Weblog & Magazin für medizinische Forschung, Innovation und Praxis

Beiträge zum Stichwort ‘ Alzheimer ’

Grüner Tee hat Substanzen gegen giftige Alzheimer-Plaques

14. April 2010 | Von FR | Kategorie: Kurznachrichten

Die Substanz EGCG (Epigallocatechin-3-gallate) in grünem Tee kann giftige Eiweißablagerungen, wie sie zum Beispiel bei der Alzheimerschen Erkrankung auftreten, unschädlich machen. Die Substanz bindet zunächst an die faserigen Eiweißablagerungen und wandelt sie in ungiftige und damit für die Nervenzellen harmlose, kugelige Eiweißaggregate um. Diese können dann von den Nervenzellen abgebaut werden. Das haben Forscher aus der Nachwuchsgruppe von Dr. Jan Bieschke und der Forschungsgruppe von Prof. Erich Wanker des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch in Versuchen im Reagenzglas und in Zellkulturen festgestellt (PNAS, doi: 10.1073/pnas.0910723107)*.
Die gefährlichen Eiweißablagerungen entstehen in einem mehrstufigen Vorgang über die Ansammlung verschiedener Vorstufen durch Proteinfehlfaltung. Sie sind für die Nervenzellen giftig und verursachen ihren Untergang. Proteinfehlfaltung gilt als Ursache der Alzheimer Krankheit, von Parkinson sowie auch von Chorea Huntington.

In ihren Versuchen hatten die MDC-Forscher toxische Eiweißablagerungen in Zellen eingebracht, die ein Modell für molekulare Prozesse der Alzheimerschen Erkrankung bilden. Die Zellen zeigten daraufhin einen geringeren Stoffwechsel, außerdem war ihre Zellhülle weniger stabil, beides Anzeichen für eine Schädigung durch die Plaques. Diese Effekte verschwanden nach Behandlung mit EGCG und die Zellen konnten die toxischen Eiweißablagerungen abbauen. Die Forscher konnten damit erstmals den Mechanismus der Inaktivierung im Detail aufklären.

Das Besondere bei der Inaktivierung ist dabei, so die Forscher, dass die giftigen Eiweißablagerungen nicht aufgelöst, sondern durch EGCG direkt …



Neurogenese: Gibt es sie doch…?!

26. November 2009 | Von FR | Kategorie: TOP-NEWS

Neue Quelle für die Bildung von Nervenzellen im Gehirn entdeckt

Neuherberg, 25.11.2009. Der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Magdalena Götz am Helmholtz Zentrum München und an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist ein weiterer Schritt zum Verständnis von Regenerationsprozessen im Gehirn gelungen. Die Forscher entdeckten Vorläuferzellen, die nach Verletzungen der Großhirnrinde neue glutamaterge Nervenzellen bilden können.
Speziell bei Alzheimer spielt deren Degeneration eine entscheidende Rolle. Aus einer möglichen Steuerung des Bildungs- bzw. Wanderungsmechanismus lassen sich in Zukunft möglicherweise neue therapeutische Optionen ableiten. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift »Nature Neuroscience« veröffentlicht.

Noch bis vor wenigen Jahren galt die Neurogenese, also der Prozess der Entstehung von Nervenzellen, im Gehirn von Erwachsenen als unmöglich. Abgestorbene Nervenzellen können nicht ersetzt werden, so lautete die Lehrbuchmeinung. Dann entdeckten Forscher Regionen im Vorderhirn, in denen auch beim Menschen Zeit Lebens neue Nervenzellen gebildet werden. Diese so genannten GABAergen Zellen benutzen gamma-Aminobuttersäure (GABA), einen Botenstoff des Zentralnervensystems.

