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	<title>DZKF WEBLOG &#187; Blutgerinnung</title>
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	<description>Deutsche Zeitschrift für Klinische Forschung &#124; Der Weblog mit News, Meinungen und Kommentaren</description>
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		<title>Wie Blutgerinnung mit Krebs und Blutvergiftung zusammenh&#228;ngt</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Feb 2011 15:04:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weiterbildung/Universitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Blutgerinnung]]></category>
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		<category><![CDATA[Krebs]]></category>

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		<description><![CDATA[<h4>Forschungsergebnisse k&#246;nnten neue Therapiem&#246;glichkeiten er&#246;ffnen / Heidelberger Wissenschaftler ver&#246;ffentlichen in "Molecular Cell"</h4>
<strong>K&#246;rperzellen produzieren in Stresssituationen</strong> vermehrt Blutgerinnungsfaktoren, z.B. Thrombin. Welche molekularen Mechanismen dabei wirken und wie Krebszellen von diesem Prozess profitieren, haben Wissenschaftler der Molecular Medicine Partnership Unit (MMPU), einer Kooperation zwischen der Medizinischen Fakult&#228;t der Universit&#228;t und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg, entdeckt.

<strong>Die Erkenntnisse er&#246;ffnen neue M&#246;glichkeiten</strong>, Krebszellen zu bek&#228;mpfen. Die Studie gibt auch neue Hinweise f&#252;r die Behandlung von Blutvergiftung (Septik&#228;mien), bei der die erh&#246;hte Blutgerinnung immer noch die Haupttodesursache darstellt. Die Ergebnisse wurden in dem renommierten Journal "Molecular Cell" ver&#246;ffentlicht.

<strong>Molekulares Relikt aus Urzeiten</strong>
<strong>Stress war f&#252;r unsere urzeitlichen Vorfahren</strong> oft mit lebensbedrohlichen Gefahren verbunden mit dem Risiko bei Kampf oder Flucht Blut zu verlieren. Deshalb reagiert unser K&#246;rper ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Forschungsergebnisse k&#246;nnten neue Therapiem&#246;glichkeiten er&#246;ffnen / Heidelberger Wissenschaftler ver&#246;ffentlichen in &#0187;Molecular Cell&#0171;</h4>
<p><strong>K&#246;rperzellen produzieren in Stresssituationen</strong> vermehrt Blutgerinnungsfaktoren, z.B. Thrombin. Welche molekularen Mechanismen dabei wirken und wie Krebszellen von diesem Prozess profitieren, haben Wissenschaftler der Molecular Medicine Partnership Unit (MMPU), einer Kooperation zwischen der Medizinischen Fakult&#228;t der Universit&#228;t und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg, entdeckt.</p>
<p><strong>Die Erkenntnisse er&#246;ffnen neue M&#246;glichkeiten</strong>, Krebszellen zu bek&#228;mpfen. Die Studie gibt auch neue Hinweise f&#252;r die Behandlung von Blutvergiftung (Septik&#228;mien), bei der die erh&#246;hte Blutgerinnung immer noch die Haupttodesursache darstellt. Die Ergebnisse wurden in dem renommierten Journal &#0187;Molecular Cell&#0171; ver&#246;ffentlicht.</p>
<p><strong>Molekulares Relikt aus Urzeiten</strong></p>
<p><strong>Stress war f&#252;r unsere urzeitlichen Vorfahren</strong> oft mit lebensbedrohlichen Gefahren verbunden mit dem Risiko bei Kampf oder Flucht Blut zu verlieren. Deshalb reagiert unser K&#246;rper auf Stress unter anderem damit, reichlich Blutgerinnungsfaktoren herzustellen.</p>
<p><strong>Menschen mit Krebs leiden h&#228;ufig an einer erh&#246;hten Blutgerinnung</strong>, die nicht selten zu zahlreichen Blutgerinnseln in den Venen f&#252;hrt. In den letzten Jahren haben die Mediziner diesen Zusammenhang auch umkehren k&#246;nnen: Sie haben erkannt, dass Menschen mit einer aktivierten Blutgerinnung ein erh&#246;htes Krebsrisiko haben. Neueste Studien zeigen, dass Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, helfen k&#246;nnen, Krebs zu behandeln oder vorzubeugen. Wie genau Blutgerinnung und Krebsentwicklung allerdings miteinander verbunden sind, war bisher unklar.</p>
<p><strong>Neuen Regulationsmechanismus entdeckt</strong></p>
