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	<title>DZKF WEBLOG &#187; Immunsystem</title>
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	<description>Deutsche Zeitschrift für Klinische Forschung &#124; Der Weblog mit News, Meinungen und Kommentaren</description>
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		<title>Typ-1-Diabetes: Vorl&#228;uferpopulation von rettenden Immunzellen entdeckt</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 14:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FR</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/07/kretschmer.jpg" rel="lightbox[pics2306]" title="Dr. Kretschmer (Foto: CRTD)"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/07/kretschmer.thumbnail.jpg" alt="Dr. Kretschmer" width="255" height="345" class="attachment wp-att-2308" /></a><div class="imagecaption">Dr. Kretschmer (Foto: CRTD)</div></div><em>Dresden</em> -<strong>Immunologen am DFG-Forschungszentrum f&#252;r Regenerative Therapien der TU Dresden finden eine Vorl&#228;uferpopulation von Immunzellen, die Typ-1-Diabetes in die Schranken weisen k&#246;nnte. Diese Immunzellen k&#246;nnen die Zerst&#246;rung der Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldr&#252;se durch das eigene Immunsystem unterdr&#252;cken. Diese Ergebnisse bieten neue Ans&#228;tze f&#252;r Therapien von Typ-1-Diabetes.</strong>

<strong>Unser Immunsystem zerst&#246;rt Krankheitserreger</strong> oder fehlerhaft gewordene k&#246;rpereigene Zellen und sch&#252;tzt uns so vor Krankheiten wie Infektionen oder Krebs. Wendet sich unser Immunsystem allerdings gegen k&#246;rpereigene gesunde Zellen, k&#246;nnen Autoimmunerkrankungen, wie Typ-1-Diabetes, entstehen. Immunzellen, die solche zerst&#246;rerischen Zellen des Immunsystems hemmen k&#246;nnen, sind regulatorische T-Zellen (Treg), die hierf&#252;r das Protein (Eiwei&#223;molek&#252;l) Foxp3 ben&#246;tigen. Bisher wurde angenommen, dass Treg-Zellen ausschlie&#223;lich in einem bestimmten lymphatischen Organ, dem Thymus, entstehen. Der Thymus bildet sich jedoch w&#228;hrend der Alterung des Organismus stetig zur&#252;ck, so dass immer weniger neue Treg-Zellen gebildet werden k&#246;nnen. Dr. Karsten Kretschmer und sein Team von Wissenschaftlern am DFG-Forschungszentrum f&#252;r Regenerative Therapien der TU Dresden (CRTD) haben nun eine Vorl&#228;uferpopulation von Treg-Zellen au&#223;erhalb des Thymus entdeckt, welche nach ihrer Reifung die F&#228;higkeit auspr&#228;gen, zerst&#246;rerische Zellen des Immunsystems zu hemmen. Die Wissenschaftler pr&#228;sentieren diese &#252;berraschenden Ergebnisse...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/07/kretschmer.jpg" rel="lightbox[pics2306]" title="Dr. Kretschmer (Foto: CRTD)"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/07/kretschmer.thumbnail.jpg" alt="Dr. Kretschmer" width="255" height="345" class="attachment wp-att-2308" /></a>
<div class="imagecaption">Dr. Kretschmer (Foto: CRTD)</div>
</div>
<p><em>Dresden</em> -<strong>Immunologen am DFG-Forschungszentrum f&#252;r Regenerative Therapien der TU Dresden finden eine Vorl&#228;uferpopulation von Immunzellen, die Typ-1-Diabetes in die Schranken weisen k&#246;nnte. Diese Immunzellen k&#246;nnen die Zerst&#246;rung der Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldr&#252;se durch das eigene Immunsystem unterdr&#252;cken. Diese Ergebnisse bieten neue Ans&#228;tze f&#252;r Therapien von Typ-1-Diabetes.</strong></p>
<p><strong>Unser Immunsystem zerst&#246;rt Krankheitserreger</strong> oder fehlerhaft gewordene k&#246;rpereigene Zellen und sch&#252;tzt uns so vor Krankheiten wie Infektionen oder Krebs. Wendet sich unser Immunsystem allerdings gegen k&#246;rpereigene gesunde Zellen, k&#246;nnen Autoimmunerkrankungen, wie Typ-1-Diabetes, entstehen. Immunzellen, die solche zerst&#246;rerischen Zellen des Immunsystems hemmen k&#246;nnen, sind regulatorische T-Zellen (Treg), die hierf&#252;r das Protein (Eiwei&#223;molek&#252;l) Foxp3 ben&#246;tigen. Bisher wurde angenommen, dass Treg-Zellen ausschlie&#223;lich in einem bestimmten lymphatischen Organ, dem Thymus, entstehen. Der Thymus bildet sich jedoch w&#228;hrend der Alterung des Organismus stetig zur&#252;ck, so dass immer weniger neue Treg-Zellen gebildet werden k&#246;nnen. Dr. Karsten Kretschmer und sein Team von Wissenschaftlern am DFG-Forschungszentrum f&#252;r Regenerative Therapien der TU Dresden (CRTD) haben nun eine Vorl&#228;uferpopulation von Treg-Zellen au&#223;erhalb des Thymus entdeckt, welche nach ihrer Reifung die F&#228;higkeit auspr&#228;gen, zerst&#246;rerische Zellen des Immunsystems zu hemmen. Die Wissenschaftler pr&#228;sentieren diese &#252;berraschenden Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des &#0187;<em>Journal of Experimental Medicine</em>&#0171; (Schallenberg et al.).</p>
<p><strong>Die Schl&#252;sselrolle</strong> von <em>Treg-Zellen</em> bei der Unterdr&#252;ckung unerw&#252;nschter Immunreaktionen wird dadurch veranschaulicht, dass Menschen mit einem genetisch bedingten Mangel an Treg-Zellen bereits im fr&#252;hen Kindesalter eine Vielzahl &#228;u&#223;erst schwerer Autoimmunerkrankungen entwickeln. Daher gilt eine Erh&#246;hung der Anzahl von Treg-Zellen als vielversprechender neuer Ansatz zur Vorbeugung und Behandlung bisher unheilbarer Autoimmunerkrankungen. Hierf&#252;r ist jedoch ein genaues Verst&#228;ndnis der Entstehung von Treg-Zellen unerl&#228;sslich. „Die neu entdeckten Vorl&#228;uferzellen au&#223;erhalb des Thymus sind in hoher Anzahl in Lymphknoten zu finden und tragen ma&#223;geblich zur Gesamtpopulation von Treg-Zellen im gesunden Organismus bei, und zwar unabh&#228;ngig vom Alter“, so Kretschmer. Die Charakterisierung der Treg-Vorl&#228;uferzellen w&#228;hrend der Studie ergab auch unerwartete Einblicke in die Signalwege, welche die Bildung von Treg-Zellen steuern. Diese Erkenntnisse k&#246;nnen helfen, in Zukunft die Bildung von reifen Treg-Zellen aus Vorl&#228;uferzellen zielgerichtet zu unterst&#252;tzen und somit Autoimmunerkrankungen zu heilen.</p>
<blockquote><p>
<strong>Bereits in fr&#252;heren Studien ist es Dr. Kretschmer</strong> bei M&#228;usen gelungen, herk&#246;mmliche T-Zellen au&#223;erhalb des Thymus in rettende Treg-Zellen umzuwandeln. Karsten Kretschmer: &#0187;Dies gelang durch zielgerichtete Lieferung von Modell-Antigenen an Dendritische Zellen – weitere Zellen des Immunsystems. Diese wiederum veranlassen herk&#246;mmliche T-Zellen dazu, Foxp3 zu bilden und sich dadurch in Treg-Zellen umwandeln&#0171;. Unklar blieb jedoch, ob dieser Trick zur Erh&#246;hung der Anzahl von Treg-Zellen allgemein anwendbar ist oder aber auf das damals verwendete experimentelle Modellsystem beschr&#228;nkt ist. Die aktuelle Studie konnte nun zeigen, dass die so k&#252;nstlich hergestellten Treg-Zellen mit jenen Treg-Zellen &#252;bereinstimmen, die sich aus der neuen Vorl&#228;uferpopulation in unbehandelten M&#228;usen entwickeln.</p></blockquote>
