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	<title>DZKF WEBLOG &#187; Immunabwehr</title>
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	<description>Deutsche Zeitschrift für Klinische Forschung &#124; Der Weblog mit News, Meinungen und Kommentaren</description>
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		<item>
		<title>Stammzelltransplantation: Neue Therapie soll &#220;berlebenschancen erh&#246;hen</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2010/11/07/stammzelltransplantation-neue-therapie-soll-ueberlebenschancen-erhoehen/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Nov 2010 14:12:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Woanders gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Immunabwehr]]></category>
		<category><![CDATA[Neovaskularisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Stammzellen]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>F&#252;r viele Patienten mit b&#246;sartigen Erkrankungen ist die Transplantation von blutbildenden Stammzellen eines Fremdspenders (allo-HSCT) die einzige Hoffnung auf Heilung. Leider stirbt jedoch etwa jeder vierte Patient nach einer allo-HSCT – entweder an einem Tumorr&#252;ckfall oder an einer durch die Immunzellen des Spenders verursachten Entz&#252;ndungskrankheit, der graft-versus-host Krankheit (graft-versus-host disease, GVHD). Die Arbeitsgruppe um PD Dr. Olaf Penack an der Charité in Berlin forscht an einer Therapie, die die &#220;berlebenschancen der Patienten verbessern soll. Die Mediziner wollen Tumorwachstum und GVHD gleichzeitig eind&#228;mmen, indem sie das Blutgef&#228;&#223;wachstum medikament&#246;s hemmen.</strong>

<strong>Immuntherapien finden zunehmend Eingang</strong> in die klinische Behandlung von Krebspatienten. F&#252;r b&#246;sartige ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>F&#252;r viele Patienten mit b&#246;sartigen Erkrankungen ist die Transplantation von blutbildenden Stammzellen eines Fremdspenders (allo-HSCT) die einzige Hoffnung auf Heilung. Leider stirbt jedoch etwa jeder vierte Patient nach einer allo-HSCT – entweder an einem Tumorr&#252;ckfall oder an einer durch die Immunzellen des Spenders verursachten Entz&#252;ndungskrankheit, der graft-versus-host Krankheit (graft-versus-host disease, GVHD). Die Arbeitsgruppe um PD Dr. Olaf Penack an der Charité in Berlin forscht an einer Therapie, die die &#220;berlebenschancen der Patienten verbessern soll. Die Mediziner wollen Tumorwachstum und GVHD gleichzeitig eind&#228;mmen, indem sie das Blutgef&#228;&#223;wachstum medikament&#246;s hemmen.</strong></p>
<p><strong>Immuntherapien finden zunehmend Eingang</strong> in die klinische Behandlung von Krebspatienten. F&#252;r b&#246;sartige Blutkrebs-Erkrankungen ist die allo-HSCT zurzeit die effektivste Immuntherapie. Die transplantierten Zellen sollen die eigentliche Aufgabe der k&#246;rpereigenen Immunabwehr des Patienten &#252;bernehmen – n&#228;mlich die Krebszellen zu erkennen und unsch&#228;dlich zu machen. Leider ist die allo-HSCT kein komplikationsarmes Verfahren: ca. 20% der Patienten sterben nach der Transplantation an einer Absto&#223;ungsreaktion der transplantierten Zellen – der so genannten graft-versus-host Krankheit (GVHD). Diese schwere Entz&#252;ndungskrankheit greift vor allem Darm, Leber und Haut an.</p>
<p><strong>Eine gro&#223;e klinische Herausforderung stellt deshalb</strong> die Vorbeugung und Therapie der GVHD dar. Die derzeit verf&#252;gbaren therapeutischen Strategien gegen GVHD beeintr&#228;chtigen jedoch gleichzeitig die Funktionsf&#228;higkeit der Immunzellen und erh&#246;hen deshalb das Risiko eines Tumorr&#252;ckfalls sowie die Infektionsanf&#228;lligkeit des Patienten. Der Bedarf an einer neuen Behandlungsmethode, die die Aktivit&#228;t der Immunabwehr gegen Tumorzellen und gegen Krankheitserreger nicht einschr&#228;nken, ist also sehr gro&#223;.</p>
<p><strong>Eine viel versprechende therapeutische Strategie</strong> verfolgt Dr. Penack mit seinem Team. Erste Experimente in Mausmodellen f&#252;r Stammzelltransplantation weisen darauf hin, dass das Tumorwachstums verlangsamt und die Absto&#223;ungsreaktion reduziert werden k&#246;nnen, wenn die Ausbildung von Blutgef&#228;&#223;en (Neovaskularisierung) medikament&#246;s gehemmt wird. Dar&#252;ber hinaus konnten Dr. Penack und Kollegen zeigen, dass Vorl&#228;uferzellen der Blutgef&#228;&#223;bildung (Endothelialen Progenitorzellen, EPCs) eine besonders wichtige Rolle bei der Entz&#252;ndungsreaktion w&#228;hrend der GVHD spielen.</p>
<p><strong>In einem von der Wilhelm Sander-Stiftung gef&#246;rderten Projekt</strong> wollen die Forscher verschiedene Strategien zur Hemmung des Blutgef&#228;&#223;wachstums in pr&#228;klinischen Modellen der allo-HSCT testen. Ihr Ziel ist die z&#252;gige klinische Weiterentwicklung einer Therapie, die die &#220;berlebenschancen von Patienten nach einer Stammzelltransplantation erh&#246;hen.</p>