<p>&#0187;<strong>Zum ersten Mal haben wir nun auf molekularer Ebene</strong> einen Hinweis gefunden, der uns diese r&#228;tselhafte Beziehung zwischen erh&#246;hter Gerinnungsaktivit&#228;t und dem Verlauf einer Krebserkrankung erkl&#228;ren k&#246;nnte&#0171;, sagt Dr. Sven Danckwardt, der die Untersuchungen an der MMPU durchgef&#252;hrt hat.</p>
<p><strong>Unter normalen Umst&#228;nden</strong> stellen unsere Zellen relativ wenig Thrombin her. Bestimmte Eiwei&#223;e behindern den Produktionsprozess. Danckwardt und seine Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe um Professor Andreas Kulozik und Professor Matthias Hentze konnten jetzt zeigen: Geraten Zellen durch Entz&#252;ndungsprozesse in Stress &#8211; dies ist z.B. bei Krebs der Fall – blockiert ein Eiwei&#223; namens p38 MAPK die Proteine, die normalerweise die Produktion von Thrombin drosseln. Die Thrombinmenge steigt also.</p>
<p><strong>Die durch Krebs verursachte Entz&#252;ndungsreaktion</strong> k&#246;nnte also zu erh&#246;hten Thrombinspiegeln f&#252;hren. Das w&#252;rde auch erkl&#228;ren, warum Krebspatienten h&#228;ufiger an Blutgerinnseln leiden.</p>
<p><strong>Wie Krebszellen von einem Blutgerinnungsfaktor profitieren</strong></p>
<p><strong>Neben seiner Rolle als Blutgerinnungsfaktor tr&#228;gt Thrombin</strong> auch zur Bildung neuer Blutgef&#228;&#223;e bei, und es ist f&#228;hig, die extrazellul&#228;re Matrix, also den Kitt, der die Zellen zusammenh&#228;lt, aufzul&#246;sen. M&#246;glicherweise erh&#246;hen also Krebszellen ihre Thrombinproduktion, um sich besser ausbreiten zu k&#246;nnen. Das Thrombin k&#246;nnte es ihnen erleichtern, in neues Gewebe einzudringen und neue Blutgef&#228;&#223;e herzustellen, die die zus&#228;tzlichen Tumorzellen versorgen. Dies k&#246;nne erkl&#228;ren, warum Menschen mit Blutgerinnungsproblemen ein h&#246;heres Krebsrisiko haben k&#246;nnen, so die Forscher.</p>
<p><strong>Molekulare Erkenntnisse beeinflussen Therapie</strong></p>
<p><strong>Die Heidelberger Wissenschaftler fanden heraus</strong>, dass p38 MAPK die Thrombinproduktion auch w&#228;hrend einer Blutvergiftung beeinflusst. Eine Blutvergiftung tritt auf, wenn Bakterien oder andere Krankheitserreger in die Blutbahn eintreten und sich im gesamten K&#246;rper ausbreiten, was mit einer ausgedehnten Infektion und Gerinnungsproblemen einhergeht.</p>
<blockquote><p>&#0187;<strong>Zu wissen, welche Molek&#252;le genau involviert sind, und wie sie funktionieren</strong>, hat eine gro&#223;e Bedeutung f&#252;r die Behandlung, vor allem, da Medikamente, die p38 MAPK hemmen, bereits f&#252;r andere Anwendungsgebiete klinisch getestet werden&#0171;, sagt Professor Matthias Hentze, Vize-Direktor des EMBL und Co-Direktor der MMPU, und f&#252;gt hinzu: &#0187;Diese Medikamente k&#246;nnten gute Kandidaten f&#252;r m&#246;gliche Krebs- oder Blutvergiftungs-Therapien sein.&#0171;</p>
<p><strong>Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Klinik und Grundlagenforschung</strong><br />
&#0187;Diese Studie zeigt den Nutzen von Partnerschaften wie der MMPU, die eine Br&#252;cke schlagen zwischen klinischer Forschung und Grundlagenforschung&#0171;, res&#252;miert Professor Andreas Kulozik, Zentrum f&#252;r Kinder- und Jugendmedizin des Universit&#228;tsklinikums Heidelberg und Co-Direktor der MMPU. Das Universit&#228;tsklinikum Heidelberg und das EMBL arbeiten bereits seit 2002 im Rahmen der MMPU erfolgreich zusammen. Ziel ist es, molekularbiologische Grundlagenforschung mit klinischer Medizin zu verkn&#252;pfen und so ein tieferes Verst&#228;ndnis f&#252;r verschiedene Erkrankungen zu erlangen.</p></blockquote>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong><br />
Danckwardt, S., Gantzert, A.-S., Macher-Goeppinger, S., Probst, H.C., Gentzel, M., Wilm, M., Gr&#246;ne, H.-J., Schirmacher, P., Hentze, M.W., Kulozik, A.E. p38 MAPK controls prothrombin expression by regulated RNA 3&#8242;end processing. Molecular Cell, 4 February 2011.</p>
<p><strong>Eine englische Fassung der Pressemitteilung finden Sie unter:</strong></p>
<p>http://www.embl.de/aboutus/communication_outreach/media_relations/2011/110204_He&#8230;</p>