<p><strong>Eine weitere soeben ver&#246;ffentlichte Studie</strong> der Forschungsgruppe (Petzold, Riewald et.al.) kn&#252;pft an diese Erkenntnisse an und untersuchte die Rolle von <em>Treg-Zellen</em>, die au&#223;erhalb des Thymus entstehen, bei der Vorbeugung von Typ-1 Diabetes. Typ-1-Diabetes, auch als jugendlicher Diabetes bezeichnet, entsteht, wenn das k&#246;rpereigene Immunsystem die Insulin-produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldr&#252;se angreift und sie zerst&#246;rt. Ohne den Botenstoff Insulin kann der K&#246;rper den Zucker aus dem Blut nicht mehr aufnehmen und in Energie umwandeln. Betazellen werden vor allem von herk&#246;mmlichen T-Zellen angegriffen, wobei Insulin selbst ein Hauptangriffspunkt ist. Die Ergebnisse der zweiten Studie deuten darauf hin, dass die Strategie der zielgerichteten Lieferung von Insulin an Dendritische Zellen dazu geeignet ist, konventionelle T-Zellen in Treg-Zellen umzuwandeln, die wiederum die Zerst&#246;rung der Betazellen unterdr&#252;cken.</p>
<p><strong>In zuk&#252;nftigen Studien m&#246;chte Dr. Kretschmer untersuchen</strong>, inwiefern diese ermutigenden Ergebnisse bei der Vorbeugung von Typ-1-Diabetes auf andere Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und Rheumatoide Arthritis &#252;bertragen werden k&#246;nnen.</p>
<p><em>Sonja Schallenberg, Pei-Yun Tsai, Julia Riewaldt , and Karsten Kretschmer &#0187;Identification of an immediate Foxp3- precursor population to Foxp3+ regulatory T cells in peripheral lymphoid organs of nonmanipulated mice.&#0171; The Journal of Experimental Medicine. Epub Jun 28 2010. PMID: 20584884.</p>
<p>Cathleen Petzold, Julia Riewaldt, Tina Koenig, Sonja Schallenberg, and Karsten Kretschmer &#0187;Dendritic cell-targeted pancreatic beta cell antigen in NOD mice leads to conversion of self-reactive CD4+ T cells into regulatory T cells and immunotolerance&#0171;. The Review of Diabetes Studies. 2010. 7:45-59.</em></p>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong><br />
http://www.crt-dresden.de DFG-Forschungszentrum f&#252;r Regenerative Therapien Dresden</p>
<p>Dr. Karsten Kretschmer, Forschungsgruppenleiter am CRTD<br />
Tel.: 0351 485 6442, E-Mail: karsten.kretschmer@crt-dresden.de</p>
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		<title>Walter Schulz Stiftung zeichnet Krebsforscher des Klinikums rechts der Isar aus</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 05:56:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FR</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/03/dr-hendrik-poeck.jpg" rel="lightbox[pics0]" title="Dr. Hendrik Poeck, III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar Foto: Stobrawe"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/03/dr-hendrik-poeck.thumbnail.jpg" alt="Dr. Hendrik Poeck, III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar Foto: Stobrawe" width="255" height="403" class="attachment wp-att-2049" /></a><div class="imagecaption">Dr. Hendrik Poeck, III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar Foto: Stobrawe</div></div><strong>Der Forschungspreis der Walter Schulz Stiftung ging an Dr. Hendrik Poeck vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen verliehen. Dr. Poeck ist dort als Assistenzarzt und Post-Doktorand an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik f&#252;r H&#228;matologie und Internistische Onkologie t&#228;tig. Er erh&#228;lt den Preis f&#252;r seine Forschungsarbeiten zur Rolle von verschiedenen k&#246;rpereigenen Abwehrsystemen im Kampf gegen Infektionen und Tumorzellen. Die Stiftung zeichnet alle zwei Jahre herausragende Forschung auf dem Gebiet der Tumorbiologie und Tumorimmunologie aus. Der Forschungspreis ist mit 25.000 Euro die h&#246;chstdotierte Auszeichnung f&#252;r Krebsforschung in Deutschland.
Der wissenschaftliche Beirat der Stiftung nominierte Dr. Poeck nach der Auswertung von zahlreichen Bewerbungen f&#252;r seine beiden in den Fachzeitschriften Nature und Nature Immunology ver&#246;ffentlichten Arbeiten "Zur Rolle von RIG-I und NLRP3 in der Aktivierung des Inflammasomes durch Viren und Pilze".</strong>

<strong>Die Arbeiten beschreiben</strong> die kontinuierliche Bedrohung des Menschen durch Pilze und Viren. Das k&#246;rpereigene Immunsystem kann diese Eindringlinge nur abwehren, wenn...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/03/dr-hendrik-poeck.jpg" rel="lightbox[pics0]" title="Dr. Hendrik Poeck, III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar Foto: Stobrawe"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/03/dr-hendrik-poeck.thumbnail.jpg" alt="Dr. Hendrik Poeck, III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar Foto: Stobrawe" width="255" height="403" class="attachment wp-att-2049" /></a>
<div class="imagecaption">Dr. Hendrik Poeck, III. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar Foto: Stobrawe</div>
</div>
<p><strong>Der Forschungspreis der Walter Schulz Stiftung ging an Dr. Hendrik Poeck vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universit&#228;t M&#252;nchen verliehen. Dr. Poeck ist dort als Assistenzarzt und Post-Doktorand an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik f&#252;r H&#228;matologie und Internistische Onkologie t&#228;tig. Er erh&#228;lt den Preis f&#252;r seine Forschungsarbeiten zur Rolle von verschiedenen k&#246;rpereigenen Abwehrsystemen im Kampf gegen Infektionen und Tumorzellen. Die Stiftung zeichnet alle zwei Jahre herausragende Forschung auf dem Gebiet der Tumorbiologie und Tumorimmunologie aus. Der Forschungspreis ist mit 25.000 Euro die h&#246;chstdotierte Auszeichnung f&#252;r Krebsforschung in Deutschland.<br />
Der wissenschaftliche Beirat der Stiftung nominierte Dr. Poeck nach der Auswertung von zahlreichen Bewerbungen f&#252;r seine beiden in den Fachzeitschriften Nature und Nature Immunology ver&#246;ffentlichten Arbeiten &#0187;Zur Rolle von RIG-I und NLRP3 in der Aktivierung des Inflammasomes durch Viren und Pilze&#0171;.</strong></p>
<p><strong>Die Arbeiten beschreiben</strong> die kontinuierliche Bedrohung des Menschen durch Pilze und Viren. Das k&#246;rpereigene Immunsystem kann diese Eindringlinge nur abwehren, wenn es diese als fremd identifizieren kann. Viren benutzen aber den Stoffwechsel des Wirtsorganismus, um sich zu vermehren. Daher sind charakteristische Proteine, Zucker oder Fette, die h&#228;ufig als Erkennungsmuster f&#252;r Bakterien, Pilze oder Parasiten dienen, bei Virusinfektionen nicht verf&#252;gbar. Doch anhand von viralen Nukleins&#228;uren kann eine Virusinfektion erkannt werden. Daf&#252;r sorgen zelleigene Sensoren, die fremdes genetisches Material identifizieren. Einer davon ist das so genannte RIG-I. Wenn RIG-I auf Viren-Erbgut (virale RNA) st&#246;&#223;t, sorgt es daf&#252;r, dass &#252;ber die Aussch&#252;ttung von Interferon die befallenen Zellen angegriffen und vernichtet werden.</p>