<p><strong>Kontakt:</strong><br />
PD Dr. Olaf Penack, Facharzt f&#252;r Innere Medizin, H&#228;matologie/Onkologie<br />
Medizinische Klinik III, Abt. H&#228;matologie/Onkologie, Charité Berlin<br />
<strong>E-Mail:</strong> olaf.penack@charite.de</p>]]></content:encoded>
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		<title>K&#246;rpereigene Killer gegen Krebs einsetzen</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2010/06/20/koerpereigene-killer-gegen-krebs-einsetzen/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 10:45:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurznachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Immunabwehr]]></category>
		<category><![CDATA[Krebs]]></category>
		<category><![CDATA[Oligonukleotide]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/06/carole-bourquin.jpg" rel="lightbox[pics2265]" title="PD Dr. Dr. Carole Bourquin (Photo: LMU)"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/06/carole-bourquin.thumbnail.jpg" alt="PD Dr. Dr. Carole Bourquin (Photo: LMU)" width="255" height="196" class="attachment wp-att-2266" /></a><div class="imagecaption">PD Dr. Dr. Carole Bourquin (Photo: LMU)</div></div><h4>LMU-Medizinerin erh&#228;lt Georg Heberer Award 2010</h4>
<strong>Beim Stiftungsfest der Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t (LMU) M&#252;nchen wurde PD Dr. Dr. Carole Bourquin</strong> von der Abteilung f&#252;r Klinische Pharmakologie des Klinikums der Universit&#228;t M&#252;nchen, der mit 25.000 Euro dotierte Georg Heberer Award 2010 verliehen. Die Ober&#228;rztin und Nachwuchswissenschaftlerin erhielt die Auszeichnung f&#252;r einen innovativen Ansatz zur Krebstherapie. Ziel ist hier, die <strong>angeborene Immunabwehr des Patienten mit Hilfe synthetisch hergestellter Molek&#252;le zu stimulieren, um die Tumorerkrankung zu bek&#228;mpfen.</strong>
Vor allem in Kombination mit einer chirurgischen Entfernung der Geschwulst k&#246;nnte diese Strategie die Effizienz der Therapie betr&#228;chtlich steigern. Tats&#228;chlich hat die in der Fachzeitschrift „Journal of Immunology“ erschienene Arbeit im TumormodellTiermodell gezeigt, dass der von Bourquin und ihrem Team entwickelte Ansatz das Tumorwachstumden Fortschritt einer Krebserkrankung hemmen kann.

<strong>Zu den Hauptaufgaben des angeborenen Immunsystems</strong> geh&#246;rt es, bei einer drohenden Infektion
...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/06/carole-bourquin.jpg" rel="lightbox[pics2265]" title="PD Dr. Dr. Carole Bourquin (Photo: LMU)"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/06/carole-bourquin.thumbnail.jpg" alt="PD Dr. Dr. Carole Bourquin (Photo: LMU)" width="255" height="196" class="attachment wp-att-2266" /></a>
<div class="imagecaption">PD Dr. Dr. Carole Bourquin (Photo: LMU)</div>
</div>
<h4>LMU-Medizinerin erh&#228;lt Georg Heberer Award 2010</h4>
<p><strong>Beim Stiftungsfest der Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t (LMU) M&#252;nchen wurde PD Dr. Dr. Carole Bourquin</strong> von der Abteilung f&#252;r Klinische Pharmakologie des Klinikums der Universit&#228;t M&#252;nchen, der mit 25.000 Euro dotierte Georg Heberer Award 2010 verliehen. Die Ober&#228;rztin und Nachwuchswissenschaftlerin erhielt die Auszeichnung f&#252;r einen innovativen Ansatz zur Krebstherapie. Ziel ist hier, die <strong>angeborene Immunabwehr des Patienten mit Hilfe synthetisch hergestellter Molek&#252;le zu stimulieren, um die Tumorerkrankung zu bek&#228;mpfen.</strong><br />
Vor allem in Kombination mit einer chirurgischen Entfernung der Geschwulst k&#246;nnte diese Strategie die Effizienz der Therapie betr&#228;chtlich steigern. Tats&#228;chlich hat die in der Fachzeitschrift „Journal of Immunology“ erschienene Arbeit im TumormodellTiermodell gezeigt, dass der von Bourquin und ihrem Team entwickelte Ansatz das Tumorwachstumden Fortschritt einer Krebserkrankung hemmen kann.</p>
<p><strong>Zu den Hauptaufgaben des angeborenen Immunsystems</strong> geh&#246;rt es, bei einer drohenden Infektion Alarm zu schlagen und die K&#246;rperabwehr gegen die eingedrungenen Erreger zu mobilisieren. Zum Spektrum der ausgel&#246;sten Immunantworten geh&#246;rt auch die Aktivierung <em>nat&#252;rlicher Killerzellen</em> (NK-Zellen), die infizierte Zellen attackieren – aber auch Krebszellen eliminieren k&#246;nnen. Die neuartige Therapie zielt darauf ab, diese nat&#252;rlichen Abwehrmechanismen gezielt im Kampf gegen Tumorzellen zu nutzen. Das Team um Bourquin setzt dabei auf synthetisch hergestellte, kurze Molek&#252;le aus RNA, eine dem Erbmolek&#252;l verwandte Nukleins&#228;ure. Mit Erfolg: Erstmals gelang der Nachweis, dass diese <em>Oligonukleotide</em> NK-Zellen dazu anregen, Tumorzellen zu erkennen und zu eliminieren. <strong>Die Studie leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Immuntherapie bei Krebserkrankungen</strong>.</p>