<p><strong>Kontakt:</strong><br />
Prof. Dr. Andreas E. Kulozik<br />
Prof. Dr. Matthias W. Hentze<br />
Kinderheilkunde III – P&#228;diatrische Onkologie, H&#228;matologie, Immunologie, Pneumologie<br />
Zentrum f&#252;r Kinder- und Jugendmedizin und<br />
Molecular Medicine Partnership Unit<br />
EMBL &#8211; Universit&#228;t Heidelberg<br />
Im Neuenheimer Feld 156<br />
69120 Heidelberg<br />
Tel.: 06221-56-4555<br />
Fax: 06221-56-4559</p>
<p><strong>Email:</strong> Andreas.Kulozik@med.uni-heidelberg.de ; Hentze@embl.de</p>]]></content:encoded>
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		<title>Alle Erreger, stillgestanden!</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 18:35:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurznachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Blutgerinnung]]></category>
		<category><![CDATA[neutrophile]]></category>
		<category><![CDATA[Serin-Proteasen]]></category>
		<category><![CDATA[Thrombose]]></category>

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		<description><![CDATA[<div><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/08/lmu-logo.jpg" rel="lightbox[pics2355]" title="LMU M&#252;nchen"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/08/lmu-logo.thumbnail.jpg" alt="Logo LMU" width="255" height="120" class="attachment wp-att-2356 alignleft" /></a></div><h4>Mit Thrombosen gegen Infektionen k&#228;mpfen</h4>
<strong>Die erworbene Immunabwehr des Menschen</strong> kann spezifisch auf einzelne Erreger reagieren. Aber die erste Antwort auf eingedrungene Pathogene liefert die sogenannte angeborene Immunit&#228;t, die unspezifische Abwehrma&#223;nahmen wie etwa Entz&#252;ndungsreaktionen ausl&#246;st und &#252;ber verschiedene Abwehrzellen verf&#252;gt. "Ein Beispiel sind die Neutrophilen, die Abwehrstoffe gegen Pathogene produzieren", sagt der LMU-Mediziner Professor Bernd Engelmann. "Sie spielen aber auch bei der Blutgerinnung eine Rolle."

<strong>Ein Team um Engelmann konnte nun zeigen</strong>, dass zwischen der Blutgerinnung und der Abwehr von Pathogenen ein enger Zusammenhang besteht – und die Neutrophilen ein wichtiges Bindeglied sind. "Diese Immunzellen l&#246;sen bei systemischen Infektionen gezielt die Bildung harmloser Blutgerinnsel in kleinen Gef&#228;&#223;en aus, um die Ausbreitung der Erreger zu stoppen", sagt Engelmann. "Insgesamt lassen die Ergebnisse vermuten, dass Thrombosen ein physiologisches Mittel in der Abwehr von Infektionen sein k&#246;nnen. Nur wenn Blutgerinnsel irrt&#252;mlich und ohne Pathogene in gr&#246;&#223;eren Gef&#228;&#223;en entstehen, drohen Herzinfarkt oder...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/08/lmu-logo.jpg" rel="lightbox[pics2355]" title="LMU M&#252;nchen"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/08/lmu-logo.thumbnail.jpg" alt="Logo LMU" width="255" height="120" class="attachment wp-att-2356 alignleft" /></a></div>
<h4>Mit Thrombosen gegen Infektionen k&#228;mpfen</h4>
<p><strong>Die erworbene Immunabwehr des Menschen</strong> kann spezifisch auf einzelne Erreger reagieren. Aber die erste Antwort auf eingedrungene Pathogene liefert die sogenannte angeborene Immunit&#228;t, die unspezifische Abwehrma&#223;nahmen wie etwa Entz&#252;ndungsreaktionen ausl&#246;st und &#252;ber verschiedene Abwehrzellen verf&#252;gt. &#0187;Ein Beispiel sind die Neutrophilen, die Abwehrstoffe gegen Pathogene produzieren&#0171;, sagt der LMU-Mediziner Professor Bernd Engelmann. &#0187;Sie spielen aber auch bei der Blutgerinnung eine Rolle.&#0171;</p>
<p><strong>Ein Team um Engelmann konnte nun zeigen</strong>, dass zwischen der Blutgerinnung und der Abwehr von Pathogenen ein enger Zusammenhang besteht – und die Neutrophilen ein wichtiges Bindeglied sind. &#0187;Diese Immunzellen l&#246;sen bei systemischen Infektionen gezielt die Bildung harmloser Blutgerinnsel in kleinen Gef&#228;&#223;en aus, um die Ausbreitung der Erreger zu stoppen&#0171;, sagt Engelmann. &#0187;Insgesamt lassen die Ergebnisse vermuten, dass Thrombosen ein physiologisches Mittel in der Abwehr von Infektionen sein k&#246;nnen. Nur wenn Blutgerinnsel irrt&#252;mlich und ohne Pathogene in gr&#246;&#223;eren Gef&#228;&#223;en entstehen, drohen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Unsere Ergebnisse liefern m&#246;glicherweise neuartige therapeutische Ansatzpunkte zur Unterdr&#252;ckung pathologischer Thrombosen.&#0171; (Nature Medicine online, 1. August 2010)</p>