<p><strong>Gemeinsam mit seinen Kollegen</strong> lieferte Dr. Poeck einen wichtigen Beitrag zur Fremderkennung von RNA-Viren und konnte erstmals zeigen, dass die Nukleins&#228;ure RIG-I im Falle einer Virusinfektion die Produktion eines zentralen Entz&#252;ndungsbotenstoffs ankurbelt, des Interleukin-1. Die Identifikation dieses neuen Signalweges liefert eine m&#246;gliche Erkl&#228;rung, wie bestimmte RNA-Viren Entz&#252;ndungen und Fieber ausl&#246;sen k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Weiterhin wies Dr. Poeck erstmals</strong> eine unerwartete Rolle des zellul&#228;ren Proteins NLRP3 bei der Bek&#228;mpfung von Pilzen wie Candida albicans nach. Infektionen mit Candida albicans k&#246;nnen zu lebensbedrohlichen Infektionen bei Menschen mit unterdr&#252;cktem Immunsystem f&#252;hren. Dazu z&#228;hlen insbesondere Patienten mit Tumor- oder AIDS-Erkrankungen.</p>
<p><strong>Diese neuen Erkenntnisse</strong> sind in zweierlei Hinsicht wichtig im Kampf gegen Krebs: Zum einen k&#246;nnen sie helfen, genetische Risikofaktoren zu identifizieren, die es auszuschalten gilt. Zum anderen k&#246;nnten sie dazu beitragen, Tumorpatienten besser vor Infektionen zu sch&#252;tzen.</p>
<p><strong>Dr. Poeck erhielt bereits</strong> w&#228;hrend seines Studiums Stipendien der Bayer-Stiftung, der Carl-Duisberg-Stiftung und ein Harvard-Stipendium der LMU. Nach seinem Medizinstudium in M&#252;nchen, im spanischen Salamanca und an der Universit&#228;t Harvard (USA) war er von 2005 bis 2008 Assistenzarzt und Post-Doktorand in der Arbeitsgruppe &#0187;Therapeutische Oligonukleotide&#0171; von Prof. Dr. Gunther Hartmann in der Abteilung f&#252;r Klinische Pharmakologie, LMU (Prof. Dr. Stefan Endres). Seit 2008 ist er in der III. Medizinische Klinik und Poliklinik f&#252;r H&#228;matologie und Internistische Onkologie (Direktor: Prof. Dr. Christian Peschel) am Klinikum rechts der Isar als Assistenzarzt t&#228;tig und arbeitet als Post-Doktorand in der Forschungsgruppe von Privatdozent Dr. J&#252;rgen Ruland. F&#252;r seine Arbeiten zur Rolle von RIG-I in der Tumortherapie wurde er bereits mit dem Vincenz-Czerny-Preis 2009 der Deutschen Gesellschaft f&#252;r H&#228;matologie und Onkologie ausgezeichnet.</p>
<p><strong>Die ausgezeichneten Arbeiten wurden im Labor</strong> von Privatdozent Dr. J&#252;rgen Ruland in der III. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar durchgef&#252;hrt. Die Arbeit zu RIG-I erfolgte in enger Kooperation mit Wissenschaftlern der Universit&#228;t Bonn vom Institut f&#252;r Klinische Chemie und Pharmakologie (Prof. Dr. Veit Hornung und Prof. Dr. Gunther Hartmann).</p>
<p><em>1. Recognition of RNA virus by RIG-I results in activation of CARD9 and inflammasome signaling for interleukin 1 beta production (Poeck H*, Bscheider M*, Gross O* et al. Nature Immunology, Januar 2010)</p>
<p>2. Syk kinase signalling couples to the Nlrp3 inflammasome for anti-fungal host defence (Gross O*, Poeck H* et al. Nature, Mai 2009).</em></p>
<p><strong>Website der Walter Schulz Stiftung:</strong></p>
<p>http://www.walter-schulz-stiftung.de</p>
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		<title>Immunzellen k&#246;nnen auch nach der Geburt&#8230;</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2009/12/10/immunzellen-koennen-auch-nach-der-geburt/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 16:44:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurznachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[B-Zellen]]></category>
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		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>HZI-Forscher kl&#228;ren wichtige Entwicklungsschritte von Immunzellen auf.</strong>

<strong>Das Immunsystem sch&#252;tzt unseren K&#246;rper vor Krankheitserregern</strong>. Es bildet sich aus Stammzellen der Leber w&#228;hrend der F&#246;talentwicklung und dem Knochenmark nach der Geburt. Bisher gingen Forscher davon aus, dass die Entwicklung verschiedener Immunzellen <strong>nach der Geburt bereits abgeschlossen sei. Zellen, die die f&#246;tale Leber beziehungsweise das kindliche Knochenmark nicht gebildet hat, fehlen dem K&#246;rper sein ganzes Leben lang.</strong>

<strong>Forscher des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums f&#252;r Infektionsforschung (HZI)</strong> haben dies jetzt widerlegt: Ihnen gelingt es auch in erwachsenen M&#228;usen, die verschiedensten Immunzellen zu erzeugen, wann immer sie m&#246;chten. Ihre Ergebnisse haben die Forscher jetzt in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "<em>Blood</em>" ver&#246;ffentlicht.

<strong>Das Immunsystem besteht aus</strong> einer Vielzahl verschiedener Zelltypen. Die Hauptaufgabe der B-Zellen ist es, sogenannte Antik&#246;rper zu produzieren. Diese Antik&#246;rper erkennen eingedrungene Krankheitserreger und binden an sie. Damit neutralisieren sie sie oder markieren sie f&#252;r Fresszellen. Zwei Gruppen von B-Zellen befinden sich im K&#246;rper: B1- und B2-Zellen. W&#228;hrend B1-Zellen bereits von der Leber des F&#246;tus gebildet werden, entstehen B2-Zellen erst nach der Geburt aus Zellen des Knochenmarks. Auch in ihren Aufgaben unterscheiden sich beide B-Zellarten. B1-Zellen geh&#246;ren zur ersten Verteidigungslinie des K&#246;rpers. Sie waren vermutlich schon fr&#252;h in der Evolution vorhanden und bilden Antik&#246;rper, die vor allem an allgemeine Oberfl&#228;chenstrukturen von Bakterien binden. B2-Zellen hingegen produzieren gut abgestimmte Antik&#246;rper gegen die unterschiedlichsten Strukturen. Sie werden zum Beispiel bei Impfungen angesprochen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>HZI-Forscher kl&#228;ren wichtige Entwicklungsschritte von Immunzellen auf.</strong></p>
<p><strong>Das Immunsystem sch&#252;tzt unseren K&#246;rper vor Krankheitserregern</strong>. Es bildet sich aus Stammzellen der Leber w&#228;hrend der F&#246;talentwicklung und dem Knochenmark nach der Geburt. Bisher gingen Forscher davon aus, dass die Entwicklung verschiedener Immunzellen <strong>nach der Geburt bereits abgeschlossen sei. Zellen, die die f&#246;tale Leber beziehungsweise das kindliche Knochenmark nicht gebildet hat, fehlen dem K&#246;rper sein ganzes Leben lang.</strong></p>
<p><strong>Forscher des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums f&#252;r Infektionsforschung (HZI)</strong> haben dies jetzt widerlegt: Ihnen gelingt es auch in erwachsenen M&#228;usen, die verschiedensten Immunzellen zu erzeugen, wann immer sie m&#246;chten. Ihre Ergebnisse haben die Forscher jetzt in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins &#0187;<em>Blood</em>&#0171; ver&#246;ffentlicht.</p>
<p><strong>Das Immunsystem besteht aus</strong> einer Vielzahl verschiedener Zelltypen. Die Hauptaufgabe der B-Zellen ist es, sogenannte Antik&#246;rper zu produzieren. Diese Antik&#246;rper erkennen eingedrungene Krankheitserreger und binden an sie. Damit neutralisieren sie sie oder markieren sie f&#252;r Fresszellen. Zwei Gruppen von B-Zellen befinden sich im K&#246;rper: B1- und B2-Zellen. W&#228;hrend B1-Zellen bereits von der Leber des F&#246;tus gebildet werden, entstehen B2-Zellen erst nach der Geburt aus Zellen des Knochenmarks. Auch in ihren Aufgaben unterscheiden sich beide B-Zellarten. B1-Zellen geh&#246;ren zur ersten Verteidigungslinie des K&#246;rpers. Sie waren vermutlich schon fr&#252;h in der Evolution vorhanden und bilden Antik&#246;rper, die vor allem an allgemeine Oberfl&#228;chenstrukturen von Bakterien binden. B2-Zellen hingegen produzieren gut abgestimmte Antik&#246;rper gegen die unterschiedlichsten Strukturen. Sie werden zum Beispiel bei Impfungen angesprochen und sch&#252;tzen uns dadurch ganz speziell gegen einen bestimmten Erreger.</p>