<p><strong>Carole Bourqin</strong> wurde 1970 in Genf geboren, wo sie auch von 1988 bis 1995 Medizin studierte. 2002 kam sie als Assistenz&#228;rztin an das Klinikum der LMU M&#252;nchen. 2008 legte Bourquin ihre Pr&#252;fung zur Fach&#228;rztin f&#252;r KlinischeKlinikische Pharmakologie ab. Ein Jahr sp&#228;ter folgte die erfolgreich abgelegte Pr&#252;fung zur FachimmunologinFach&#228;rztin f&#252;r Immunologie sowie ihre Habilitation in Klinischer Pharmakologie. Bourquin ist seit mehr als zehn Jahren experimentell und klinisch auf dem Gebiet der Immuntherapie t&#228;tig und leitet nun eine Forschungsgruppe in der Klinischen Pharmakologie. Ihre Arbeit wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Bayerischen ImmuntherapieImmunterhapie-Netzwerk gef&#246;rdert.</p>
<p><strong>Ansprechpartner:</strong><br />
Prof. Dr. med. Rudolf A. Hatz<br />
Chirurgische Klinik und Poliklinik des Klinikums der Universit&#228;t M&#252;nchen<br />
Tel.: 089 / 7095 &#8211; 3511<br />
Fax: 089 / 7095 &#8211; 3508<br />
E-Mail: Rudolf.Hatz@med.uni-muenchen.de </p>]]></content:encoded>
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		<title>Gefangen in einem molekularen Netz</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2010/05/06/gefangen-in-einem-molekularen-netz/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 14:17:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurznachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Aspergillus]]></category>
		<category><![CDATA[fumigatus]]></category>
		<category><![CDATA[Granulozyten]]></category>
		<category><![CDATA[Immunabwehr]]></category>
		<category><![CDATA[neutrophile]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/05/granulozyten.jpg" rel="lightbox[pics0]" title="Neutrophile Granulozyten bek&#228;mpfen Sporen von Aspergillus fumigatus."><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/05/granulozyten.thumbnail.jpg" alt="Neutrophile Granulozyten bek&#228;mpfen Sporen von Aspergillus fumigatus." width="255" height="179" class="attachment wp-att-2161" /></a><div class="imagecaption">Neutrophile Granulozyten bek&#228;mpfen Sporen von Aspergillus fumigatus.</div></div> <h4>Wissenschaftler beweisen einen neuartigen Mechanismus der Immunabwehr</h4>
<strong>Wie Zellen des Immunsystems einen Schimmelpilz davon abhalten, sich in der Lunge auszubreiten und Krankheiten zu verursachen, haben Wissenschaftler der Universit&#228;ten Magdeburg und Jena erstmals an Laborm&#228;usen zeigen k&#246;nnen. Die Forscher konnten nachweisen, dass bestimmte Abwehrzellen - die so genannten neutrophilen Granulozyten - den Schimmelpilz Aspergillus fumigatus mit einem Netz aus DNA-F&#228;den zun&#228;chst umh&#252;llen und dann zerst&#246;ren.</strong>

<strong>Die Forschungsergebnisse</strong>, die langfristig zur Vermeidung von Komplikationen bei der Behandlung von Patienten mit einem geschw&#228;chten Immunsystem beitragen k&#246;nnten, haben...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/05/granulozyten.jpg" rel="lightbox[pics0]" title="Neutrophile Granulozyten bek&#228;mpfen Sporen von Aspergillus fumigatus."><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/05/granulozyten.thumbnail.jpg" alt="Neutrophile Granulozyten bek&#228;mpfen Sporen von Aspergillus fumigatus." width="255" height="179" class="attachment wp-att-2161" /></a>
<div class="imagecaption">Neutrophile Granulozyten bek&#228;mpfen Sporen von Aspergillus fumigatus.</div>
</div>
<h4>Wissenschaftler beweisen einen neuartigen Mechanismus der Immunabwehr</h4>
<p><strong>Wie Zellen des Immunsystems einen Schimmelpilz davon abhalten, sich in der Lunge auszubreiten und Krankheiten zu verursachen, haben Wissenschaftler der Universit&#228;ten Magdeburg und Jena erstmals an Laborm&#228;usen zeigen k&#246;nnen. Die Forscher konnten nachweisen, dass bestimmte Abwehrzellen &#8211; die so genannten neutrophilen Granulozyten &#8211; den Schimmelpilz Aspergillus fumigatus mit einem Netz aus DNA-F&#228;den zun&#228;chst umh&#252;llen und dann zerst&#246;ren.</strong></p>
<p><strong>Die Forschungsergebnisse</strong>, die langfristig zur Vermeidung von Komplikationen bei der Behandlung von Patienten mit einem geschw&#228;chten Immunsystem beitragen k&#246;nnten, haben die Wissenschaftler um Professor Dr. Matthias Gunzer und Dr. Mike Hasenberg vom Institut f&#252;r Molekulare und Klinische Immunologie der Otto-von-Guericke-Universit&#228;t Magdeburg zusammen mit Jenaer Mikrobiologen um Professor Dr. Axel Brakhage jetzt im hoch angesehenen internationalen Forschungsjournal PLoS Pathogen (<em>DOI:10.1371/journal.ppat.1000873</em>) ver&#246;ffentlicht.</p>