<p><strong>Die Arthropoden oder Gliederf&#252;&#223;er</strong> sind der artenreichste Stamm des Tierreichs, zu dem unter anderem die Insekten und die Spinnentiere geh&#246;ren. Gemein ist allen Arthropoden, dass sie nur &#252;ber eine angeborene Immunit&#228;t verf&#252;gen. Diese eher unspezifische Abwehr kann unter anderem entz&#252;ndliche Reaktionen ausl&#246;sen, um Krankheitserreger abzuwehren. Dazu kann die H&#228;molymphe, also die K&#246;rperfl&#252;ssigkeit der Arthropoden, Gerinnsel bilden und so extrem effektiv das Eindringen von Erregern in den Kreislauf und in Zellen verhindern. Auch die S&#228;ugetiere und damit der Mensch verf&#252;gen &#252;ber eine angeborene Immunabwehr, die sehr schnell auf eingedrungene Erreger reagiert. Es wurde vermutet, dass auch hier ein Zusammenhang zwischen der Blutgerinnung und der Abwehr von Keimen besteht.</p>
<blockquote><p><strong>Das Team um Professor Bernd Engelmann</strong> vom Institut f&#252;r Klinische Chemie der LMU M&#252;nchen hat sich zusammen mit Professor Steffen Massberg von der TU M&#252;nchen in der vorliegenden Studie auf wichtige Abwehrzellen des Blutes, die Neutrophilen, konzentriert. Diese Immunzellen geh&#246;ren zur angeborenen K&#246;rperabwehr und akkumulieren zusammen mit den Blutpl&#228;ttchen sehr schnell, wenn eine Wunde vorliegt. &#0187;Die Neutrophilen produzieren antimikrobielle Faktoren&#0171;, sagt Engelmann. &#0187;Sie spielen aber auch bei der Blutgerinnung eine Rolle. Wir haben vermutet, dass diese duale Funktion ein in der Entwicklungsgeschichte konservierter Prozess ist, der die Blutgerinnung und die Abwehr von Mikroben verbindet.&#0171;</p>
<p><strong>Die Untersuchung zeigte</strong>, dass eben diese antimikrobiellen Faktoren – vor allem sogenannte Serin-Proteasen &#8211; auch die Blutgerinnung und damit die Bildung von Thrombosen in Gef&#228;&#223;en f&#246;rdern. W&#228;hrend einer systemischen Infektion, die den gesamten Organismus erfasst, werden die Bakterien durch winzige Blutgerinnseln in kleinen Lebergef&#228;&#223;en eingeschlossen, wo die Thromben vermutlich keinen Schaden anrichten k&#246;nnen. Wie sich zeigte, erf&#252;llen die Minist&#246;psel ihren Zweck: Das Eindringen der Erreger in das Gewebe konnte weitgehend verhindert werden. &#0187;Insgesamt lassen die Ergebnisse vermuten, dass Thrombosen ein physiologisches Mittel in der Abwehr von Mikroben sein k&#246;nnen&#0171;, so Engelmann. &#0187;Die Aktivierung der Blutgerinnung ist wahrscheinlich sogar ein wichtiger und weit verbreiteter Abwehrmechanismus.&#0171;</p></blockquote>
<p><strong>Problematisch wird der Prozess nur</strong>, wenn er in gro&#223;en Blutgef&#228;&#223;en zur Bildung von Thrombosen beitr&#228;gt. &#0187;Denn Thrombosen sind der wichtigste Ausl&#246;ser von Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolien, aber auch von den lebensgef&#228;hrlichen Sp&#228;tfolgen einer Sepsis und mancher Infektionen&#0171;, sagt Engelmann. &#0187;Die arterielle Thrombose ist – als Folge verschiedener Erkrankungen – sogar eine der wichtigsten Todesursache weltweit. Unsere Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass die Unterdr&#252;ckung pathologischer Thromben ein herausragendes Behandlungsziel bei vielen Erkrankungen sein muss. Die Resultate k&#246;nnten aber auch bei der Suche nach Behandlungsans&#228;tzen helfen. Schlie&#223;lich haben sie erwiesen, dass dieselben molekularen Mechanismen zur Bildung physiologisch wichtiger und pathologischer Blutgerinnsel f&#252;hren, was neue therapeutische Angriffspunkte liefern k&#246;nnte.&#0171;</p>
<p><strong>Publikation:</strong><br />
<em>&#0187;Reciprocal coupling of coagulation and innate immunity via neutrophil serine proteases&#0171;<br />
Steffen Massberg et.al<br />
