als Malaria-Wirkstoff schon aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt ist, in Zukunft kosteng&#252;nstig und in gro&#223;er Menge herstellen lassen wird. Foto: Peter H. Seeberger</div>
</div>
<p><strong>Artemisinin, der beste Wirkstoff gegen die Malaria-Infektion, d&#252;rfte sich k&#252;nftig preiswerter und in ausreichender Menge f&#252;r alle Erkrankten erzeugen lassen<br />
Der effektivste Wirkstoff gegen Malaria, Artemisinin, l&#228;sst sich jetzt kosteng&#252;nstig und in gro&#223;er Menge herstellen. So wird es k&#252;nftig m&#246;glich sein, die 225 Millionen an Malaria erkrankten Menschen in Entwicklungsl&#228;ndern zu erschwinglichen Preisen mit entsprechenden Medikamenten zu versorgen. Forscher des Max-Planck-Instituts f&#252;r Kolloid- und Grenzfl&#228;chenforschung in Potsdam und der Freien Universit&#228;t Berlin haben eine sehr einfache Synthese von Artemisinin entwickelt, das Pharmaunternehmen bislang nur aus Pflanzen gewinnen konnten. Als Ausgangssubstanz verwenden die Chemiker ein Abfallprodukt der derzeitigen Artemisininproduktion, das auch biotechnologisch in Hefe erzeugt werden kann, und verwandeln es in einem einfachen, aber sehr einfallsreichen Ansatz in die wirksame Substanz. Das Verfahren wurde in der j&#252;ngsten Ausgabe des Fachmagazins Angewandte Chemie ver&#246;ffentlicht und am Dienstag vor Medienvertretern in Berlin pr&#228;sentiert.</strong></p>
<p><strong>Eine wirksame Therapie gegen Malaria</strong> gibt es zwar, aber l&#228;ngst nicht f&#252;r alle der mehr als 200 Millionen Erkrankten weltweit. Millionen von Infizierten k&#246;nnen sich das effektive Kombinationspr&#228;parat, das als wesentlichen Bestandteil Artemisinin enth&#228;lt, nicht leisten. Zudem schwankt der Preis f&#252;r das Medikament, weil diese Substanz aus dem vor allem in China und Vietnam wachsenden Einj&#228;hrigen Beifu&#223;, lateinisch Artemisia annua, isoliert wird; sie ist also je nach Jahreszeit mehr oder weniger gut verf&#252;gbar. Zwar engagieren sich die Bill-und-Melinda-Gates- sowie die William J. Clinton-Stiftung mit mehreren 100 Millionen Dollar im Kampf gegen Malaria, und letztere subventioniert in einigen L&#228;ndern auch die Abgabe von Malaria-Medikamenten. Dennoch sterben j&#228;hrlich mehr als eine Million Menschen an der Krankheit, weil sie keine wirkungsvollen Medikamente erhalten.</p>
<p><strong>Das k&#246;nnte sich nun &#228;ndern.</strong> Denn Peter H. Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut in Potsdam und Chemie-Professor an der Freien Universit&#228;t Berlin, und sein Mitarbeiter François Lévesque haben einen denkbar einfachen Weg gefunden, das chemisch sehr anspruchsvoll gebaute Molek&#252;l Artemisinin, das als Malaria-Wirkstoff schon aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt ist, zu synthetisieren. „Somit ist die Produktion des Wirkstoffs nicht l&#228;nger von der Gewinnung aus Pflanzen abh&#228;ngig“, sagt Peter Seeberger.</p>
<p><strong>Synthese aus einem Abfallprodukt der Artemisininproduktion</strong></p>
<p><strong>Als Ausgangsstoff verwenden</strong> die Chemiker Artemisinins&#228;ure – eine Substanz, die bei der Isolierung von Artemisinin aus dem Einj&#228;hrigen Beifu&#223; als bislang ungenutztes Nebenprodukt anf&#228;llt, und zwar in der zehnfachen Menge des Wirkstoffs. Zudem l&#228;sst sich Artemisinins&#228;ure leicht in gentechnisch ver&#228;nderter Hefe erzeugen, weil sie eine viel einfachere Struktur besitzt als Artemisinin. „Wir verwandeln die Artemisinins&#228;ure in einem einzigen Schritt in Artemisinin“, sagt Peter Seeberger. „Und wir haben daf&#252;r eine einfache Apparatur entwickelt, die es erlaubt, gro&#223;e Mengen sehr kontrolliert herzustellen.“ Der einzige bisher bekannte Reaktionsweg erfordere einige Arbeitsschritte, nach denen die Zwischenprodukte immer aufwendig isoliert werden m&#252;ssten – das sei viel zu teuer, um eine probate Alternative f&#252;r die Produktion aus Pflanzen zu bieten.</p>