<p><strong>Bisher gingen Forscher davon aus</strong>, dass nach der Geburt <strong>keine neuen B1-Zellen mehr entstehen</strong>. Stattdessen nahmen sie an, dass die vorhandenen Zellen eine lange Lebensdauer besitzen und sich durch gelegentliche Zellteilung selbst erneuern. <strong>Dies konnten die HZI-Forscher nun widerlegen. Damit gelang ihnen ein entscheidender Fortschritt im Verst&#228;ndnis der Entwicklung des Immunsystems und seiner Flexibilit&#228;t.</strong></p>
<blockquote><p><strong>Die Wissenschaftler der HZI-Arbeitsgruppe &#0187;Molekulare Immunologie&#0171; ver&#228;nderten daf&#252;r das Erbgut</strong> von M&#228;usen. In diesen M&#228;usen ist eines der Gene, das die Entwicklung des Immunsystems startet, blockiert &#8211; die genetisch ver&#228;nderten Tiere werden ohne Immunzellen geboren. Erst wenn die Tiere eine chemische Substanz erhalten, wird das Gen angeschaltet und die M&#228;use beginnen, Immunzellen zu bilden. Die Forscher konnten zeigten, dass dies unabh&#228;ngig von ihrem Alter geschieht: <strong>Auch in alten M&#228;usen fanden die Forscher dann neue B1-Zellen.</strong></p>
<p>&#0187;<strong>Damit konnten wir zum ersten Mal zeigen</strong>, dass diese Immunzellen nicht nur im F&#246;tus entstehen, sondern auch im erwachsenen Tier&#0171;, sagt Sandra D&#252;ber, Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe am HZI, die die rekombinanten M&#228;use generiert hat. Mit diesen speziellen M&#228;usen k&#246;nnen die Wissenschaftler verschiedene Eigenschaften des Immunsystems nun besser verstehen und es leichter erforschen.</p>
<p><strong>Die Forscher k&#246;nnen es f&#252;r alle Arten von Immunzellen anwenden.</strong> &#0187;Wir werden es nutzen, um zum Beispiel Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose oder Diabetes zu untersuchen&#0171;, sagt Siegfried Wei&#223;, Leiter der Arbeitsgruppe. &#0187;Da wir jetzt das Immunsystem w&#228;hrend seiner Entstehung von au&#223;en beeinflussen k&#246;nnen, ist es m&#246;glich zu untersuchen, warum sich das Immunsystem gegen den eigenen K&#246;rper richtet und den Organismus krank macht.&#0171; Dies sei entscheidend, um solche fehlgeleiteten Immunantworten auch beim Menschen &#252;berhaupt zu verstehen und schlie&#223;lich zu verhindern <strong>oder zu therapieren.</strong>
</p></blockquote>
<p><strong>Originalartikel: </strong><em>Induction of B-cell development in adult mice reveals the ability of bone marrow to produce B-1a cells. D&#252;ber S, Hafner M, Krey M, Lienenklaus S, Roy B, Hobeika E, Reth M, Buch T, Waisman A, Kretschmer K, and Siegfried Wei&#223;. Blood, 3 December 2009, Vol. 114, No. 24, pp. 4960-4967.</em></p>
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		<title>Neue Hautkrebs-Therapie im Mausversuch erfolgreich</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2009/08/13/neue-hautkrebs-therapie-im-mausversuch-erfolgreich/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 16:03:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klinische Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Chemo]]></category>
		<category><![CDATA[Erbgut]]></category>
		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Melanom]]></category>
		<category><![CDATA[Tumor]]></category>
		<category><![CDATA[Viren]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>Eine neue Kombinationstherapie kann augenscheinlich sogar gegen weit fortgeschrittenen Hautkrebs Erstaunliches ausrichten - zumindest in M&#228;usen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universit&#228;t Bonn, die in der Zeitschrift Cancer Research erschienen ist (doi:10.1158/0008-5472.CAN-09-0579). Die Forscher konnten selbst schwerkranke Tiere erfolgreich behandeln: Sowohl die Prim&#228;r-Tumoren in der Haut als auch die Metastasen verschwanden vollst&#228;ndig. Eine Studie mit menschlichen Patienten steht noch aus.</strong>

<strong>Mit kombinierten Chemoimmuntherapien</strong> konnten in den USA bereits Menschen mit fortgeschrittenem Hautkrebs erfolgreich behandelt werden. Dies erfolgte jedoch im Rahmen von sehr aufw&#228;ndigen und teueren wissenschaftlichen Studien. Diese sind derzeit weltweit nur an ganz wenigen Zentren m&#246;glich. Die Bonner Wissenschaftler haben nun eine neue Form von Chemoimmuntherapie entwickelt. Sie kombinierten dazu drei verschiedene Ans&#228;tze: Zun&#228;chst unterzogen sie ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine neue Kombinationstherapie kann augenscheinlich sogar gegen weit fortgeschrittenen Hautkrebs Erstaunliches ausrichten &#8211; zumindest in M&#228;usen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universit&#228;t Bonn, die in der Zeitschrift Cancer Research erschienen ist (doi:10.1158/0008-5472.CAN-09-0579). Die Forscher konnten selbst schwerkranke Tiere erfolgreich behandeln: Sowohl die Prim&#228;r-Tumoren in der Haut als auch die Metastasen verschwanden vollst&#228;ndig. Eine Studie mit menschlichen Patienten steht noch aus.</strong></p>
<p><strong>Mit kombinierten Chemoimmuntherapien</strong> konnten in den USA bereits Menschen mit fortgeschrittenem Hautkrebs erfolgreich behandelt werden. Dies erfolgte jedoch im Rahmen von sehr aufw&#228;ndigen und teueren wissenschaftlichen Studien. Diese sind derzeit weltweit nur an ganz wenigen Zentren m&#246;glich. Die Bonner Wissenschaftler haben nun eine neue Form von Chemoimmuntherapie entwickelt. Sie kombinierten dazu drei verschiedene Ans&#228;tze: Zun&#228;chst unterzogen sie die krebskranken M&#228;use einer Chemotherapie. Im Anschluss spritzten sie den Tieren Killerzellen des Immunsystems in die Blutbahn, die Hautkrebszellen spezifisch erkennen k&#246;nnen. Zus&#228;tzlich injizierten die Forscher k&#252;nstlich hergestelltes Viren-Erbgut, um die nat&#252;rliche Immunabwehr in Alarmbereitschaft zu versetzen. Alle Komponenten waren f&#252;r den Erfolg der Therapie notwendig.</p>
<blockquote><p>&#0187;Um erfolgreiche Kombinationstherapien zu finden, braucht man vor allem neue experimentelle Modelle, die die Situation beim Menschen simulieren&#0171;, erkl&#228;rt der Bonner Hautkrebsforscher Professor Dr. Thomas T&#252;ting.</p></blockquote>
<p><strong><br />
Hierzu haben die Bonner Forscher</strong> einen besonderen genetisch ver&#228;nderten Mausstamm verwandt. Diese Tiere bekommen Melanome, die in ihrer Entstehung und Morphologie den menschlichen Tumoren verbl&#252;ffend &#228;hnlich sind. Bei der Behandlung waren alleinige Chemo- oder Immuntherapien weitgehend unwirksam. Durch ihre Dreierstrategie konnten die Forscher jedoch sowohl die Prim&#228;r-Tumoren in der Haut als auch die Metastasen gezielt zerst&#246;ren.</p>
<p><strong>Tumor in die Zange genommen</strong></p>
<p>strong>Ein Schl&#252;ssel zum Erfolg</strong> war die Nutzung eines uralten k&#246;rpereigenen Abwehrsystems: Normalerweise macht unser Immunsystem Krebszellen den Garaus. In vielen F&#228;llen erkennt es jedoch die entarteten Tumorzellen nicht als Feind. Durch den Einsatz von k&#252;nstlicher Erbsubstanz lassen sich diese Tumoren gewisserma&#223;en enttarnen. </p>
