Weblog & Magazin für medizinische Forschung, Innovation und Praxis

Beiträge zum Stichwort ‘ Schlaganfall ’

Stent in der Halsschlagader beugt Schlaganfall vor

29. Juni 2010 | Von FR | Kategorie: Klinische Forschung

BerlinFür Menschen, deren Halsschlagader durch kalkhaltige Ablagerungen stark verengt ist, gibt es eine gleichwertige Behandlungsalternative zum bisherigen operativen Verfahren. Mit einem Katheter dehnen die Ärzte die Halsarterie auf und setzen dann eine Gefäßstütze, einen Stent, ein. Vor allem bei jüngeren Patienten kann damit ebenso zuverlässig einer Durchblutungsstörung des Gehirns und Schlaganfällen vorgebeugt werden wie mit einer Operation. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) anlässlich einer aktuellen US-amerikanischen Studie hin, die im »New England Journal of Medicine« erschienen ist.

An der CREST-Studie beteiligten sich 2 502 Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten oder bei denen wegen einer erheblich verengten Halsschlagader ein Schlaganfall drohte. Die Hälfte der Patienten wurde mit dem bisherigen Standardverfahren, der Karotis-Endarteriektomie, behandelt. »Hierbei öffnen die Ärzte die Schlagader und schälen die kalkhaltigen Ablagerungen aus der Wand heraus«, erklärt Professor Dr. med. Joachim Berkefeld vom Institut für Neuroradiologie an der Universitätsklinik Frankfurt am Main. Die andere Hälfte der Studienteilnehmer erhielt eine Katheterbehandlung mit Stent. …



Aktion »Hannover gegen den Schlaganfall« gestartet

11. März 2010 | Von FR | Kategorie: TOP-NEWS

Breit angelegte Aufklärungsaktion will die Bevölkerung in Hannover für richtige Reaktion im Notfall fit machen

In Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 230.000 Menschen einen Schlaganfall. Alleine in Hannover sind es rund 2.500 im Jahr. Um das Wissen über die Symptome des Schlaganfalls und die richtige Reaktion im Notfall zu verbessern, hat sich in der Region jetzt ein starkes Aktionsbündnis zusammen geschlossen: Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Stephan Weil starten die Medizinische Hochschule Hannover, das Klinikum Nordstadt sowie das forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim im März 2010 eine sechsmonatige Kampagne unter dem Motto »Schlaganfall – ein Notfall«.

»Schlaganfälle sind eine der häufigsten Todesursachen weltweit und eine der wesentlichen Ursachen für dauerhafte Behinderung und reduzierte Lebensqualität«, erklärt Professor Dr. Reinhard Dengler, Direktor der Klinik für Neurologie der Medizinische Hochschule Hannover und einer der Initiatoren der Aufklärungsaktion, das Ausmaß der Problematik. Ein Schlaganfall kann jeden treffen, ohne Vorwarnung, jederzeit. »Trotzdem unterschätzen viele Menschen immer noch die Gefahr und haben im Notfall Hemmungen, schnell den Notruf 112 zu wählen. Doch nur so haben Betroffene eine Chance, dass wir schlimme Folgen wie schwere Behinderungen verhindern können«, betont Professor Dr. Andreas Schwartz, Chefarzt der Klinik für Neurologie KRH – Klinikum Nordstadt. Gerade in Gebieten, in denen das nächste Krankenhaus mit einer so genannten »Stroke Unit«, also einer Schlaganfall-Spezialstation weiter entfernt liege, könne eine schnelle Reaktion Leben retten.



Wie geht es Ihrer Aorta?

28. Oktober 2009 | Von FR | Kategorie: Angebote

Klinik für Gefäßchirurgie lädt am 31. Oktober 2009 von 10 bis 15 Uhr zum Tag der Offenen Tür in die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg ein / Kostenlose Ultraschall-Untersuchung, Demonstrationen modernster Therapien
Am Samstag, dem 31. Oktober 2009, lädt die Klinik für Gefäßchirurgie von 10.00 bis 15.00 Uhr in die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 110, zu einem Tag der offenen Tür ein. Anlässlich des vierten bundesweiten Gefäßtages der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie informieren und beraten die Heidelberger Experten in einem abwechslungsreichen Programm über Gefäßerkrankungen. Schwerpunkt-Thema in diesem Jahr ist die Diagnose und Therapie einer lebensbedrohlichen Veränderung der Hauptschlagader: dem Bauchaortenaneurysma.

Das Bauchaortenaneurysma ist eine Aussackung der Hauptschlagader aufgrund einer Gewebeschwäche. Betroffen sind v.a. Männer über dem 65. Lebensjahr. Häufig bleiben Aneurysmen unentdeckt, doch die Gefahr ist groß, dass die Gefäßwand an dieser Stelle reißt. Eine Rettung ist dann in den seltensten Fällen möglich. Viele Todesfälle wären durch …



Kompressionsstrümpfe schützen NICHT vor Thrombosen nach Schlaganfall

26. Juni 2009 | Von FR | Kategorie: Indikation/Therapie

Berlin - Die in Krankenhäusern übliche Praxis, bettlägerige Patienten durch Kompressionsstümpfe vor Thrombosen und lebensgefährlichen Lungenembolien zu schützen, erfüllt bei Schlaganfallpatienten ihren Zweck nicht. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine größere Studie. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) fordert deshalb eine Umsetzung dieser Erkenntnisse in den klinischen Alltag.
»Thrombosen sind eine gefürchtete Komplikation nach schweren Schlaganfällen«, berichtet Professor Dr. med. Martin Grond, Chefarzt am Kreisklinikum Siegen und 2. Vorsitzender der DSG. »Die bettlägerigen Patienten sind besonders gefährdet, weil der Blutfluss in den Venen verlangsamt ist«, so Grond weiter. Bei einer Halbseitenlähmung ist dies insbesondere durch den Ausfall der »Muskelpumpe« verursacht: Es fehlen die Bewegungen der Beinmuskeln, die normalerweise den Transport des Blutes in den Venen unterstützen. Fließt das Blut zu langsam, können sich Gerinnsel bilden und die Vene verlegen. Es kommt zur Thrombose. Teile des Gerinnsels können dann in die Lunge abgeschwemmt werden, wo sie eine lebensgefährliche Lungenembolie auslösen.

Wegen dieser Gefahr erhalten bisher viele bettlägerige Schlaganfallpatienten routinemäßig Kompressionsstrümpfe, die bis zum Oberschenkel reichen. »Dass sie vor Thrombose und Lungenembolie schützen, war allerdings nicht bewiesen«, sagt Grond: Die »Clots in Legs Or sTockings after Stroke« oder CLOTS-Studie war die erste große Untersuchung zu dieser Frage. An 64 Zentren in Großbritannien, Italien und Australien beteiligten sich 2.518 Schlaganfallpatienten an der Studie. Nur die Hälfte …