<p><strong>Die Synthese von Artemisinin</strong> deutlich zu vereinfachen, setzt nicht nur gutes Gesp&#252;r f&#252;r eine elegante Kombination der richtigen Teilreaktionen voraus, damit das Ganze in nur einem Schritt abl&#228;uft. Sie erfordert auch eine Portion Mut, denn die Chemiker verlie&#223;en die Wege, die die Industrie bei der Synthese von pharmazeutischen Wirkstoffen bislang nimmt. Das Molek&#252;l verdankt seine Wirkung, die sich nicht nur gegen Malaria richtet, sondern m&#246;glicherweise auch gegen andere Infektionen und sogar Brustkrebs, unter anderem einer sehr reaktiven chemischen Gruppe aus zwei benachbarten Sauerstoffatomen – Chemiker sprechen von einem Endoperoxid. Um dieses Strukturelement in die Artemisinins&#228;ure einzubauen, bedienen sich Peter Seeberger und François Lévesque der Fotochemie. Dabei bringt UV-Licht Sauerstoff in eine Form, in der er mit Molek&#252;len zu Peroxiden reagieren kann.</p>
<blockquote><p>
<strong>Mit 800 Fotoreaktoren sollte sich der weltweite Bedarf decken lassen</strong></p>
<p>„Die Fotochemie stellt ein einfaches und preiswertes Mittel dar, die Pharmaindustrie nutzt sie bislang aber nicht, weil sie sich so schlecht kontrollieren und kaum in gro&#223;em Ma&#223;stab betreiben lie&#223;“, erkl&#228;rt Peter Seeberger. In die gro&#223;en Reaktionsgef&#228;&#223;e, mit denen Industrieunternehmen arbeiten, dringen Lichtblitze von au&#223;en nicht tief genug ein – die reaktive Sauerstoffform entsteht also nicht in ausreichender Menge. Genau dieses Problem l&#246;sen die Wissenschaftler mit einem raffinierten Trick: Sie schicken das Reaktionsgemisch mit allen n&#246;tigen Zutaten durch einen d&#252;nnen Schlauch, den sie um eine Lampe mit ultraviolettem Licht gewickelt haben. In dieser Konstruktion durchdringt das Licht das gesamte Reaktionsmedium und bringt die chemische Umwandlung sehr effizient in Gang.</p>
<p>„Wir betreiben die Synthese nicht als Eintopfreaktion in einem Gef&#228;&#223;, sondern in einem Durchflussreaktor; dies erlaubt es uns, die Reaktionsbedingungen sehr genau einzustellen“, erkl&#228;rt Peter Seeberger. So flie&#223;e aus dem Schlauch nach nur viereinhalb Minuten eine L&#246;sung, in der 40 Prozent der Artemisinins&#228;ure zu Artemisinin geworden sei.</p>
<p>„Wir gehen davon aus, dass 800 unserer einfachen Fotoreaktoren reichen, um den weltweiten Bedarf an Artemisinin zu decken“, sagt Peter Seeberger. Und das k&#246;nnte sehr schnell geschehen. Peter Seeberger sch&#228;tzt, dass die neuartige Synthese in etwa sechs Monaten in die technische Anwendung gelangen k&#246;nnte, um den weltweiten Engpass an Artemisinin zu beseitigen und den Preis f&#252;r entsprechende Medikamente deutlich zu senken.</p></blockquote>
<p><strong>Kontakt</strong><br />
Prof. Dr. Peter H. Seeberger<br />
Max-Planck-Institut f&#252;r Kolloid- und Grenzfl&#228;chenforschung, Potsdam<br />
Telefon: +49 331 567-9301<br />
Fax: +49 331 567-9102<br />
E-Mail: peter.seeberger@mpikg.mpg.de</p>
<p><strong>Originalver&#246;ffentlichung:</strong><br />
François Lévesque and Peter H. Seeberger<br />
Continuous-Flow Synthesis of the Anti-Malaria Drug Artemisinin<br />
Angewandte Chemie international edition, 17. Januar 2012; DOI: 10.1002/anie.201107446</p>]]></content:encoded>
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