<blockquote><p>&#0187;Wir nutzen dabei einen Abwehrmechanismus unseres K&#246;rpers gegen Viren&#0171;, sagt Professor Dr. Gunther Hartmann, Direktor des Instituts f&#252;r Klinische Chemie und Pharmakologie. &#0187;Unsere Zellen erkennen das Erbgut von Viren mit Hilfe spezifischer Rezeptoren. Dies f&#252;hrt zur Aktivierung der k&#246;rpereigenen Abwehr. Mit neuen Designer-Molek&#252;len k&#246;nnen wir diese Rezeptoren sowohl in Immunzellen als auch direkt in Tumorzellen gezielt stimulieren. Dieses neue Therapieprinzip nimmt Tumorzellen in die Zange und treibt sie in den Selbstmord.&#0171;</p></blockquote>
<p><strong>Gef&#228;hrlichster Hauttumor</strong></p>
<p><strong>Der schwarze Hautkrebs</strong>, fachsprachlich auch &#0187;<em>malignes Melanom</em>&#0171; genannt, bildet sehr schnell Tochtergeschw&#252;lste (Metastasen) in Lymphknoten und inneren Organen. Daher gilt er als der b&#246;sartigste Hauttumor. L&#228;sst er sich chirurgisch entfernen, ist eine Heilung m&#246;glich. Im fortgeschrittenen Stadium versagen jedoch etablierte Behandlungsmethoden wie die Chemo- und Strahlentherapie. In den letzten Jahrzehnten haben Wissenschaftler weltweit untersucht, wie das Immunsystem zur Bek&#228;mpfung von Hautkrebszellen aktiviert werden kann. &#0187;<em>Unsere Experimente in einem dem Menschen &#228;hnlichen Tiermodell k&#246;nnten uns helfen, diese neuen Therapieformen besser zu verstehen und zu vereinfachen</em>&#0171;, meint Professor T&#252;ting. </p>
<p><strong>Die klinische Entwicklung ist mit enormen Kosten verbunden und wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.</strong></p>
<p><strong>Kontakt:</strong><br />
Professor Dr. Thomas T&#252;ting<br />
Klinik f&#252;r Dermatologie und Allergologie, Universit&#228;tsklinikum Bonn<br />
Telefon: 0228/287-19257<br />
E-Mail: Thomas.Tueting@ukb.uni-bonn.de</p>
<p>Professor Dr. Gunther Hartmann<br />
Direktor des Instituts f&#252;r Klinische Chemie und Pharmakologie,<br />
Universit&#228;tsklinikum Bonn<br />
Telefon: 0228/287-16080<br />
E-Mail: gunther.hartmann@ukb.uni-bonn.de </p>
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		<title>Sanft statt radikal. Autoimmunkrankheiten besser behandeln</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2009/06/21/sanft-statt-radikal-autoimmunkrankheiten-besser-behandeln/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Jun 2009 13:36:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurznachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Autoimmun]]></category>
		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Viren]]></category>

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		<description><![CDATA[<h4>Forscherteam der Uni Konstanz entwickelt neue Behandlungsmethode von Autoimmunkrankheiten</h4>
<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2009/06/prof-groettrupp.jpg" rel="lightbox[pics1525]" title=""><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2009/06/prof-groettrupp.thumbnail.jpg" alt="Prof. Marcus Groettrup Foto: Universit&#228;t Konstanz" width="255" height="213" class="attachment wp-att-1526" /></a><div class="imagecaption"></div></div><strong>Bisher werden Autoimmunkrankheiten</strong> mit Medikamenten behandelt, die das gesamte Immunsystem blockieren und so den K&#246;rper extrem anf&#228;llig machen f&#252;r Infektionen aller Art. Ein Konstanzer Forscherteam um den Immunologen Prof. Marcus Groettrup hat jetzt eine Behandlungsmethode entwickelt, die das Immunsystem nur in Teilen drosselt und somit deutlich besser vertr&#228;glich ist.
Funktioniert das Immunsystem einwandfrei, zeigt es Viren die rote Karte und der K&#246;rper startet die Immunabwehr. Liegt eine Autoimmunkrankheit vor - zu den h&#228;ufigsten geh&#246;ren rheumatoide Arthritis, Typ-1 Diabetes mellitus, Multiple Sklerose und Morbus Crohn, eine entz&#252;ndliche Dickdarmerkrankung - ist das Immunsystem gest&#246;rt. Es wird hyperaktiv und greift k&#246;rpereigene, gesunde Zellen an. Schwere Entz&#252;ndungen sind die Folge. Menschen, die unter einer Autoimmunkrankheit leiden, m&#252;ssen ein Leben lang so genannte Immunsupressiva einnehmen. Sie drosseln das Immunsystem, treten radikal auf die Bremse: "Gut gegen die Autoimmunkrankheiten, insgesamt h&#228;ufig problematisch f&#252;r den Patienten. Denn wenn unser Immunsystem komplett auf Sparflamme gefahren wird, dann kann es auch gegen andere Eindringlinge nicht mehr richtig wirksam sein", so der Immunologe Prof. Marcus Groettrup.

<strong>Feinste Dosierung m&#246;glich</strong>

An der Universit&#228;t Konstanz hat er gemeinsam mit seinem f&#252;nfk&#246;pfigen Team bahnbrechende neue Forschungserkenntnisse gewonnen, die der Schl&#252;ssel zu einer ma&#223;geschneiderten D&#228;mpfung des Immunsystems sind. "Das w&#228;re nicht mehr das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Eine feinste Dosierung und damit wesentlich bessere Vertr&#228;glichkeit f&#252;r die Betroffenen w&#228;re m&#246;glich", erkl&#228;rt Prof. Groettrup.

<strong>Doch wie genau funktioniert</strong> nun das verbesserte Wirkprinzip, von Prof. Groettrup? Die Hauptrolle dabei spielen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Forscherteam der Uni Konstanz entwickelt neue Behandlungsmethode von Autoimmunkrankheiten</h4>
<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2009/06/prof-groettrupp.jpg" rel="lightbox[pics1525]" title=""><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2009/06/prof-groettrupp.thumbnail.jpg" alt="Prof. Marcus Groettrup Foto: Universit&#228;t Konstanz" width="255" height="213" class="attachment wp-att-1526" /></a>
<div class="imagecaption"></div>
</div>
<p><strong>Bisher werden Autoimmunkrankheiten</strong> mit Medikamenten behandelt, die das gesamte Immunsystem blockieren und so den K&#246;rper extrem anf&#228;llig machen f&#252;r Infektionen aller Art. Ein Konstanzer Forscherteam um den Immunologen Prof. Marcus Groettrup hat jetzt eine Behandlungsmethode entwickelt, die das Immunsystem nur in Teilen drosselt und somit deutlich besser vertr&#228;glich ist.<br />
Funktioniert das Immunsystem einwandfrei, zeigt es Viren die rote Karte und der K&#246;rper startet die Immunabwehr. Liegt eine Autoimmunkrankheit vor &#8211; zu den h&#228;ufigsten geh&#246;ren rheumatoide Arthritis, Typ-1 Diabetes mellitus, Multiple Sklerose und Morbus Crohn, eine entz&#252;ndliche Dickdarmerkrankung &#8211; ist das Immunsystem gest&#246;rt. Es wird hyperaktiv und greift k&#246;rpereigene, gesunde Zellen an. Schwere Entz&#252;ndungen sind die Folge. Menschen, die unter einer Autoimmunkrankheit leiden, m&#252;ssen ein Leben lang so genannte Immunsupressiva einnehmen. Sie drosseln das Immunsystem, treten radikal auf die Bremse: &#0187;Gut gegen die Autoimmunkrankheiten, insgesamt h&#228;ufig problematisch f&#252;r den Patienten. Denn wenn unser Immunsystem komplett auf Sparflamme gefahren wird, dann kann es auch gegen andere Eindringlinge nicht mehr richtig wirksam sein&#0171;, so der Immunologe Prof. Marcus Groettrup.</p>
