Weblog & Magazin für medizinische Forschung, Innovation und Praxis

Beiträge zum Stichwort ‘ Infektion ’

Infektionsstrategie von Salmonellen neu interpretiert

20. Dezember 2009 | Von FR | Kategorie: Kurznachrichten
Die Invasion von Wirtszellen mit Salmonellen (rot) kann sowohl mit (Pfeile, oben) als auch ohne "Ruffles" (unten) erfolgen. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme: Manfred Rohde (HZI).
Die Invasion von Wirtszellen mit Salmonellen (rot) kann sowohl mit (Pfeile, oben) als auch ohne "Ruffles" (unten) erfolgen. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme: Manfred Rohde (HZI).

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung – HZI-Forscher entdecken den Infektionsmechanismus von Salmonellen neu.

Salmonellen sind die häufigste Ursache von Lebensmittelvergiftungen. Die Bakterien docken an Zellen der Darmwand an und veranlassen die Wirtszelle dazu, sie aufzunehmen. Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Salmonellen charakteristische Membranwellen auslösen müssen, um in die Darmzellen eindringen zu können. Forscher des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) haben nun genau diese gängige Lehrmeinung widerlegt.
»Damit muss der Infektionsmechanismus von Salmonellen neu überdacht werden«, sagt Klemens Rottner, Leiter der Arbeitsgruppe »Zytoskelett Dynamik« am HZI. Die Arbeiten veröffentlichte jetzt die Fachzeitschrift »Cellular Microbiology«.

Salmonellen sind äußerst anpassungsfähige Bakterien. Sie überleben mit und…



Sepsis: 48 Menschenleben in zwei Jahren gerettet – Neues Notfallmanagement in Greifswald

10. Dezember 2009 | Von FR | Kategorie: Kurznachrichten
Foto - eine Patientin
Zurück im Leben – eine Patientin, die einen schweren septischen Schock auf der Greifswalder Intensivstation überwunden hat, wird wieder gezielt aufgebaut. Physiotherapeutin Daniela Riesebeck (li.) und Intensivschwester Manuela Gerber helfen dabei. Fotos: UKG/Gründling

Greifswalder Qualitätsprojekt »Sepsis« soll ausgeweitet werden

»Ein seit zwei Jahren am Universitätsklinikum Greifswald erprobtes Notfallmanagement zur Bekämpfung von Blutvergiftung (Sepsis) hat 48 Menschen das Leben gerettet«, erklärte der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende, Prof. Marek Zygmunt, anlässlich des gestern in Greifswald stattfindenden Sepsisfachsymposiums.
Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate von 54 Prozent in Deutschland sank in Greifswald auf 31 Prozent. »Die Gesellschaft muss sich nicht mit jährlich 40.000 Todesopfern und rund 1,8 Mrd. Kosten für die lebenserhaltende Intensivmedizin abfinden. Mit einfachen Maßnahmen kann die Sterblichkeitsrate signifikant beeinflusst werden«, so Zygmunt.

Im November 2007 ist am Uniklinikum Greifswald das Qualitätsprojekt »Sepsis« gestartet worden. »Die Behandlung der Sepsis ist auf Grund ihrer hohen Sterblichkeit eine besondere Herausforderung für die Intensivmediziner und die Pflege. Die Arbeitsgruppe Sepsis hatte sich zunächst zum Ziel gesetzt, durch eine verbesserte Diagnostik und Therapie die Erkrankungen mit tödlichem Ausgang um 10 Prozent zu senken«, erläuterte Projektleiter Oberarzt Dr. Matthias Gründling. Eine Blutvergiftung tarnt sich oftmals als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung oder Operation und wird deshalb zu spät erkannt. Die Sepsis ist die aggressivste Form einer Infektion, hervorgerufen durch Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze und deren Gifte. Innerhalb weniger Stunden weisen alle lebenswichtigen Organe des Menschen Entzündungszeichen auf und drohen zu versagen. »Der Tod kommt im Zeitraffer, da zählt jede Stunde«, unterstrich der Intensivmediziner. Die Hauptansatzpunkte für eine Notfallmedizin…



Infektionsprävention in Krankenhäusern

27. Oktober 2009 | Von FR | Kategorie: Gesundheitspolitik

Fachveranstaltung ABAS und KRINKO im Dialog: Infektionsprävention in Krankenhäusern
Zur heutigen Veranstaltung »ABAS und KRINKO im Dialog – Infektionsprävention bei Patienten und Beschäftigten« erklären das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:

Wie lässt sich die Gefahr von Infektionen in Krankenhäusern vermindern? Dieser Frage widmen sich der Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und die Kommission Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut. Beide haben Empfehlungen zur Prävention entwickelt.

Über diese informieren die Gremien ein geladenes Fachpublikum auf der Veranstaltung »ABAS und KRINKO im Dialog – Infektionsprävention bei Patienten und Beschäftigten« am 27. Oktober 2009 im Bundespresseamt. Dort wird diskutiert, wie die Maßnahmen des Patientenschutzes und des Schutzes der Beschäftigten in den Gesundheitseinrichtungen so aufeinander abgestimmt werden können, dass sie wirksam sind und bei den Beteiligten in der täglichen Arbeitspraxis Akzeptanz…



Neu diagnostizierte HIV-Infektionen steigen um 4%

6. Mai 2008 | Von FR | Kategorie: Gesundheitspolitik

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist weiter gestiegen. Dem Robert Koch-Institut wurden für das Jahr 2007 insgesamt 2.752 neu diagnostizierte HIV-Infektionen übermittelt. Gegenüber dem Jahr 2006 (2.643 Neudiagnosen) ist dies eine Zunahme um 4%.
„Eine der bislang wenig bekannten Ursachen für den Anstieg ist die hohe Zahl der Syphilis-Infektionen in Deutschland“, sagt Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch-Instituts. Der neue Halbjahresbericht mit umfangreichen Daten zu HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen, auch regional aufgeschlüsselt, ist im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht worden und auf den RKI-Internetseiten abrufbar (www.rki.de).

Wichtigste Betroffenengruppe sind mit 65% nach wie vor…