Nature Medicine, 1. August 2010<br />
DOI: 10.1038/nm.2184</em></p>
<p><strong>Ansprechpartner</strong>:<br />
Professor Bernd Engelmann<br />
Institut f&#252;r Klinische Chemie der LMU<br />
Tel.: 089 / 7095 – 3243<br />
Fax: 089 / 7095 – 6220<br />
E-Mail: bernd.engelmann@med.uni-muenchen.de </p>]]></content:encoded>
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		<title>W&#252;rzburger Forscher kl&#228;ren Mechanismus bei der Blutgerinnung auf.</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2010/01/05/wuerzburger-forscher-klaeren-mechanismus-bei-der-blutgerinnung-auf/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 17:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Blutgerinnung]]></category>
		<category><![CDATA[Embolie]]></category>
		<category><![CDATA[Infarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Pld1]]></category>
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		<description><![CDATA[<h4>Herzinfarkt und Schlaganfall effektiver therapieren</h4>

<em>W&#252;rzburg, 04.01.2010.</em> <strong>Das Fehlen eines Schl&#252;sselproteins f&#252;r die Blutgerinnung, der Phospholipase D1, sch&#252;tzt vor Herzinfarkt und Schlaganfall ohne den lebenswichtigen Prozess selbst zu beeinflussen. Das fanden W&#252;rzburger Wissenschaftler um Prof. Dr. Bernhard Nieswandt vom Rudolf-Virchow-Zentrum der Universit&#228;t W&#252;rzburg heraus. Damit k&#246;nnte das Protein zuk&#252;nftig eine wichtige Rolle bei der Therapie einnehmen, denn die meisten bisher verf&#252;gbaren Medikamente erh&#246;hen die Gefahr unkontrollierter Blutungen und erschweren deshalb die Therapie. Ihre Ergebnisse beschreiben die Wissenschaftler am 05. Januar 2010 in der Online-Ver&#246;ffentlichung der Fachzeitschrift "Science Signaling".</strong>

<strong>Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall</strong> sind das gr&#246;&#223;te Gesundheitsproblem in westlichen Gesellschaften. Durchblutungsst&#246;rungen in Arterien sind hierf&#252;r eine der wichtigsten Ursachen. Diese treten auf, wenn Blutgef&#228;&#223;e durch einen Blutpfropf verstopft werden. Ein solcher Blutpfropf entsteht an besch&#228;digten Gef&#228;&#223;w&#228;nden durch die Anlagerung von Blutpl&#228;ttchen. Gelangen diese an eine besch&#228;digte Stelle, so werden sie von der Gef&#228;&#223;wand aktiviert und ver&#228;ndern ihre Form und Oberfl&#228;cheneigenschaften so, dass sie sich aneinander und an der Wand des Blutgef&#228;&#223;es festkleben k&#246;nnen. Ist der Blutpfropf so gro&#223;, dass er das gesamte Gef&#228;&#223; verschlie&#223;t, kann das...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:575px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/01/protein-pld1.jpg" rel="lightbox[pics1907]" title="Querschnitte durch eine Bauchschlagader"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/01/protein-pld1.thumbnail.jpg" alt="Bauchschlagader" width="575" height="305" class="attachment wp-att-1909" /></a>
<div class="imagecaption">Querschnitte durch eine Bauchschlagader: Links: Eine Maus, die das Protein PLD 1 produziert, bildet nach einer Gef&#228;&#223;sch&#228;digung einen Blutpfropf aus, der das Gef&#228;&#223; verschlie&#223;t. Rechts: In der Schlagader einer Maus, die das Protein PLD 1 nicht bildet, kann nach Gef&#228;&#223;sch&#228;digung kein Blutpfropf gebildet werden. Quelle: RVZ</div>
</div>
<h4>Herzinfarkt und Schlaganfall effektiver therapieren</h4>
<p><em>W&#252;rzburg, 04.01.2010.</em> <strong>Das Fehlen eines Schl&#252;sselproteins f&#252;r die Blutgerinnung, der Phospholipase D1, sch&#252;tzt vor Herzinfarkt und Schlaganfall ohne den lebenswichtigen Prozess selbst zu beeinflussen. Das fanden W&#252;rzburger Wissenschaftler um Prof. Dr. Bernhard Nieswandt vom Rudolf-Virchow-Zentrum der Universit&#228;t W&#252;rzburg heraus. Damit k&#246;nnte das Protein zuk&#252;nftig eine wichtige Rolle bei der Therapie einnehmen, denn die meisten bisher verf&#252;gbaren Medikamente erh&#246;hen die Gefahr unkontrollierter Blutungen und erschweren deshalb die Therapie. Ihre Ergebnisse beschreiben die Wissenschaftler am 05. Januar 2010 in der Online-Ver&#246;ffentlichung der Fachzeitschrift &#0187;Science Signaling&#0171;.</strong></p>