<p><strong>Feinste Dosierung m&#246;glich</strong></p>
<p>An der Universit&#228;t Konstanz hat er gemeinsam mit seinem f&#252;nfk&#246;pfigen Team bahnbrechende neue Forschungserkenntnisse gewonnen, die der Schl&#252;ssel zu einer ma&#223;geschneiderten D&#228;mpfung des Immunsystems sind. &#0187;Das w&#228;re nicht mehr das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Eine feinste Dosierung und damit wesentlich bessere Vertr&#228;glichkeit f&#252;r die Betroffenen w&#228;re m&#246;glich&#0171;, erkl&#228;rt Prof. Groettrup.</p>
<p><strong>Doch wie genau funktioniert</strong> nun das verbesserte Wirkprinzip, von Prof. Groettrup? Die Hauptrolle dabei spielen das so genannte Immunproteasom sowie ein Wirkstoff, der eigentlich f&#252;r die Behandlung von Leuk&#228;mie entwickelt wurde: PR-957. Das Immunproteasom ist ein Enzymkomplex mit drei Untereinheiten, der zentral f&#252;r die Immunabwehr ist. Bei einer Infektion fragmentiert es die bakteriellen und viralen Proteine, die eine Zelle befallen haben, und transportiert die Proteintr&#252;mmer an die Zelloberfl&#228;che. Dort wird die Zelle von den T-Lymphozyten, einer hoch spezialisierten Untergruppe der wei&#223;en Blutk&#246;rperchen, als infiziert erkannt und abget&#246;tet. Groettrup und sein Team haben im Knock-out-Maus-Experiment getestet, was passiert, wenn man die Untereinheiten des Immunproteasoms ausschaltet, um Autoimmunprozesse zu stoppen. Die Ergebnisse waren erstaunlich. &#0187;Diese M&#228;use haben zwar eine reduzierte Immunantwort. Aber insgesamt waren die Auswirkungen bei weitem nicht so drastisch, wie wir vermutet hatten&#0171;, erkl&#228;rt Groettrup. Ganz verbl&#252;ffend war aber, was mit den T-Lymphozyten passierte, die bei einer Autoimmunerkrankung au&#223;er Kontrolle geraten und die entz&#252;ndlichen Reaktionen hervorrufen: Ohne die Immunproteasom-Untereinheiten verschwanden sie einfach. Ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Inhibition &#8211; also Blockierung &#8211; des Immunproteasoms entz&#252;ndliche Reaktionen d&#228;mpfen kann.</p>
<p><strong>Erfolgreiche Versuche am Mausmodell</strong></p>
<p><strong>Zu diesem Zeitpunkt kam</strong> eine ausgesprochen fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Proteolix aus San Franzisco zustande, das auf die Publikationen des Konstanzer Forscherteams zur Funktion des Immunproteasoms aufmerksam wurde. Proteolix hat den Inhibitor PR-957 entwickelt, der eine der drei Immunproteasom-Untereinheiten ausschaltet und eigentlich f&#252;r die Behandlung von Leuk&#228;mie entwickelt wurde.</p>
<p><strong>Im Rahmen der Kooperation Konstanz</strong> &#8211; Franzisco wurde PR-957 versuchsweise zur Behandlung von M&#228;usen mit rheumatoider Arthritis eingesetzt. Das vielversprechende Ergebnis: kein Fortschreiten der Krankheit, aber ein Immunsystem, das sich erstaunlich gut gegen andere Viren, mit denen die Tiere infiziert wurden, zur Wehr setzt. Zudem zeigten die Tiere keine erkennbaren Nebenwirkungen. Die Wissenschaftler lie&#223;en nicht locker. Sie testeten die Wirkstoffe im Mausmodell auch gegen Typ-1 Diabetes mellitus. Wieder ein wissenschaftlicher Volltreffer. Die M&#228;use erkrankten nicht mehr an der Zuckerkrankheit. </p>
<blockquote><p>Was passiert im Tierk&#246;rper? &#0187;Die T-Lymphozyten, die bei dieser Erkrankung die Zellen in der Bauchspeicheldr&#252;se sch&#228;digen, die das lebenswichtige Insulin produzieren, werden in Schach gehalten&#0171;, erkl&#228;rt Groettrup, dessen Team bereits die n&#228;chsten Tests im Bezug auf weitere Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose und Morbus Crohn plant. &#0187;Gerade hier k&#246;nnen wir eine Menge f&#252;r die Patienten erreichen, wenn es uns gelingt, diese chronischen Krankheiten gleich zu Beginn zu d&#228;mpfen und neue Sch&#252;be zu verhindern.&#0171;</p></blockquote>
<p><strong>Eine wirksame und gut vertr&#228;gliche Therapie</strong></p>
<blockquote><p><strong>Groettrup wei&#223;:</strong> Sein Team ist auf dem richtigen Weg. F&#252;nf Jahre Forschungsarbeit haben sich gelohnt. Sie ebnet den Weg zu einer gut vertr&#228;glichen und wirksamen autoimmunen Therapie, die gezielt die entz&#252;ndungsf&#246;rdernden Mechanismen absenkt, ohne das gesamte System lahmzulegen. Das pr&#228;klinische Modell steht und wird jetzt in der renommierten Zeitschrift Nature Medicine, dem meistzitierten biomedizinischen Fachorgan und T&#252;r&#246;ffner zu Pharmaunternehmen und Investoren, publiziert. Die Vorbereitungen zur Erprobung am Menschen laufen. &#0187;Wenn die Wirksamkeit von PR-957 beim Menschen so gut ist wie in den getesteten klinischen Modellen und auch die Nebenwirkungen so gering sind wie bei M&#228;usen, w&#228;re das eine Revolution f&#252;r den Behandlungserfolg&#0171;, ist Prof. Groettrup sicher.</p></blockquote>
<p><strong>Kontakt:</strong><br />
Prof. Dr. Marcus Groettrup<br />
Universit&#228;t Konstanz<br />
Lehrstuhl f&#252;r Immunologie<br />
Universit&#228;tsstrasse 10<br />
78457 Konstanz<br />
Tel.: 0049 7531 882130<br />
E-Mail: Marcus.Groettrup@uni-konstanz.de<br />
<strong>Weitere Informationen:</strong><br />
<a href="http://www.nature.com/nm/journal/vaop/ncurrent/index.html">Homepage Nature Medicine</a>: </p>
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		</item>
		<item>
		<title>T-Zellen im Trainingslager&#8230;</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2008/08/14/t-zellen-im-trainingslager/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Aug 2008 15:59:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klinische Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Autophagie]]></category>
		<category><![CDATA[Immunsystem]]></category>
		<category><![CDATA[T-Zellen]]></category>

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		<description><![CDATA[<h4>...wie uns Zellabfall vor dem Immunsystem sch&#252;tzt</h4>
<strong>Die T-Zellen des Immunsystems sind entscheidend an der Bek&#228;mpfung von Viren und Bakterien beteiligt. Sie reagieren allerdings nur auf fremde Proteinschnipsel, die ihnen an der Oberfl&#228;che von Immunzellen pr&#228;sentiert werden. Wichtig ist dabei, dass sie keine k&#246;rpereigenen Strukturen angreifen. Wie ein Team von LMU-Immunologen unter der Leitung von Professor Ludger Klein nun im Mausmodell zeigen konnte, wird f&#252;r das entsprechende Training der T-Zellen ein aus anderem Zusammenhang bekannter Mechanismus ausgeliehen: Bei der Autophagie werden Zellbestandteile zerlegt und recycelt, etwa um dem K&#246;rper Energie zuzuf&#252;hren.</strong> 

<strong>Die neuen Arbeiten deuten darauf hin</strong>, dass dieser Mechanismus in der Thymusdr&#252;se, einer Art "T-Zell-Schule", zweckentfremdet wird, um die dadurch entstehenden Zellbruchst&#252;cke f&#252;r heranreifende T-Zellen sichtbar zu machen. So wird den T-Zellen ein...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>&#8230;wie uns Zellabfall vor dem Immunsystem sch&#252;tzt</h4>