Jetzt haben Wissenschaftler der Arbeitsgruppe um Magdalena Götz, Leiterin des Instituts für Stammzellforschung am Helmholtz Zentrum München und Inhaberin des Lehrstuhls für Physiologische Genomik an der LMU, diese Gehirnregion im Mausmodell genauer unter die Lupe genommen. Sie fanden heraus, dass im Vorderhirn noch andere Nervenzellen regelmäßig gebildet werden: die sogenannten glutamatergen Nervenzellen, die als Überträgerstoff Glutamat benutzen. Den Nachweis konnten die Stammzellforscher mit Hilfe eines speziellen Transkriptionsfaktors erbringen: Tbr2 kommt ausschließlich in Vorläuferzellen der glutamatergen Nervenzellen vor.

Die im erwachsenen Organismus neu gebildeten Nervenzellen liegen im Riechkolben, dem Bereich des Gehirns, der die …



Therapiefortschritte bei mehr als 130 Krankheiten in Sicht…

30. Juni 2009 | Von FR | Kategorie: Kurznachrichten
Wissenschaftlerin im Labor eines forschenden Pharma-Unternehmens Foto: vfa / Martin Joppen
Wissenschaftlerin im Labor eines forschenden Pharma-Unternehmens. Foto: vfa / Martin Joppen

»Forschende Pharma-Unternehmen arbeiten an 442 neuen Arzneimitteltherapien, die bis 2013 zugelassen werden könnten. Dafür entwickeln sie neue Medikamente und erproben neue Anwendungen für die vorhandenen. Mehr als 130 Krankheiten sollen so besser behandelbar werden. Krebspatienten werden in besonderem Maße profitieren, denn knapp ein Drittel aller neuen Behandlungsmöglichkeiten werden für sie entwickelt.

Das erklärte Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender des vfa, des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen, heute in Berlin bei der Vorstellung der Branchen-Umfrage ›Perspektive 2013.
»Entscheidend wird für Patienten nunmehr sein, dass sie schnellen Zugang zu diesen Innovationen bekommen«, betonte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des vfa. Grundsätzlich sei die Ausgangslage hierfür in Deutschland gut: Mit der Zulassung seien die Arzneimittel auch erstattungsfähig. Yzer: »Dabei muss es auch in Zukunft bleiben!« Jedoch müsse die Regulierungsdichte abgebaut werden, die für die zögerliche Durchsetzung von Arzneimittelinnovationen in der Behandlungspraxis ursächlich sei.

Der Umfrage ›Perspektive 2013′ zufolge konzentrieren sich die forschenden Pharma-Unternehmen zu wesentlichen Teilen auf…



Verkümmertes Geruchszentrum zeigt Alzheimer an

28. Juni 2009 | Von FR | Kategorie: Weiterbildung/Universitäten

Magnetresonanztomographie ermöglicht frühzeitige Diagnose/Heidelberger Wissenschaftler veröffentlichen im »Journal of Alzheimer’s Disease«

Mit den ersten Gedächtnislücken schwindet auch der Geruchssinn: Bei Alzheimer-Patienten verkümmert das Geruchszentrum im Gehirn. Die Schrumpfung des sogenannten Riechkolbens setzt bereits in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung, wenn die Merkfähigkeit nur geringfügig beeinträchtigt ist, ein und kann mit Hilfe der Magnetresonanztomographie festgestellt werden. Den neuen Diagnosemarker haben Wissenschaftler der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg entdeckt; die Studie ist im Mai 2009 im »Journal of Alzheimer´s Disease« veröffentlicht worden.

Alzheimer ist die häufigste Demenzerkrankung bei Personen über 65 Jahren: In Deutschland sind rund 1,2 Millionen Menschen betroffen, Tendenz steigend. Schon vor den ersten Symptomen lagern sich im Gehirn überschüssige Proteine in sogenannten Amyloid-Plaques und Neurofibrillen ab und schädigen die Nervenzellen, die schließlich absterben. Die Gehirnsubstanz schrumpft. Die Alzheimer-Erkrankung ist bislang nicht heilbar, Medikamente können lediglich den Krankheitsverlauf verlangsamen. Eine frühe Diagnose hat Vorteile für Alzheimer-Patienten: Die rechtzeitige Behandlung mit speziellen Medikamenten kann …