Zurück im Leben – eine Patientin, die einen schweren septischen Schock auf der Greifswalder Intensivstation überwunden hat, wird wieder gezielt aufgebaut. Physiotherapeutin Daniela Riesebeck (li.) und Intensivschwester Manuela Gerber helfen dabei. Fotos: UKG/Gründling
Greifswalder Qualitätsprojekt »Sepsis« soll ausgeweitet werden
»Ein seit zwei Jahren am Universitätsklinikum Greifswald erprobtes Notfallmanagement zur Bekämpfung von Blutvergiftung (Sepsis) hat 48 Menschen das Leben gerettet«, erklärte der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende, Prof. Marek Zygmunt, anlässlich des gestern in Greifswald stattfindenden Sepsisfachsymposiums.
Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate von 54 Prozent in Deutschland sank in Greifswald auf 31 Prozent. »Die Gesellschaft muss sich nicht mit jährlich 40.000 Todesopfern und rund 1,8 Mrd. Kosten für die lebenserhaltende Intensivmedizin abfinden. Mit einfachen Maßnahmen kann die Sterblichkeitsrate signifikant beeinflusst werden«, so Zygmunt.
Im November 2007 ist am Uniklinikum Greifswald das Qualitätsprojekt »Sepsis« gestartet worden. »Die Behandlung der Sepsis ist auf Grund ihrer hohen Sterblichkeit eine besondere Herausforderung für die Intensivmediziner und die Pflege. Die Arbeitsgruppe Sepsis hatte sich zunächst zum Ziel gesetzt, durch eine verbesserte Diagnostik und Therapie die Erkrankungen mit tödlichem Ausgang um 10 Prozent zu senken«, erläuterte Projektleiter Oberarzt Dr. Matthias Gründling. Eine Blutvergiftung tarnt sich oftmals als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung oder Operation und wird deshalb zu spät erkannt. Die Sepsis ist die aggressivste Form einer Infektion, hervorgerufen durch Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze und deren Gifte. Innerhalb weniger Stunden weisen alle lebenswichtigen Organe des Menschen Entzündungszeichen auf und drohen zu versagen. »Der Tod kommt im Zeitraffer, da zählt jede Stunde«, unterstrich der Intensivmediziner. Die Hauptansatzpunkte für eine Notfallmedizin…