<p><em>Aspergillus fumigatus</em> <strong>ist ein in der Umwelt sehr h&#228;ufig vorkommender Schimmelpilz</strong>, der u.a. eine ma&#223;gebliche Rolle bei der Zersetzung von Pflanzenabf&#228;llen im heimischen Kompost spielt. F&#252;r einen gesunden Menschen stellt dieser Schimmelpilz normalerweise keine Gefahr dar. Anders ist das bei Menschen mit einem stark geschw&#228;chten Immunsystem &#8211; und insbesondere dann, wenn bei diesen Menschen zu wenige oder defekte Neutrophile vorhanden sind. Das ist z.B. bei Leuk&#228;mie-Patienten unmittelbar nach einer Hochdosis-Chemotherapie der Fall. F&#252;r diese Menschen besteht ein hohes Risiko, an einer von <em>A. fumigatus</em> ausgel&#246;sten Infektion der Lunge, die sich &#252;ber den gesamten K&#246;rper ausbreiten kann, zu sterben. Auch AIDS-Patienten und Menschen, die nach einer Organtransplantation Medikamente zur Unterdr&#252;ckung des k&#246;rpereigenen Abwehrsystems nehmen m&#252;ssen, sind durch diese Schimmelpilz-Infektion hochgradig gef&#228;hrdet.</p>
<p><strong>Die zugrunde liegenden zellul&#228;ren und molekularen Mechanismen</strong> sind bislang erst teilweise aufgekl&#228;rt. Eine Strategie des Immunsystems besteht offenbar darin, dass Neutrophile die in das Lungengewebe eingedrungenen Schimmelpilzsporen am Wachstum hindern, indem sie ein Netz von DNA-Bausteinen aus dem Zellkern und Proteinen aus dem Zellplasma auswerfen. „Solche Hinweise gibt es seit etwa sechs Jahren“, sagt Professor Dr. Matthias Gunzer, stellvertretender Direktor des Instituts f&#252;r Molekulare und Klinische Immunologie der Otto-von-Guericke-Universit&#228;t Magdeburg. „Bislang konnte dieser Mechanismus der Immunabwehr aber nur in-vitro, also nur an au&#223;erhalb des K&#246;rpers kultivierten Zellen des Lungengewebes, nachgewiesen werden. Es schien m&#246;glich, dass es sich nur um ein au&#223;ergew&#246;hnliches Verhalten der ihrer nat&#252;rlichen Umgebung beraubten Zellen handelte“, sagt der Wissenschaftler. Das konnten die Magdeburger Forscher zusammen mit Kollegen aus Jena jetzt eindeutig ausschlie&#223;en.</p>
<p><strong>Weltweit gelang es ihnen erstmals</strong>, den Vorgang der Eind&#228;mmung von invasivem Pilzwachstum im Lungengewebe mit modernsten Verfahren der in-vivo Video-Mikroskopie und mit Zellf&#228;rbetechniken darzustellen. Sie konnten zeigen, dass innerhalb weniger Stunden nach Inhalation der Schimmelpilzsporen der Angriff der neutrophilen Granulozyten auf die Eindringlinge beginnt. Sie lagern sich an die Pilzfragmente an und hindern <em>A. fumigatus</em> an der weiteren Ausbreitung, indem sie ihre Zellmembran aufl&#246;sen und die im Zellkern vorhandene DNA explosionsartig freisetzen. </p>
<blockquote><p>&#0187;Das Fangnetz aus klebrigen DNA-F&#228;den stoppt zun&#228;chst die Ausbreitung von Aspergillus und zerlegt die eingefangenen Sporen dann in unsch&#228;dliche molekulare Bausteine&#0171;, so Dr. Mike Hasenberg der die Untersuchungen in Magdeburg durchgef&#252;hrt hat. Kollegen aus Jena konnten dabei zeigen, dass A. fumigatus mit einer Tarnkappe aus dem Biomolek&#252;l RodA das Fangnetz zu durchschl&#252;pfen versucht, indem er f&#252;r die Neutrophilen quasi unsichtbar wird. Im gesunden Lungengewebe gelingt das den Eindringlingen nur kurze Zeit. Der infizierte Organismus kann den Pilz sp&#228;testens beim Versuch auszukeimen erkennen und dann erfolgreich zerst&#246;ren. &#0187;Im Verlauf der Evolution hat sich offenbar eine Art Gleichgewicht der biochemischen Waffen herausgebildet&#0171;, mutma&#223;t Professor Gunzer. &#0187;Gef&#228;hrlich wird es f&#252;r einen Menschen erst dann, wenn die Kr&#228;fte des k&#246;rpereigenen Abwehrsystems nachlassen.&#0171;</p>
<p><strong>Untersuchungen anderer Forschergruppen weisen darauf hin</strong>, dass die neutrophilen Granulozyten ihre molekularen Fangnetze auch auf andere Krankheitserreger und in anderen Organen, beispielsweise dem Blinddarm und in den Nieren, werfen. Manche Erreger haben gelernt, L&#252;cken in das DNA-Verteidigungsnetz zu schneiden. Ein Beispiel daf&#252;r sind die Pneumokokken, die oftmals lebensbedrohliche Lungenentz&#252;ndungen bei &#228;lteren Menschen und Patienten mit schwachem Immunsystem hervorrufen k&#246;nnen. &#0187;Schon seit l&#228;ngerem ist bekannt, dass sie ein Enzym bilden, dass die DNA, welche au&#223;erhalb von Zellen vorkommt, abbauen kann&#0171;, so Professor Gunzer. &#0187;Erst jetzt, durch die aktuellen Forschungen an dem speziellen Immun-Abwehrmechanismus, wird verst&#228;ndlich, welchen Zweck dieses Enzym hat, n&#228;mlich die Zerschneidung der freigesetzten DNA-Fangnetze.&#0171; So f&#252;gt sich langsam ein Baustein im Verst&#228;ndnis des Immunsystems zum anderen.</p></blockquote>
<p><strong>Trotz aller Freude &#252;ber den Forschungserfolg w&#228;re es ein Irrtum</strong> anzunehmen, dass die DNA-Fangnetze die alleinige k&#246;rpereigene Front im Kampf gegen Pilzsporen darstellen, schlussfolgern die Forscher im Wissenschaftsjournal <em>PLoS Pathogens</em>. Wahrscheinlich gibt es zahlreiche, gestaffelte Abwehrstrategien des Immunsystems. Dennoch k&#246;nnte die weitere Aufkl&#228;rung dieser besonderen Art der k&#246;rpereigenen Verteidigung in Zukunft vielleicht zu v&#246;llig neuen Therapieans&#228;tzen auf ganz unterschiedlichen Gebieten der Klinik f&#252;hren, hoffen die an den Untersuchungen beteiligten Wissenschaftler.</p>
