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	<title>DZKF WEBLOG &#187; Genort</title>
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	<description>Deutsche Zeitschrift für Klinische Forschung &#124; Der Weblog mit News, Meinungen und Kommentaren</description>
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		<title>Neuer Genort f&#252;r Vorhofflimmern entdeckt: Ansatzpunkt f&#252;r innovative Therapien</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 05:06:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weiterbildung/Universitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Genort]]></category>
		<category><![CDATA[Kaliumkanal]]></category>
		<category><![CDATA[Vorhofflimmern]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>Vorhofflimmern ist eine chronische Rhythmusst&#246;rung des Herzens</strong>, die etwa eine Million Menschen in Deutschland betrifft. Die St&#246;rung ist zwar nicht akut lebensbedrohlich, erh&#246;ht jedoch das Risiko f&#252;r schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Demenz erheblich. Nun hat ein internationales Forscherteam unter Leitung des AFNET-Wissenschaftlers Privat-Dozent Dr. Stefan K&#228;&#228;b, LMU M&#252;nchen, in einer genomweiten Assoziationsstudie einen neuen Genort identifiziert, der das Risiko f&#252;r Vorhofflimmern signifikant beeinflusst.
<strong>Dieser steht in funktionellem Zusammenhang zu einem Kalium-Kanal</strong>, der bei der Erregungsbildung des Herzens eine Rolle spielt. "<em>Die Kenntnis dieses Zusammenhangs erm&#246;glicht es uns, gezielt neue Wirkstoffe zu entwickeln, die Vorhofflimmern behandeln k&#246;nnen</em>", erl&#228;utert K&#228;&#228;b. Die Meta-Analyse, in der das Genom von  ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vorhofflimmern ist eine chronische Rhythmusst&#246;rung des Herzens</strong>, die etwa eine Million Menschen in Deutschland betrifft. Die St&#246;rung ist zwar nicht akut lebensbedrohlich, erh&#246;ht jedoch das Risiko f&#252;r schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Demenz erheblich. Nun hat ein internationales Forscherteam unter Leitung des AFNET-Wissenschaftlers Privat-Dozent Dr. Stefan K&#228;&#228;b, LMU M&#252;nchen, in einer genomweiten Assoziationsstudie einen neuen Genort identifiziert, der das Risiko f&#252;r Vorhofflimmern signifikant beeinflusst.<br />
<strong>Dieser steht in funktionellem Zusammenhang zu einem Kalium-Kanal</strong>, der bei der Erregungsbildung des Herzens eine Rolle spielt. &#0187;<em>Die Kenntnis dieses Zusammenhangs erm&#246;glicht es uns, gezielt neue Wirkstoffe zu entwickeln, die Vorhofflimmern behandeln k&#246;nnen</em>&#0171;, erl&#228;utert K&#228;&#228;b. Die Meta-Analyse, in der das Genom von 1335 Patienten mit Vorhofflimmern mit dem Erbgut von 12844 gesunden Probanden verglichen wurde, ber&#252;cksichtigt Daten aus zehn umfangreichen epidemiologischen Studien. Die Analyse entstand in enger Zusammenarbeit von Forschern der LMU M&#252;nchen, der TU M&#252;nchen und des Helmholtz Zentrums M&#252;nchen sowie mit Beitr&#228;gen aus &#252;ber 50 internationalen Forschungseinrichtungen. (<em>Nature Genetics online, 21. Februar 2010</em>)</p>
<p><strong>Um das Blut reibungslos durch den K&#246;rper</strong> zu transportieren und die Versorgung der lebenswichtigen Organe sicherzustellen, m&#252;ssen die Schl&#228;ge des Herzens perfekt koordiniert sein: Die Kontraktionen der Vorh&#246;fe und der Herzkammern m&#252;ssen in ihrer zeitlichen Folge genau aufeinander abgestimmt sein. Kann der Sinusknoten &#8211; der elektrische Taktgeber des Herzens &#8211; diese Aufgabe nicht mehr ausreichend erf&#252;llen, kommt es zu einer Herzrhythmusst&#246;rung. Im Gegensatz zum Kammerflimmern ist das Vorhofflimmern eine mildere Form der Herzrhythmusst&#246;rung, die nicht akut lebensbedrohlich ist. &#0187;Allerdings kann Vorhofflimmern zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen f&#252;hren &#8211; vor allem dadurch, dass das Blut nicht mehr vollst&#228;ndig aus dem Herzen gepumpt wird und so leichter Blutgerinnsel entstehen&#0171;, erl&#228;utert K&#228;&#228;b. &#0187;Diese k&#246;nnen wiederum Schlaganf&#228;lle oder eine Embolie &#8211; also dem Verschluss eines Blutgef&#228;&#223;es &#8211; nach sich ziehen. Zudem erh&#246;ht Vorhofflimmern das Risiko f&#252;r eine Herzinsuffizienz und kann zu einer Einschr&#228;nkung der Hirnleistung bis hin zur Demenz f&#252;hren.&#0171;</p>