<p><strong>Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall</strong> sind das gr&#246;&#223;te Gesundheitsproblem in westlichen Gesellschaften. Durchblutungsst&#246;rungen in Arterien sind hierf&#252;r eine der wichtigsten Ursachen. Diese treten auf, wenn Blutgef&#228;&#223;e durch einen Blutpfropf verstopft werden. Ein solcher Blutpfropf entsteht an besch&#228;digten Gef&#228;&#223;w&#228;nden durch die Anlagerung von Blutpl&#228;ttchen. Gelangen diese an eine besch&#228;digte Stelle, so werden sie von der Gef&#228;&#223;wand aktiviert und ver&#228;ndern ihre Form und Oberfl&#228;cheneigenschaften so, dass sie sich aneinander und an der Wand des Blutgef&#228;&#223;es festkleben k&#246;nnen. Ist der Blutpfropf so gro&#223;, dass er das gesamte Gef&#228;&#223; verschlie&#223;t, kann das nachfolgende Gewebe nicht mehr durchblutet werden. Besonders tragisch ist das im Herzen, dem Gehirn oder der Lunge. Es kommt zum Herzinfarkt, Schlaganfall oder zu einer Lungenembolie.</p>
<p><strong>Durchblutungsst&#246;rungen werden daher</strong> schon fr&#252;h mit leichten Blutverd&#252;nnern wie Aspirin behandelt, beim Infarkt k&#246;nnen in manchen F&#228;llen stark wirksame Medikamente die Blutpfropfen aufl&#246;sen. Doch alle bisher verf&#252;gbaren Medikamente beeinflussen auch immer die normale Blutstillung, die lebenswichtig ist, um uns bei Verletzungen vor einem unkontrollierten Blutverlust zu sch&#252;tzen. Denn krankhafte und gesunde Blutstillung laufen im K&#246;rper &#252;ber sehr &#228;hnliche Mechanismen. Als Nebenwirkungen sind daher eine erschwerte Stillung von blutenden Wunden und bei starken Medikamenten innere Blutungen bekannt. <strong>Seit einigen Jahrzehnten suchen Wissenschaftler daher nach kleinsten Unterschieden zwischen dem Ablauf der normaler Blutgerinnung und der Entstehung krankhafter Gef&#228;&#223;verschl&#252;sse.</strong></p>
<p><strong>Einen wichtigen Unterschied zeigen</strong> die W&#252;rzburger Wissenschaftler um Bernhard Nieswandt in ihrer aktuellen Studie. In den Arterien, in denen ein krankhafter Blutpfropf besonders gef&#228;hrlich ist, werden stabile Pfropfen nur mit Hilfe des Enzyms Phospholipase D 1 (PLD 1), das sich in den Blutpl&#228;ttchen befindet, gebildet. Das haben die Wissenschaftler herausgefunden, indem sie die Produktion des Enzyms in M&#228;usen gezielt verhinderten und deren Blutgerinnung mit gesunden M&#228;usen verglichen. Au&#223;erhalb des K&#246;rpers untersuchten sie die Ausbildung eines Blutpfropfs in nachgebildeten Blutgef&#228;&#223;en verschiedener Gr&#246;&#223;e. Um die Wirkung auf den gesamten Organismus zu bestimmen, l&#246;sten sie Verletzungen in der Hauptschlagader aus, wie sie bei krankhaft ver&#228;nderten Gef&#228;&#223;en auftreten. Die M&#228;use ohne PLD 1 bildeten keine gro&#223;en Blutpfropfen aus und waren zum Gro&#223;teil vor Infarkt und Schlaganfall gesch&#252;tzt.</p>
<p><strong>Interessant ist, dass PLD 1 besonders</strong> f&#252;r die krankhafte Blutgerinnung wichtig zu sein scheint, f&#252;r die normale Blutgerinnung aber nicht unbedingt ben&#246;tigt wird. Im verletzten Gef&#228;&#223; aktiviert es so genannte Integrine auf der Oberfl&#228;che der Blutpl&#228;ttchen, wenn sich bereits einige Pl&#228;ttchen an die Gef&#228;&#223;wand geheftet haben. Das aktivierte Integrin ist eine Art Klebstoff, der die Pl&#228;ttchen dann noch einmal untereinander verklumpt und den Pfropf stabilisiert. In den Arterien, in denen die meisten akut lebensgef&#228;hrlichen Blutpfropfen entstehen, nimmt PLD 1 eine Schl&#252;sselrolle ein und ist daher besonders interessant f&#252;r einen m&#246;glichen Therapieansatz. &#0187;In den Arterien wirken auf die Blutpl&#228;ttchen sehr viel h&#246;here Scherkr&#228;fte ein als in den Venen, die die Pl&#228;ttchen stark aktivieren, gleichzeitig aber die Entstehung eines Pfropfens erschweren. Daher scheint PLD 1 hier als eine Art Verst&#228;rker wichtig zu sein, damit sich die Pl&#228;ttchen &#252;berhaupt untereinander verklumpen k&#246;nnen&#0171;, so Bernhard Nieswandt. Diesen Verst&#228;rker k&#246;nnten die Wissenschaftler blockieren und damit Durchblutungsst&#246;rungen und den Gef&#228;&#223;verschluss verhindern, ohne die normale Blutgerinnung zu beeinflussen.</p>