<p><strong>Internet:</strong></p>
<p>http://www.plospathogens.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.ppat.1000873&#8230;</p>
<p><strong>Ansprechpartner f&#252;r Redaktionen:</strong><br />
Prof. Dr. Matthias Gunzer<br />
Institut f&#252;r Molekulare und Klinische Immunologie<br />
Otto-von-Guericke-Universit&#228;t Magdeburg<br />
Telefon: (0391) 67 15382 Fax: (0391) 67 15394<br />
Email: matthias.gunzer@med.ovgu.de</p>
<p>http://www.med.uni-magdeburg.de/fme/institute/iim/gunzer_f.html</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hungrige Immunw&#228;chter sind bissiger</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2010/01/21/hungrige-immunwaechter-sind-bissiger/</link>
		<comments>http://www.dzkfblog.de/2010/01/21/hungrige-immunwaechter-sind-bissiger/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 20:48:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurznachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Foxo]]></category>
		<category><![CDATA[Immunabwehr]]></category>
		<category><![CDATA[Peptid-Gene]]></category>
		<category><![CDATA[Transkriptionsfaktor]]></category>

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		<description><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/01/immunwaechter.jpg" rel="lightbox[pics1944]" title="Biomediziner vom LIMES-Institut der Uni Bonn (links im Bild: Professor Dr. Michael Hoch) haben einen Immunmechanismus entdeckt, der &#252;ber den so genannten Insulinsignalweg direkt an den Stoffwechsel-Status gekoppelt ist. (c) Frank Homann, Uni Bonn"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/01/immunwaechter.thumbnail.jpg" alt="Biomediziner vom LIMES-Institut der Uni Bonn" width="255" height="166" class="attachment wp-att-1945" /></a><div class="imagecaption">Biomediziner vom LIMES-Institut der Uni Bonn (links im Bild: Professor Dr. Michael Hoch) haben einen Immunmechanismus entdeckt, der &#252;ber den so genannten Insulinsignalweg direkt an den Stoffwechsel-Status gekoppelt ist. (c) Frank Homann, Uni Bonn</div></div><strong>Bonner Forscher haben einen elementaren Mechanismus entdeckt, der im gesunden Menschen lebenswichtige Immunfunktionen reguliert. In Hungersituationen, die f&#252;r die K&#246;rperzellen Stress bedeuten, sch&#252;ttet der K&#246;rper demnach vermehrt antimikrobielle Peptide aus, um sich zu sch&#252;tzen. Die Wissenschaftler publizieren ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift "Nature" (DOI: 10.1038/nature08698).
<strong>T-Zellen, B-Zellen, Antik&#246;rper </strong>- das ist die bekannte schnelle Eingreiftruppe unseres Immunsystems, wenn Viren und Bakterien uns krank machen. Mit schweren molekularen Gesch&#252;tzen merzen sie die Eindringlinge effektiv aus. Dabei richten die Abwehrsysteme aber auch Kollateralsch&#228;den am eigenen Gewebe an, die erst einmal repariert werden m&#252;ssen.</strong>

<strong>Damit das Immunsystem nun</strong> nicht st&#228;ndig in h&#246;chster Alarmbereitschaft steht und so m&#246;glicherweise chronische Entz&#252;ndungen verursacht, ist an der Grenze zwischen K&#246;rper und Au&#223;enwelt ein anderes Abwehrsystem vorgeschaltet. Das ist unbedingt n&#246;tig, denn
...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/01/immunwaechter.jpg" rel="lightbox[pics1944]" title="Biomediziner vom LIMES-Institut der Uni Bonn (links im Bild: Professor Dr. Michael Hoch) haben einen Immunmechanismus entdeckt, der &#252;ber den so genannten Insulinsignalweg direkt an den Stoffwechsel-Status gekoppelt ist. (c) Frank Homann, Uni Bonn"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/01/immunwaechter.thumbnail.jpg" alt="Biomediziner vom LIMES-Institut der Uni Bonn" width="255" height="166" class="attachment wp-att-1945" /></a>
<div class="imagecaption">Biomediziner vom LIMES-Institut der Uni Bonn (links im Bild: Professor Dr. Michael Hoch) haben einen Immunmechanismus entdeckt, der &#252;ber den so genannten Insulinsignalweg direkt an den Stoffwechsel-Status gekoppelt ist. (c) Frank Homann, Uni Bonn</div>
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<p><strong>Bonner Forscher haben einen elementaren Mechanismus entdeckt, der im gesunden Menschen lebenswichtige Immunfunktionen reguliert. In Hungersituationen, die f&#252;r die K&#246;rperzellen Stress bedeuten, sch&#252;ttet der K&#246;rper demnach vermehrt antimikrobielle Peptide aus, um sich zu sch&#252;tzen. Die Wissenschaftler publizieren ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift &#0187;Nature&#0171; (DOI: 10.1038/nature08698).<br />