<p><strong>Die T-Zellen des Immunsystems sind entscheidend an der Bek&#228;mpfung von Viren und Bakterien beteiligt. Sie reagieren allerdings nur auf fremde Proteinschnipsel, die ihnen an der Oberfl&#228;che von Immunzellen pr&#228;sentiert werden. Wichtig ist dabei, dass sie keine k&#246;rpereigenen Strukturen angreifen. Wie ein Team von LMU-Immunologen unter der Leitung von Professor Ludger Klein nun im Mausmodell zeigen konnte, wird f&#252;r das entsprechende Training der T-Zellen ein aus anderem Zusammenhang bekannter Mechanismus ausgeliehen: Bei der Autophagie werden Zellbestandteile zerlegt und recycelt, etwa um dem K&#246;rper Energie zuzuf&#252;hren.</strong> </p>
<p><strong>Die neuen Arbeiten deuten darauf hin</strong>, dass dieser Mechanismus in der Thymusdr&#252;se, einer Art &#0187;T-Zell-Schule&#0171;, zweckentfremdet wird, um die dadurch entstehenden Zellbruchst&#252;cke f&#252;r heranreifende T-Zellen sichtbar zu machen. So wird den T-Zellen ein immunologisches Spiegelbild aller Proteine des Organismus pr&#228;sentiert. T-Zellen, die auf diese Strukturen reagieren, werden vernichtet, bevor sie die Blutzirkulation erreichen &#8211; und ein Angriff auf k&#246;rpereigene Proteine wird verhindert. </p>
<blockquote><p>&#0187;Das Immunsystem der M&#228;use, bei denen wir die Autophagie im Thymus gezielt unterbunden haben, ist regelrecht entgleist&#0171;, sagt Klein. Die T-Zellen der Tiere wanderten in einzelne Organe und griffen diese an. Schwere Darmentz&#252;ndungen und massive Sch&#228;den an der Leber, Lunge, Haut und dem Uterus waren die Folge.<br />
&#0187;Entsprechende Autoimmunerkrankungen treten auch beim Menschen auf&#0171;, erkl&#228;rt Klein. &#0187;Wir k&#246;nnen nun neue Arbeitshypothesen zur Entstehung dieser Leiden formulieren.&#0171; (Nature, 13.8.2008)</p></blockquote>
<p><strong>Alte und fehlgefaltete Proteine</strong> werden durch die sogenannte Autophagie (&#0187;sich selbst essen&#0171;) recycelt. Bei N&#228;hrstoffmangel wird dieser Prozess angeschaltet, um Zellstrukturen zu zerh&#228;ckseln und dadurch dem K&#246;rper Brennstoffe zur Energiegewinnung zu liefern. Ansonsten kommen die Zellen des K&#246;rpers nach vorherrschender Meinung aber nur selten in die Verlegenheit, ihre eigenen Bestandteile abzubauen. </p>
<p><strong>Nach den Ergebnissen</strong> der vorliegenden Studie aber erf&#252;llt die Autophagie tats&#228;chlich noch eine weitere und au&#223;erordentlich wichtige Funktion: Sie sch&#252;tzt uns vor unserem eigenen Immunsystem. Wie das Team um Klein zeigen konnte, kapern die Epithelzellen der Thymusdr&#252;se diesen Mechanismus, um heranreifenden T-Zellen mit Hilfe der Bruchst&#252;cke alle Proteine des K&#246;rpers zu pr&#228;sentieren. Dann k&#246;nnen T-Zellen in den Zelltod geschickt werden, die nicht auf Viren und Bakterien, sondern auf k&#246;rpereigene Strukturen reagieren.</p>
<p><strong>Diese Untersuchung wurde</strong> im Tiermodell durchgef&#252;hrt. Doch gibt es bereits erste Hinweise, dass dieselben Mechanismen auch im Menschen wirksam sind. So wurde vor kurzem in zwei unabh&#228;ngigen Studien gezeigt, dass eine genetische Verbindung zwischen einer Autophagie-Komponente und der entz&#252;ndlichen Darmerkrankung Morbus Crohn besteht &#8211; einem Autoimmunleiden. Der molekulare Zusammenhang ist allerdings noch nicht gekl&#228;rt. Ausgangspunkt der unter Kleins Federf&#252;hrung entstandenen Studie, die bereits am Institut f&#252;r Molekulare Pathologie in Wien begonnen wurde, waren Ergebnisse eines Kooperationspartners, Professor Noboru Mizushima, von der Tokyo Medical and Dental University. Er hatte gezeigt, dass in den Epithelzellen des Thymus als einzigem Gewebetyp des K&#246;rpers auch ohne Hunger &#8211; also ohne erh&#246;hten Energiebedarf &#8211; eine konstant hohe Rate von Autophagie nachweisbar ist.</p>
<blockquote><p>&#0187;Wir wissen bereits seit fast zehn Jahren, dass eben diese Zellen bei der Entsch&#228;rfung autoreaktiver T-Zellen, die also k&#246;rpereigene Strukturen angreifen w&#252;rden, wichtig sind&#0171;, berichtet Klein. &#0187;Damals entdeckten wir mit Kollegen in Heidelberg, dass die thymischen Epithelzellen durch einen immer noch r&#228;tselhaften Mechanismus in der Lage sind, praktisch jedes Protein des K&#246;rpers zu produzieren. Unklar war jedoch, wie es ihnen gelingt, die f&#252;r die Erziehung von T-Zellen wichtigen Proteinschnipsel, sogenannte Epitope, auf ihrer Oberfl&#228;che zu pr&#228;sentieren.&#0171; Denn T-Zellen reagieren nicht auf freischwimmende Fremdk&#246;rper in den K&#246;rperfl&#252;ssigkeiten, sondern erkennen mit Hilfe ihres T-Zell-Rezeptors nur in sogenannte MHC II-Molek&#252;le eingebettete Proteinbruchst&#252;cke.<br />
<strong>&#0187;Erstaunlicherweise bekommt</strong> praktisch jede unserer Millionen von T-Zellen im Thymus per Zufallsprinzip einen anderen T-Zell-Rezeptor, so dass das Immunsystem fast jeden Krankheitserreger erkennen kann&#0171;, erkl&#228;rt Klein. &#0187;Allerdings entstehen so auch Rezeptoren, die auf k&#246;rpereigene Proteinbruchst&#252;cke reagieren w&#252;rden.&#0171; Diese d&#252;rfen den Thymus nicht verlassen, da sonst Autoimmunkrankheiten wie Typ 1 Diabetes, Multiple Sklerose und Rheumatoide Arthritis entstehen k&#246;nnen. Sie m&#252;ssen fr&#252;hzeitig getestet, aussortiert und unsch&#228;dlich gemacht werden. Daf&#252;r sind die thymischen Epithelzellen zust&#228;ndig. Bei jeder T-Zelle, die durch sie aktiviert wird, soll Apoptose, der programmierte Zelltod, ausgel&#246;st werden.</p></blockquote>
<p><strong>Allerdings sollte </strong>eine thymische Epithelzelle nach vorherrschender Lehrmeinung diese Funktion gar nicht erf&#252;llen k&#246;nnen. Denn eingebettet in ihre MHC II-Molek&#252;le d&#252;rfte sie keine Proteinschnipsel pr&#228;sentieren, die sie selbst produziert hat &#8211; dieser Platz ist bei den Zellen des Immunsystems normalerweise f&#252;r fremde Antigene reserviert. Um k&#246;rpereigene Eiwei&#223;schnipsel dorthin zu schleusen, brauchen die Epithelzellen des Thymus die zweckentfremdete Autophagie, meinen die Forscher um Ludger Klein. Der Prozess erm&#246;glicht vermutlich den Epithelzellen, die k&#246;rpereigenen Proteine entsprechend klein zu h&#228;ckseln und sie letztlich auf der Oberfl&#228;che den T-Zellen zu pr&#228;sentieren.Dies zumindest legen die nun ver&#246;ffentlichten Ergebnisse nahe.</p>
<p><strong>Im entscheidenden Experiment</strong> schalteten die Forscher gezielt den Mechanismus der Autophagie in den thymischen Epithelzellen aus. &#0187;Nach f&#252;nf Wochen sah man bereits mit blo&#223;em Auge, dass es den ver&#228;nderten M&#228;usen nicht gut ging&#0171;, sagt Jelena Jedjic, eine Koautorin der Studie. &#0187;Die Haut der Tiere war schuppig, und sie hatten massiv an Gewicht verloren.&#0171; Die immunologische Analyse der Organe zeigte drastisch die Auswirkungen der genetischen Ver&#228;nderungen: T-Zellen hatten Blut und Lymphe verlassen, waren in Organe gewandert und hatten dort Gewebesch&#228;den verursacht.</p>
<blockquote><p>&#0187;<strong>Allerdings wissen wir nicht</strong>, warum sie nur einzelne Organe befallen haben&#0171;, meint Klein. &#0187;F&#252;r uns war jedenfalls sehr interessant, dass vor allem der Darm so stark gesch&#228;digt wurde. Denn dieses Krankheitsbild erinnert stark an das menschliche Autoimmunleiden Morbus Crohn. Wir wollen jetzt kl&#228;ren, wie autoreaktive T-Zellen der Selektion im Thymus entkommen k&#246;nnen, und wie sich eine defekte Autophagie im Thymus auswirken kann. Denn dies sollte zu einem besseren Verst&#228;ndnis der Autoimmunerkrankungen und m&#246;glicherweise auch zu Therapien f&#252;hren.&#0171;</p></blockquote>