<p><strong>Publikation:</strong> <em>M. Elvers, D. Stegner, I. Hagedorn, C. Kleinschnitz, A. Braun, M. E. J. Kuijpers, M. Boesl, Q. Chen, J. W. M. Heemskerk, G. Stoll, M. A. Frohman, B. Nieswandt, Impaired aIIbb3 integrin activation and shear-dependent thrombus formation in mice lacking phospholipase D1. Sci. Signal. 3, ra1 2010).doi: 10.1126/scisignal.2000551.<br />
</em><br />
<strong>Mehr Informationen:</strong><br />
Porf. Dr. Bernhard Nieswandt<br />
Rudolf-Virchow-Zentrum/DFG Forschungszentrum der Universit&#228;t W&#252;rzburg<br />
Telefon: +49 931 31 80376 </p>]]></content:encoded>
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		<title>Lebensgef&#228;hrlicher Lebensretter&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Mar 2008 20:02:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klinische Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Blut]]></category>
		<category><![CDATA[Blutgerinnung]]></category>
		<category><![CDATA[PDI]]></category>

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		<description><![CDATA[Neuer Mechanismus der Aktivierung der Blutgerinnung
Ohne Blutgerinnung k&#246;nnten wir keine Verletzung &#252;berstehen. H&#228;mostase hei&#223;t der Prozess, bei dem Blutungen gestillt werden, um einen potentiell lebensgef&#228;hrlichen Blutverlust zu vermeiden. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Professor Bernd Engelmann vom Institut f&#252;r Klinische Chemie der Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t (LMU) M&#252;nchen konnte jetzt ein Protein identifizieren, dass entscheidend sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neuer Mechanismus der Aktivierung der Blutgerinnung</strong></p>
<p><strong>Ohne Blutgerinnung</strong> k&#246;nnten wir keine Verletzung &#252;berstehen. H&#228;mostase hei&#223;t der Prozess, bei dem Blutungen gestillt werden, um einen potentiell lebensgef&#228;hrlichen Blutverlust zu vermeiden. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Professor Bernd Engelmann vom Institut f&#252;r Klinische Chemie der Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t (LMU) M&#252;nchen konnte jetzt ein Protein identifizieren, dass entscheidend sein k&#246;nnte f&#252;r den Start der Blutgerinnung, das Enzym &#0187;Protein Disulfide Isomerase (PDI)&#0171;. PDI stellt eigentlich eine Art T&#220;V dar, der den korrekten Aufbau von Proteinen innerhalb von Zellen pr&#252;ft und sicherstellt. Entsprechend unerwartet ist, dass PDI die Blutgerinnung initiiert. </p>
<p><strong>Wie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift &#0187;The Journal of Clinical Investigation (JCI)&#0171;</strong> berichtet, f&#252;hrte eine Blockade des Enzyms PDI zu einer Verringerung der Bildung von Fibrin, einem Molek&#252;l, das Netze zum Verschluss von Wunden in Blutgef&#228;&#223;en bildet. Die Blutgerinnung stellt einen janusk&#246;pfigen Prozess dar &#8211; sie verhindert bedrohliche Blutungen, l&#246;st aber auch lebensgef&#228;hrliche Thrombosen aus, also Blutgerinnsel, die zu Schlaganf&#228;llen und Herzinfarkten f&#252;hren k&#246;nnen. M&#246;glicherweise spielen PDI und verwandte Proteine daher auch bei der Entstehung von h&#228;ufigen Herz-Kreislauferkrankungen eine wichtige Rolle &#8211; und sind damit potentielle Zielmolek&#252;le f&#252;r entsprechende Therapien.</p>
<p><strong>Rund 30 Faktoren</strong> sind an der Blutgerinnung beteiligt, die letztlich in einer Art Kettenreaktion abl&#228;uft. In einem letzten Schritt dieser Gerinnungskaskade bilden die Fibrinmolek&#252;le ein Netz, das wie ein Pfropf die Wunde verschlie&#223;t. Weil in das Geflecht auch rote Blutk&#246;rperchen eingelagert werden, spricht man von einem &#0187;roten Thrombus&#0171;. Er dichtet die Wunde nach innen und au&#223;en ab, so dass der Bildung des Pfropfs eine entscheidende Abwehr- und Reparaturfunktion zukommt &#8211; die letztlich die Unversehrtheit der Gef&#228;&#223;e garantiert. Eine &#228;hnliche Rolle spielen die Blutpl&#228;ttchen, weil sie an den Stellen einer Aderverletzung aggregieren. Es ist aber der Fibrinpfropf, der f&#252;r eine stabile Versiegelung von Wunden an Gef&#228;&#223;w&#228;nden sorgt und damit einen lebensbedrohlichen Blutverlust verhindert.</p>