<strong>T-Zellen, B-Zellen, Antik&#246;rper </strong>- das ist die bekannte schnelle Eingreiftruppe unseres Immunsystems, wenn Viren und Bakterien uns krank machen. Mit schweren molekularen Gesch&#252;tzen merzen sie die Eindringlinge effektiv aus. Dabei richten die Abwehrsysteme aber auch Kollateralsch&#228;den am eigenen Gewebe an, die erst einmal repariert werden m&#252;ssen.</strong></p>
<p><strong>Damit das Immunsystem nun</strong> nicht st&#228;ndig in h&#246;chster Alarmbereitschaft steht und so m&#246;glicherweise chronische Entz&#252;ndungen verursacht, ist an der Grenze zwischen K&#246;rper und Au&#223;enwelt ein anderes Abwehrsystem vorgeschaltet. Das ist unbedingt n&#246;tig, denn auf den so genannten Barriere-Geweben wie Lunge und Haut befinden sich Billionen von Bakterien. Der &#252;berwiegende Teil dieser Mikroorganismen lebt seit Jahrmillionen in guter Nachbarschaft mit unseren K&#246;rperzellen. Mehr noch: Die komplexe Lebensgemeinschaft aus verschiedensten Mikroorganismen versorgt uns mit wichtigen Naturstoffen, wie z.B. dem Vitamin B12.</p>
<p><strong>Gute Keime, schlechte Keime</strong></p>
<p><strong>Dabei tauchen unter den zahlreichen friedfertigen Bakterien</strong> jedoch immer wieder einige St&#246;renfriede auf, die uns krank machen k&#246;nnen. In dieser Situation &#8211; noch bevor die pathogenen Keime in den K&#246;rper eindringen &#8211; tritt ein Mechanismus in Kraft, der v&#246;llig unabh&#228;ngig von den klassischen Immunabwehrsystemen wirkt. Die Bonner Biomediziner vom LIMES-Institut der Universit&#228;t Bonn haben an Fruchtfliegen, aber auch an menschlichem Gewebe zeigen k&#246;nnen, dass dieses nat&#252;rliche Immunabwehrsystem &#252;ber den so genannten Insulinsignalweg direkt an den Stoffwechsel-Status gekoppelt ist.</p>
<p><strong>Wenn wir l&#228;ngere Zeit nichts gegessen haben oder</strong> viele Treppen steigen m&#252;ssen, sinkt das Energieniveau der Zellen und damit auch der Insulinlevel. Die Bonner Forscher haben nun entdeckt, dass bei einem niedrigen Insulinlevel der so genannte FOXO-Transkriptionsfaktor aktiviert wird. Ein Transkriptionsfaktor kann Gene an- und abschalten. FOXO schaltet bei Energiebedarf Gene f&#252;r Abwehrproteine an. Diese antimikrobiellen Peptide (AMP) &#8211; nicht zu verwechseln mit Antik&#246;rpern &#8211; werden daraufhin aus den K&#246;rperzellen ausgeschleust. Sie zerst&#246;ren m&#246;gliche Krankmacher, indem sie deren Zellw&#228;nde aufl&#246;sen. &#0187;<em>Das findet jeden Tag zu jeder Minute statt</em>&#0171;, erkl&#228;rt Studienleiter Prof. Michael Hoch vom LIMES-Institut. &#0187;<em>Faszinierend dabei ist, dass eine Funktion des Immunsystems direkt abh&#228;ngig davon ist, wie viel und was wir essen.</em>&#0171; <em>In Hungersituationen, die f&#252;r die K&#246;rperzellen Stress bedeuten, sch&#252;tte der K&#246;rper vorsichtshalber vermehrt antimikrobielle Peptide aus, um sich zu sch&#252;tzen. &#0187;Die Barriere zwischen K&#246;rper und Au&#223;enwelt wird wohl in einer m&#246;glichen Gefahrensituation gest&#228;rkt, in der wir zu wenig Energie haben</em>&#0171;, vermutet Professor Hoch.</p>
<p><strong>Uralter Abwehrmechanismus hilft uns, alt zu werden ?</strong></p>
<p><strong>FOXO und die antimikrobiellen Peptid-Gene</strong>, die es anschaltet, gibt es in fast allen Tiergruppen. Die Forscher glauben darum, dass die direkte Kopplung des Nahrungsangebots mit der immunologischen Abwehr wahrscheinlich schon fr&#252;h in der Evolution vielzelliger Organismen entstanden ist.</p>
<blockquote><p><strong>Die Untersuchungen der Bonner Biologen k&#246;nnten auch klinische Relevanz haben</strong>. Denn eine Reihe von Volkskrankheiten wie Diabetes Typ II oder Fettleibigkeit (Adipositas) resultieren aus einer erh&#246;hten Kalorienaufnahme. Au&#223;erdem gehen derartige Krankheiten h&#228;ufig mit vermehrten Entz&#252;ndungen der Barriere-Gewebe, einem gest&#246;rten Immunsystem und einer insgesamt verk&#252;rzten Lebensspanne einher. &#0187;Unsere Ergebnisse liefern neue Ansatzpunkte zum Verst&#228;ndnis dieser Erkrankungen&#0171;, sagt Professor Dr. Joachim Schultze vom LIMES-Institut, der auch an der Studie beteiligt war.</p>
<p><strong>Der Blick der LIMES-Forscher richtet sich</strong> denn auch als n&#228;chstes auf den Zusammenhang zwischen Kalorienaufnahme und Lebensdauer. Untersuchungen an Fadenwurm, Fruchtfliege und Maus haben gezeigt, dass eine reduzierte Kalorienaufnahme die Lebensspanne verl&#228;ngern kann. Professor Hoch: &#0187;Wir wollen nun herausfinden, ob dies auf eine Foxo-abh&#228;ngige Verbesserung der Barriere-Funktionen des nat&#252;rlichen Immunsystems zur&#252;ckzuf&#252;hren ist.&#0171;</p></blockquote>
<p><strong>Kontakt:</strong><br />
Prof. Dr. Michael Hoch<br />
Life &#038; Medical Sciences Institute (LIMES)<br />
Telefon.: 0228-73-4409 und -4621<br />
E-Mail: m.hoch@uni-bonn.de </p>]]></content:encoded>
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		<title>Basophile Granulozyten: Schl&#252;sselrolle bei Immunabwehr</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jun 2008 16:21:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weiterbildung/Universitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Granulozyten]]></category>