<p><strong>Zugleich ist Vorhofflimmern eine Erkrankung mit hoher sozio&#246;konomischer Bedeutung:</strong> Allein in Deutschland sind bis zu einer Million Menschen betroffen, weltweit wird die Zahl auf bis zu 600 Millionen Menschen gesch&#228;tzt. Ein internationales Forscherteam um Dr. K&#228;&#228;b hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die genetischen Signalwege aufzudecken, die zur Entstehung dieser bislang wenig verstandenen St&#246;rung beitragen. Dabei ist es den Wissenschaftlern in zwei hochrangig publizierten Studien bereits gelungen, mehrere wichtige Genorte zu identifizieren, die das Risiko f&#252;r Vorhofflimmern signifikant beeinflussen. So entdeckten die Forscher einen Genort auf Chromosom 16, der die Synthese eines Molek&#252;ls f&#252;r die Herzentwicklung beeinflusst. Zudem sp&#252;rten sie neun Regionen im Erbgut auf, die sich auf die Zeitdauer des PQ-Intervalls &#8211; einer Messstrecke des EKG &#8211; auswirken und &#252;ber diesen Marker auch mit dem Risiko f&#252;r das Auftreten von Vorhofflimmern zusammenh&#228;ngen.</p>
<p><strong>In der neuen Untersuchung fassten die Forscher</strong> in Kooperation mit dem Kardiologen Patrick T. Ellinor vom Massachusetts General Hospital in Boston (USA) die Daten aus f&#252;nf gro&#223; angelegten genomweiten Assoziationsstudien in einer Meta-Analyse zusammen. Dabei betrachteten sie jedoch nur eine Untergruppe der Studienteilnehmer &#8211; n&#228;mlich 1335 Personen, die von einer besonderen Form des Vorhofflimmerns betroffen waren. Dieses so genannte Lone Atrial Fibrillation (Lone AF) zeichnet sich durch einen Krankheitsbeginn vor dem 65. Lebensjahr und das Fehlen struktureller Begleiterkrankungen aus. </p>
<blockquote><p>&#0187;<strong>Durch diese sehr homogene Untersuchungsgruppe</strong> ist es uns gelungen, einen neuen Genort zu entdecken, der das Risiko f&#252;r Vorhofflimmern signifikant beeinflusst, n&#228;mlich KCNN3&#8243;, sagt K&#228;&#228;b. &#0187;Gl&#252;cklicherweise handelt es sich dabei um ein Gen, das an der Synthese eines Kaliumkanals beteiligt ist. Dieser spielt bei der Erregungsbildung des Herzens eine Rolle und stellt somit ein m&#246;gliches Ziel f&#252;r neue Medikamente dar.&#0171;</p>
<p><strong>So k&#246;nnten in zuk&#252;nftigen Studien neuartige Wirkstoffe</strong> entwickelt und erprobt werden, die gezielt an diesem Kaliumkanal ansetzen und auf diese Weise eine unkoordinierte Erregung des Herzens verringern. &#0187;Gleichzeitig verbessert das Ergebnis unser Verst&#228;ndnis &#252;ber die pathophysiologischen Mechanismen, die zur Entstehung des Vorhofflimmerns beitragen&#0171;, sagt K&#228;&#228;b. &#0187;Zudem hoffen wir, dass die Ergebnisse langfristig gesehen f&#252;r eine individuelle Risikovorhersage genutzt werden k&#246;nnen.&#0171;</p></blockquote>
<p><strong>Neben den M&#252;nchner Forschern</strong> waren an der Untersuchung Wissenschaftler aus mehr als 50 Forschungseinrichtungen in Deutschland, den USA, den Niederlanden, Estland und Island beteiligt. Gef&#246;rdert wurde das Projekt unter anderem durch das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN), das Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET), die internationale Fondation Leducq und den Investitionsfonds im Rahmen der Exzellenzinitiative der LMU.</p>
<p><strong>Publikation:</strong><br />
<em>&#0187;Common variants in KCNN3 are associated with lone artrial fibrillation&#0171;;<br />
Patrick T. Ellinor et al.; Nature Genetics online; 21. Februar 2010<br />
DOI: 10.1038/ng.537</em><br />
<strong>wissenschaftlicher Kontakt:</strong></p>
<p>Privatdozent Dr. Stefan K&#228;&#228;b<br />
Klinikum der Universit&#228;t M&#252;nchen<br />
Marchioninistr. 15<br />
81377 M&#252;nchen<br />
Tel.: 089 / 7095-3049<br />
Fax: 089 / 7095-6076<br />
E-Mail: stefan.kaab@med.uni-muenchen.de</p>]]></content:encoded>
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