<p><strong>Es ist schon seit l&#228;ngerem bekannt</strong>, dass der Start der Fibrinbildung ganz entscheidend von dem &#0187;Tissue Factor (TF)&#0171; abh&#228;ngt, der auch als Thromboplastin bekannt ist. Dieses Protein wird von den Zellen der Gef&#228;&#223;w&#228;nde sowie von Blutk&#246;rperchen produziert, aber erst bei Bedarf aktiviert. Dann erm&#246;glicht TF einen der wichtigsten Schritte der Blutgerinnung: Die Aktivierung des Enzyms Thrombin aus der inaktiven Vorstufe Prothrombin. Das Thrombin wiederum sorgt f&#252;r die Bildung des Fibrinnetzes. &#0187;Man wei&#223;, dass mehrere Faktoren Einfluss haben auf die Aktivierung von TF&#0171;, berichtet Engelmann. &#0187;Bisher aber war unklar, wie das Protein in einen aktiven Zustand &#252;berf&#252;hrt wird. Unsere Ergebnisse zeigen jetzt aber, dass PDI den TF aktivieren kann, so dass PDI selbst und wohl auch funktional verwandte Enzyme zu den wichtigsten Initiatoren der Fibrinbildung geh&#246;ren.&#0171;</p>
<p><strong>Die Versuche zeigten auch</strong>, dass PDI und TF f&#252;r den Vorgang der Aktivierung eine sehr kurzfristige chemische Verbindung eingehen. Au&#223;erdem k&#246;nnen wohl relativ wenige PDI-Molek&#252;le eine ganze Reihe von TF-Molek&#252;len aktivieren &#8211; und so f&#252;r eine Verst&#228;rkung des Signals sorgen, das von einem verletzten Gef&#228;&#223; ausgeht. Das wiederum ist n&#246;tig f&#252;r eine schnelle und optimale Versiegelung der Wunde. &#0187;Bei Bedarf wird PDI von verschiedenen Quellen freigesetzt&#0171;, so Engelmann, &#0187;insbesondere aber von verletzten Zellen. Man muss sich vor Augen halten, dass bei jeder kleinen Schnittwunde Tausende von Zellen gesch&#228;digt werden. Dadurch wird unter anderem PDI freigesetzt und kann die Blutgerinnung starten. Weitere Untersuchungen sollen nun kl&#228;ren, ob PDI auch eine krankmachende Rolle spielen kann.&#0171;</p>
<p><strong>Blutgerinnung ist n&#228;mlich</strong> ein vom K&#246;rper streng regulierter, hierarchisch aufgebauter und &#228;u&#223;erst komplexer Prozess, der nur bei Verletzungen stattfinden darf. Ansonsten droht ein lebensgef&#228;hrlicher Aderverschluss durch ein Blutgerinnsel, was eben zu Herzinfarkten und Schlaganf&#228;llen f&#252;hren kann. &#0187;Normale Blutgerinnung und die Entstehung einer Thrombose sind mechanistisch unterschiedliche Prozesse&#0171;, so Engelmann. &#0187;Trotzdem spielt TF wohl in beiden F&#228;llen eine gewichtige Rolle. Dann aber k&#246;nnten PDI und &#228;hnlich wirkende Enzyme bei der Entstehung gef&#228;hrlicher Blutgerinnsel ebenfalls von Bedeutung sein. Sollte sich dies in weiteren Versuchen best&#228;tigen, k&#246;nnten diese Proteine als sehr wirksame Zielmolek&#252;le f&#252;r eine Therapie einer ganzen Reihe von Herz-Kreislauferkrankungen in Frage kommen, die durch Thrombosen ausgel&#246;st werden.&#0171;</p>
<p><strong>Publikation:</strong><br />
&#0187;Protein disulfide isomerase acts as an injury response signal that enhances fibrin generation via tissue factor activation&#0171;,<br />
Christoph Reinhardt, Marie-Luise von Br&#252;hl, Davit Manukyan, Lenka Grahl, Michael Lorenz, Berid Altmann, Silke Dlugai, Sonja Hess, Ildiko Konrad, Lena Orschiedt, Nigel Mackman, Lloyd Ruddock, Steffen Massberg, and Bernd Engelmann, &#0187;The Journal of Clinical Investigation (JCI)&#0171;, 3. M&#228;rz 2008; Band 118: Seiten 1110-1122.</p>
<p><strong>Ansprechpartner:</strong><br />
Professor Dr. Bernd Engelmann<br />
Institut f&#252;r Klinische Chemie der Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t (LMU) M&#252;nchen<br />
Tel.: 089 / 7095 &#8211; 3243<br />
Fax: 089 / 7095 &#8211; 6220<br />
E-Mail: Bernd.Engelmann@med.uni-muenchen.de </p>]]></content:encoded>
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