<p><strong>Publikation:</strong><br />
&#0187;Autophagy in Thymic epithelium shapes T-cell repertoire and is essential for tolerance&#0171;<br />
Ludger Klein et.al.<br />
Nature, Advance Online Publication, DOI: 10.1038/nature07208<br />
<strong>Ansprechpartner:</strong><br />
Professor Dr. Ludger Klein<br />
Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t (LMU) M&#252;nchen<br />
Institut f&#252;r Immunologie<br />
<strong>Tel.:</strong> 089 / 2180 &#8211; 75696<br />
<strong>Fax:</strong> 089 / 5160 &#8211; 2236<br />
<strong>E-Mail:</strong> ludger.klein@med.uni-muenchen.de<br />
Web: http://immuno.web.med.uni-muenchen.de/020_Research/025_AG_Klein/index.html<br />
<strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<p>http://www.lmu.de</p>
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		<title>Streptokokken-Infektion: Unbekannte Rezeptormolek&#252;le f&#252;r Immunreaktion verantwortlich?</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jul 2008 12:31:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FR</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fresszellen]]></category>
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Streptokokken, gr&#252;n eingef&#228;rbt (&#169; Oliver Meckes &#38; Nicole Ottawa/Eye of Science)

Das Bakterium Streptococcus pyogenes verursacht beim Menschen eine Vielzahl von Erkrankungen wie z.B. Scharlach, Mandelentz&#252;ndungen, Wundinfektionen, septischem Schock oder, als Sp&#228;tfolge, rheumatischem Fieber und Nierenerkrankungen. Schwerwiegende Streptokokken-Infektionen haben meist eines gemeinsam: es kommt zu einer &#220;berreaktion des Immunsystems, die oft schwer behandelbar ist und den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe imgalignleft" style="width:320px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2008/07/strepto-big.jpg" rel="lightbox[pics-1216378554]" title="Streptokokken, gr&#252;n eingef&#228;rbt (&copy; Oliver Meckes &amp; Nicole Ottawa/Eye of Science)"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2008/07/strepto-big.thumbnail.jpg" width="320" height="157" alt="Streptokokken, gr&#252;n eingef&#228;rbt" /></a>
<div class="imagecaption">Streptokokken, gr&#252;n eingef&#228;rbt (&copy; Oliver Meckes &amp; Nicole Ottawa/Eye of Science)</div>
</div>
<p><strong>Das Bakterium Streptococcus pyogenes</strong> verursacht beim Menschen eine Vielzahl von Erkrankungen wie z.B. <em>Scharlach, Mandelentz&#252;ndungen, Wundinfektionen, septischem Schock</em> oder, als Sp&#228;tfolge, <em>rheumatischem Fieber und Nierenerkrankungen</em>. Schwerwiegende Streptokokken-Infektionen haben meist eines gemeinsam: es kommt zu einer &#220;berreaktion des Immunsystems, die oft schwer behandelbar ist und den Patienten sogar in Lebensgefahr bringen kann. Dringt der Erreger in den K&#246;rper ein, werden die sogenannten Fresszellen (Makrophagen) des angeborenen Immunsystems aktiv. In einem ersten Schritt muss allerdings zun&#228;chst ein <em>Rezeptormolek&#252;l</em> der Fresszelle das Bakterium erkennen, um eine Immunreaktion auszul&#246;sen.</p>
<p><strong>Bisher ging man davon aus</strong>, dass die Rezeptormolek&#252;le aus der Gruppe der Toll-like Rezeptoren (TLR) Streptokokken erkennen und das Signal zum Anschalten der Immunreaktion an ein zentrales Signalmolek&#252;l (MyD88) weitergeben. Die Forschungsgruppen von Pavel Kovarik und Emmanuelle Charpentier an den Max F. Perutz Laboratories am Campus Vienna Biocenter in Wien fanden nun jedoch heraus, dass keines der bisher bekannten TLR-Rezeptormolek&#252;le f&#252;r diesen ersten Schritt der Streptokokken-Erkennung verwendet wird. Wohl aber ist im zweiten Schritt der Immunsystem-Aktivierung das bereits bekannte Signalmolek&#252;l MyD88 beteiligt. In der Fachzeitschrift <em>&#0187;Journal of Biological Chemistry&#0171;</em> sind die Ergebnisse der ersten Studie, die sich mit den Details der zellul&#228;ren Erkennungs-Mechanismen von Streptokokken besch&#228;ftigt nun nachzulesen.</p>
<blockquote><p>&#0187;Es ist eine gro&#223;e &#220;berraschung, dass nicht der bisher angenommene TLR2-Rezeptor bei Streptokokken-Infektionen zur Erkennung dient&#0171;, sagt Pavel Kovarik, Immunbiologe der Universit&#228;t Wien. &#0187;Auch keines der anderen Molek&#252;le dieser Rezeptor-Familie kommt zum Einsatz, obwohl der zweite Schritt der Signalweiterleitung &#252;ber MyD88 l&#228;uft. Wir begeben uns nun auf die spannende Suche nach einem noch g&#228;nzlich unbekannten Rezeptor&#0171;, erl&#228;utert Kovarik die Pl&#228;ne f&#252;r das n&#228;chste Forschungsprojekt.</p></blockquote>
<p><strong>Bisher konnte man nicht erkl&#228;ren</strong>, warum gerade Infektionen mit Streptokokken besonders schwere Erkrankungen und Therapie-Komplikationen hervorrufen. Die Forscher vermuten, dass das <strong>noch unbekannte Rezeptormolek&#252;l</strong> der fehlende Puzzlestein zum Verst&#228;ndnis der menschlichen Immunantwort auf diesen Bakterienstamm ist.</p>
<p><strong>Auf die Suche nach dem neuen Rezeptor</strong> will sich Pavel Kovarik gemeinsam mit seiner Kollegin Sylvia Knapp, Forscherin am Zentrum f&#252;r Molekulare MEDIZIN (CeMM) der &#214;sterreichischen Akademie der Wissenschaften und Fach&#228;rztin f&#252;r Infektiologie am AKH Wien begeben. Auch die Beteiligung einer Biotec-Firma an diesem Projekt ist geplant.<br />
<em>Das Ziel des Grundlagenforschers Kovarik und der klinischen Forscherin Knapp</em>: <strong>Das zentrale, noch unbekannte Molek&#252;l des Mechanismus der Streptokokken-Erkennung zu entschl&#252;sseln und eine Substanz zu finden, die regulierend in die &#252;berschie&#223;ende Reaktion der menschlichen Immunzellen eingreifen kann.</strong><br />
<strong>Originalpublikation</strong>: Gratz N, Siller M, Schaljo B, Pirzada ZA, Gattermeier I, Vojtek I, Kirschning CJ, Wagner H, Akira S, Charpentier E, Kovarik P. Group A Streptococcus Activates Type I Interferon Production and MyD88-dependent Signaling without Involvement of TLR2, TLR4, and TLR9. J Biol Chem. 2008 Jul 18;283(29):19879-19887.</p>
<p>Die Max F. Perutz Laboratories sind ein 2005 gegr&#252;ndetes Joint-Venture der Universit&#228;t Wien und der MEDIZINischen Universit&#228;t Wien am Campus Vienna Biocenter. Diese inter-universit&#228;re Kooperation ist ein neuer und innovativer Ansatz um Forschung und Lehre an beiden Universit&#228;ten zu st&#228;rken. Am Institut in der Bohr-Gasse forschen 60 Arbeitsgruppen im Bereich Molekularbiologie. Seit 2007 leitet der Biochemiker Graham Warren das Institut.</p>
<p>R&#252;ckfragehinweise:<br />
Mag. Alexandra Frey<br />
&#214;ffentlichkeitsarbeit<br />
Universit&#228;t Wien<br />
1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1<br />
T +43-1-4277-175 31<br />
alexandra.frey@univie.ac.at<br />
www.univie.ac.at/175  </p>
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