		<category><![CDATA[Immunabwehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Forscher des Universit&#228;tsklinikums Regensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Mack (Klinik und Poliklinik f&#252;r Innere Medizin II) konnten in Zusammenarbeit mit Forschern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erstmals den Nachweis erbringen, dass basophile Granulozyten, eine seltene Population wei&#223;er Blutzellen, eine wichtige Funktion f&#252;r das &#0187;immunologische Ged&#228;chtnis&#0171; und die Abwehr von Infektionen haben. Bisher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Forscher des Universit&#228;tsklinikums Regensburg</strong> unter der Leitung von <em>Prof. Dr. Matthias Mack</em> (Klinik und Poliklinik f&#252;r Innere Medizin II) konnten in Zusammenarbeit mit Forschern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erstmals den Nachweis erbringen, dass <strong>basophile Granulozyten</strong>, eine seltene Population wei&#223;er Blutzellen, eine wichtige Funktion f&#252;r das &#0187;immunologische Ged&#228;chtnis&#0171; und die Abwehr von Infektionen haben. Bisher wurden basophile Granulozyten haupts&#228;chlich mit allergischen Reaktionen und Parasiteninfektionen in Verbindung gebracht.</p>
<blockquote><p>&#0187;<strong>Es ist uns mit den vorliegenden Untersuchungen erstmals gelungen</strong>, basophilen Granulozyten eine zentrale Funktion in der Verst&#228;rkung der k&#246;rpereigenen Immunreaktion auf bakterielle Substanzen und Impfstoffe nachzuweisen. Unsere Ergebnisse helfen besser zu verstehen, wie eine Impfung vor Infektionen sch&#252;tzt&#0171;, erkl&#228;rt Professor Mack. &#0187;Daher k&#246;nnten unsere Arbeiten zuk&#252;nftig zur Entwicklung noch effektiverer Impfstrategien im Kampf gegen Infektionskrankheiten beitragen&#0171;.</p>
<p><strong>Die Wissenschaftler konnten zeigen</strong>, dass basophile Granulozyten im Rahmen einer sog. Ged&#228;chtnis-Immunantwort Eiwei&#223;stoffe, z.B. von Krankheitserregern oder aus Impfstoffen, auf ihrer Oberfl&#228;che binden und daraufhin immunologische Botenstoffe wie beispielsweise Interleukin 4 und Interleukin 6 freisetzen. Diese Botenstoffe werden von weiteren Zellen des Immunsystems (T-Zellen und B-Zellen) ben&#246;tigt, um Antik&#246;rper gegen Krankheitserreger zu produzieren und diese zu zerst&#246;ren.</p>
<p><strong>Obwohl Basophile Granulozyten</strong> weniger als 1% der wei&#223;en Blutk&#246;rperchen ausmachen, sind sie bei einer Ged&#228;chtnis-Immunantwort die mit Abstand wichtigste Quelle f&#252;r diese Botenstoffe: &#0187;Eine effektive Immunantwort im Wirtsorganismus bei Immunisierung mit bakteriellem Proteinantigen erfolgte nur bei Anwesenheit basophiler Granulozyten. Das zeigten infektionsbiologische Untersuchungen mit dem Erreger Streptococcus pneumoniae, einem der Haupterreger der bakteriellen Lungenentz&#252;ndung. Im Gegensatz dazu f&#252;hrte die experimentelle Entfernung der basophilen Granulozyten w&#228;hrend des Immunisierungsprozesses zu einer massiven Verschlechterung des Immunisierungserfolges&#0171;, erl&#228;utert PD Dr. Ulrich A. Maus von der MHH.</p></blockquote>
<p>Die vorgestellten Forschungsarbeiten wurden in der aktuellen Online-Ausgabe von Nature Immunology (DOI: 10.1038/ni.1621) publiziert.</p>
<p><strong>Hintergrund:</strong><br />
<strong>Ged&#228;chtnis-Immunantwort</strong><br />
<em>Die Immunantwort ist die Reaktion des Wirts, um einen Krankheitserreger abzuwehren. Als Immunantwort der akuten Phase bezeichnet man die Ver&#228;nderungen im Blut in der fr&#252;hen Phase einer Infektionskrankheit. Das immunologische Ged&#228;chtnis f&#252;hrt dazu, dass die erworbene Immunantwort schneller und effektiver erfolgt, wenn der K&#246;rper bereits zuvor mit dem Antigen Kontakt hatte.</em></p>]]></content:encoded>
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		<title>Dr. Jekyll und Mr. Hide: Mikroglia als sch&#252;tzender Bestandteil des Immunprivilegs im Gehirn?!</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jun 2008 17:12:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klinische Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Immunabwehr]]></category>
		<category><![CDATA[Mikroglia]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaganfall]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Gehirn ist normalerweise gut gegen das Immunsystem des eigenen K&#246;rpers abgegrenzt. Doch nach einem Schlaganfall k&#246;nnen Immunzellen aus dem Blut dorthin gelangen und t&#246;ten Nervenzellen in dem betroffenen Gebiet. Um dem Einhalt zu gebieten, besitzt das Nervensystem sogenannte Makrophagen, die die Eindringlinge erkennen und unsch&#228;dlich machen, obwohl es sich um k&#246;rpereigene Zellen handelt.
