Weblog & Magazin für medizinische Forschung, Innovation und Praxis

Beiträge zum Stichwort ‘ Krebs ’

Körpereigene Killer gegen Krebs einsetzen

20. Juni 2010 | Von FR | Kategorie: Kurznachrichten
PD Dr. Dr. Carole Bourquin (Photo: LMU)
PD Dr. Dr. Carole Bourquin (Photo: LMU)

LMU-Medizinerin erhält Georg Heberer Award 2010

Beim Stiftungsfest der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München wurde PD Dr. Dr. Carole Bourquin von der Abteilung für Klinische Pharmakologie des Klinikums der Universität München, der mit 25.000 Euro dotierte Georg Heberer Award 2010 verliehen. Die Oberärztin und Nachwuchswissenschaftlerin erhielt die Auszeichnung für einen innovativen Ansatz zur Krebstherapie. Ziel ist hier, die angeborene Immunabwehr des Patienten mit Hilfe synthetisch hergestellter Moleküle zu stimulieren, um die Tumorerkrankung zu bekämpfen.
Vor allem in Kombination mit einer chirurgischen Entfernung der Geschwulst könnte diese Strategie die Effizienz der Therapie beträchtlich steigern. Tatsächlich hat die in der Fachzeitschrift „Journal of Immunology“ erschienene Arbeit im TumormodellTiermodell gezeigt, dass der von Bourquin und ihrem Team entwickelte Ansatz das Tumorwachstumden Fortschritt einer Krebserkrankung hemmen kann.

Zu den Hauptaufgaben des angeborenen Immunsystems gehört es, bei einer drohenden Infektion



Mit 20 000 Watt pro Quadratzentimeter gegen den Krebs

17. Juni 2010 | Von FR | Kategorie: Kurznachrichten

Wissenschaftler der PTB entwickeln Messverfahren zur besseren Planung der Tumortherapie mit Ultraschall

Ob in der Schwangerschaftsvorsorge, zur Diagnose von Gallensteinen oder zur Untersuchung des Herzens: Der Ultraschall gehört zu den Standardverfahren der Medizin. Bisher wird er vor allem zur Diagnose von Krankheiten eingesetzt. Wenn man aber die Intensität der Ultraschallwellen erhöht und sie auf einen Tumor fokussiert, können sie auch zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden und diesen gezielt zerstören. Bevor diese neuartige Therapie genauso breit angewendet werden kann wie der Ultraschall zu Diagnose-Zwecken, muss noch einiges an Forschungsarbeit geleistet werden. Ziel der Forschung ist es, eine bessere Grundlage für die Therapieplanung und -kontrolle zu schaffen. Um die Sicherheit der Behandlung und ihre Effektivität zu erhöhen, sollte zum Beispiel die Leistung des Ultraschalls zuverlässig bestimmt werden können. Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) haben nun im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts ein etabliertes Messverfahren weiter entwickelt, das die Leistung des hochintensiven Ultraschalls bis 500 Watt bestimmen kann. Ein Ringvergleich mit den europäischen Partnerinstituten wurde erfolgreich abgeschlossen und bewies die korrekte Arbeitsweise des Messverfahrens.

Diese Krebstherapie mittels »High Intensity Therapeutic Ultrasound« (HITU) ist weitgehend nicht-invasiv, denn sie kommt ohne Schnitte aus. Sie kann gegen Tumore eingesetzt werden, die als inoperabel gelten, weil sie zum Beispiel zu nahe an lebenswichtigen Blutgefäßen, Organen, Nervenbündeln oder Hirnregionen liegen, die bei einer herkömmlichen Operation ebenfalls verletzt werden könnten. HITU wird heute bereits zur Behandlung von Tumoren der Prostata, der Leber und der Gebärmutter eingesetzt. Weitere Anwendungsmöglichkeiten für Mammakarzinome und Hirntumore werden erforscht.

Die Tumortherapie durch Ultraschall funktioniert so ähnlich wie …



Prostatakrebs: »Liegt er in der Familie?!«

25. April 2010 | Von FR | Kategorie: TOP-NEWS

Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt mit der Anzahl direkter Verwandter, die von der Krankheit betroffen sind. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum errechneten jetzt die altersabhängigen individuellen Risiken in der größten Studie, die je zu familiärem Prostatakrebs durchgeführt wurde.
Dass Prostatakrebs »in der Familie liegt«, wissen Ärzte seit langem: Männer, in deren Verwandtschaft die Krankheit bereits diagnostiziert wurde, haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls am Krebs der Vorsteherdrüse zu erkranken. Doch wie hoch ist das Risiko für den Einzelnen? Bei wem und in welchem Alter ist eine Früherkennungsuntersuchung dringend zu empfehlen?

Forscher aus der Abteilung von Kari Hemminki im Deutschen Krebsforschungszentrum analysierten diese Fragen in der größten jemals veröffentlichten Studie zu familiärem Prostatakrebs. Die Untersuchung umfasste 26.651 Prostatakrebspatienten, 5623 von ihnen stammten aus Familien, in denen die Erkrankung bereits aufgetreten war.

Je mehr direkte Angehörige, also Brüder und Väter eines Mannes, betroffen sind, desto höher ist sein persönliches Risiko, ebenfalls an Prostatakrebs zu erkranken. So errechneten die Forscher, dass Männer bis zu 65 Jahren mit drei betroffenen Brüdern ein 23-mal höheres Erkrankungsrisiko haben als die Kontrollgruppe (Männer ohne betroffene Angehörige). Männer zwischen 65 und 74 Jahren dagegen, bei denen nur der Vater betroffen ist bzw. war, haben ein 1,8-fach erhöhtes Risiko und damit innerhalb der Gruppe der familiären Krebsfälle die geringste Risikosteigerung. Als generelle Tendenz erkannten die DKFZ-Forscher, dass das persönliche Risiko umso höher ausfällt…



Krebsgen mit neuer Funktion

16. April 2010 | Von FR | Kategorie: Kurznachrichten

Der Spindelapparat (grün) zieht die beiden Kopien des Chromosomensatzes (rot) auf die gegenüberliegenden Seiten einer sich teilenden Zelle. (Abbildung: Philipps-Universität Marburg/AG Bastians)

Wissenschaftler aus Marburg, Jena, Heidelberg und Berlin haben ein Gen gefunden, das Fehlverteilungen von Chromosomen verhindert, die zu Krebserkrankungen führen können. Die Wissenschaftszeitschrift »Nature Cell Biology« veröffentlicht in ihrer kommenden Ausgabe die Forschungsergebnisse, die […]