Eine wichtige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Gehirn ist normalerweise gut gegen das Immunsystem des eigenen K&#246;rpers abgegrenzt. Doch nach einem Schlaganfall k&#246;nnen Immunzellen aus dem Blut dorthin gelangen und t&#246;ten Nervenzellen in dem betroffenen Gebiet. Um dem Einhalt zu gebieten, besitzt das Nervensystem sogenannte Makrophagen, die die Eindringlinge erkennen und unsch&#228;dlich machen, obwohl es sich um k&#246;rpereigene Zellen handelt.<br />
Eine wichtige Nachricht auch f&#252;r die Pharma-Industrie: bei der Entwicklung anti-entz&#252;ndlicher Medikamente muss dieser neue Mechanismus beachtet werden.</strong></p>
<p><strong>In den westlichen Industriel&#228;ndern ist der Schlaganfall die dritth&#228;ufigste Todesursache und h&#228;ufigster Grund f&#252;r schwere Behinderungen. Allein in Deutschland trifft er etwa 250.000 Menschen j&#228;hrlich. L&#228;sst sich der Verlust von Nervenzellen beim Schlaganfall aufhalten? Der Einsatz sch&#252;tzender Substanzen mit dem Ziel, minderdurchblutete Hirnareale vor dem Zelltod zu bewahren und dem fortschreitenden Zellverlust entgegenzuwirken, erwies sich bisher kaum als erfolgreich. M&#246;glicherweise gibt es aber hirneigene Schutzmechanismen, deren Verst&#228;ndnis neue Wege er&#246;ffnet.</strong></p>
<p><strong>Es ist allgemein bekannt</strong>, dass das Nervensystem durch ein sogenanntes Immunprivileg gesch&#252;tzt wird, wodurch Entz&#252;ndungsreaktionen verhindert werden. Dies wird z.B. durch die Blut-Hirn-Schranke gew&#228;hrleistet. Im Nervensystem &#252;bernehmen vor allem <strong>Mikroglia-Zellen</strong>, die so genannten &#0187;Makrophagen des Gehirns&#0171;, die Immunabwehr. Die Bedeutung der Mikroglia bei akuter Sch&#228;digung des Gehirns, wie etwa beim Schlaganfall und Trauma, als auch bei chronischen Gehirnsch&#228;digungen ist Gegenstand intensiver Forschung. Bislang herrschte jedoch die Meinung vor, dass die durch Sch&#228;digung aktivierten Mikrogliazellen im Gehirn das Abt&#246;ten und Beseitigen von Nervenzellen verursachen. Deshalb wurde auch schon im Experiment versucht, die Mikroglia pharmakologisch auszuschalten, um damit den Untergang von Nervenzellen nach z. B. experimentellem Schlaganfall zu verringern.</p>
<p><strong>Nunmehr gibt es aber zunehmend Hinweise</strong>, dass die Mikroglia neben ihrem zerst&#246;rerischen Charakter auch eine sch&#252;tzende Wirkung f&#252;r das Gehirn haben kann. K&#252;rzlich gelang es einem Team von Forschern aus dem Leibniz-Institut f&#252;r Neurobiologie unter Leitung von Prof. Klaus Reymann in Zusammenarbeit mit Prof. Matthias Gunzer vom Institut f&#252;r Immunologie der Magdeburger Universit&#228;t an einem in vitro Schlaganfallmodell zu zeigen, dass Mikrogliazellen die F&#228;higkeit besitzen, die unmittelbar nach einem Schlaganfall ins Nervengewebe einwandernden neutrophilen Granulozyten (also Zellen des Immunsystems im Blut) zu eliminieren. Dieser Mechanismus tr&#228;gt wahrscheinlich dazu bei, nach einem Schlaganfall den Schaden an den Nervenzellen zu begrenzen.</p>
<blockquote><p><strong>Wie der Medizinstudent Jens Neumann</strong> in seinem gerade erschienenen Artikel im renommierten US-amerikanischen <strong>Journal of Neuroscience</strong> (Published online June 4, 2008) berichtet, sind Mikrogliazellen in der Lage, im neuronalen Gewebe &#228;u&#223;erst effizient die neutrophilen Granulozyten zu beseitigen. Dabei handelt es sich um jene Zellpopulation, die als erste in das gesch&#228;digte Gehirnareal einwandert. Die neutrophilen Granulozyten gelten in diesem Kontext als t&#246;dlich f&#252;r Nervenzellen. Das Aufeinandertreffen von Mikrogliazellen, die per se im Gehirn vorzufinden sind, und infiltrierenden neutrophilen Granulozyten war bisher nur sehr vage beleuchtet worden. In Experimenten, in denen Hirngewebe im Reagenzglas mit neutrophilen Granulozyten in Kontakt gebracht wurde, konnten Neumann und Kollegen zeigen, dass diese das ganze Hirngewebe sehr schnell durchdringen. Die Mikrogliazellen nehmen nun, sobald ein neutrophiler Granulozyt in Reichweite ist, die Jagd auf. In den meisten F&#228;llen wird der Granulozyt einverleibt und schnell abgebaut. Durch die Anwendung der modernen 2-Photonten-Mikroskopie und Videomikroskopie konnte dieses Ph&#228;nomen erstmalig visualisiert und zudem Live verfolgt werden.<br />
Zwar ist bekannt, dass Makrophagen auch in anderen Geweben Granulozyten beseitigen k&#246;nnen, allerdings sind diese dann bereits &#0187;dem Tod geweiht&#0171; und unterlaufen einen programmierten Zelltod. Die Mikrogliazellen im Gehirn hingegen k&#246;nnen interessanterweise nicht nur sterbende sondern auch lebende Granulozyten entfernen.<br />
<strong>Dass Immunzellen andere lebende k&#246;rpereigene Immunzellen beseitigen k&#246;nnen, war bisher v&#246;llig unbekannt.</strong> Nimmt man den Mikrogliazellen diese F&#228;higkeit, indem man die molekularen Erkennungsstrukturen auf ihrer Oberfl&#228;che hemmt, dann erh&#246;ht sich der neuronale Schaden nach einem experimentellen Schlaganfall.</p>
<p><strong>F&#252;r die Pharmaforschung bedeutet dieser Befund</strong>, zuk&#252;nftig anti-entz&#252;ndliche Medikamente unter Ber&#252;cksichtigung der besonderen Rolle der Mikroglia zu entwickeln. Die Aufkl&#228;rung der an dieser Zell-Zell-Wechselwirkung beteiligten Signalwege ist Gegenstand eines Forschungsprojektes, welches im Rahmen des &#0187;Centers of Behavioral Brain Sciences&#0171; durch das Land Sachsen-Anhalt gef&#246;rdert wird.
</p></blockquote>
<p>Das Leibniz-Institut f&#252;r Neurobiologie Magdeburg ist ein Zentrum f&#252;r Lern- und Ged&#228;chtnisforschung. Hier werden molekulare, zellul&#228;re, physiologische und psychologische Korrelate von Hirnplastizit&#228;t untersucht.</p>
<p><strong>Ansprechpartner f&#252;r Journalisten:</strong><br />
Prof. Klaus Reymann<br />
Leibniz-Institut f&#252;r Neurobiologie Magdeburg<br />
Tel. 0163/6275600<br />
e-mail: reymann@ifn-magdeburg.de</p>
<p>http://www.ifn-magdeburg.de</p>
<p>Weitere Informationen:</p>
<p>http://www.ifn-magdeburg.de</p>]]></content:encoded>
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