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	<title>DZKF WEBLOG &#187; Sprachentwicklung</title>
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	<description>Deutsche Zeitschrift für Klinische Forschung &#124; Der Weblog mit News, Meinungen und Kommentaren</description>
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		<title>Sprache beginnt mit dem ersten Schrei&#8230;</title>
		<link>http://www.dzkfblog.de/2009/11/06/sprache-beginnt-mit-dem-ersten-schrei/</link>
		<comments>http://www.dzkfblog.de/2009/11/06/sprache-beginnt-mit-dem-ersten-schrei/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 18:22:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[TOP-NEWS]]></category>
		<category><![CDATA[Baby]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachentwicklung]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>Vergleiche zwischen wenige Tage alten Babys in Frankreich und Deutschland zeigen: Selbst Neugeborene schreien in ihrer Muttersprache. Die F&#228;higkeit, aktiv Sprache zu produzieren, ist demnach sehr viel fr&#252;her vorhanden als bisher angenommen.</strong>

<strong>Schon in den ersten Tagen ihres Lebens</strong> schreien franz&#246;sische S&#228;uglinge anders als deutsche. W&#228;hrend die franz&#246;sischen Neugeborenen h&#228;ufiger ansteigende Schreimelodien produzieren, schreien kleine Deutsche eher mit fallender Tonh&#246;he. Der Grund daf&#252;r sind vermutlich unterschiedliche Betonungsmuster in den beiden Sprachen, die von den F&#246;ten bereits im Mutterleib wahrgenommen und sp&#228;ter reproduziert werden.

<strong>Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung</strong>, die unter der Federf&#252;hrung von Wissenschaftlern der Universit&#228;t W&#252;rzburg entstanden ist. Beteiligt waren Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts f&#252;r Kognitions- und Neurowissenschaften sowie des Laboratoire de Sciences Cognitives et Psycholinguistique der Ecole Normale Supérieure in Paris. Die Fachzeitschrift Current Biology berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe &#252;ber die Untersuchung.
Wann Sprache beginnt

<strong>Immer wenn die wenige Tage</strong> alten Babys Hunger, Durst oder einfach nur Sehnsucht nach ihrer Mutter hatten und dies mit ihren Schreien kund taten, standen die Wissenschaftler mit ihren Mikrofonen parat und zeichneten die Klagen auf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:255px;"><a href="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2009/11/baby.jpg" rel="lightbox[pics1800]" title="Baby"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2009/11/baby.thumbnail.jpg" alt="Baby" width="255" height="223" class="attachment wp-att-1801" /></a>
<div class="imagecaption">Schon ein Baby schreit in seiner Muttersprache, wie Forschungen an der Universit&#228;t W&#252;rzburg gezeigt haben (Foto: FR | dzkfblog.de)</div>
</div>
<p><strong>Vergleiche zwischen wenige Tage alten Babys in Frankreich und Deutschland zeigen: Selbst Neugeborene schreien in ihrer Muttersprache. Die F&#228;higkeit, aktiv Sprache zu produzieren, ist demnach sehr viel fr&#252;her vorhanden als bisher angenommen.</strong></p>
<p><strong>Schon in den ersten Tagen ihres Lebens</strong> schreien franz&#246;sische S&#228;uglinge anders als deutsche. W&#228;hrend die franz&#246;sischen Neugeborenen h&#228;ufiger ansteigende Schreimelodien produzieren, schreien kleine Deutsche eher mit fallender Tonh&#246;he. Der Grund daf&#252;r sind vermutlich unterschiedliche Betonungsmuster in den beiden Sprachen, die von den F&#246;ten bereits im Mutterleib wahrgenommen und sp&#228;ter reproduziert werden.</p>
<p><strong>Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung</strong>, die unter der Federf&#252;hrung von Wissenschaftlern der Universit&#228;t W&#252;rzburg entstanden ist. Beteiligt waren Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts f&#252;r Kognitions- und Neurowissenschaften sowie des Laboratoire de Sciences Cognitives et Psycholinguistique der Ecole Normale Supérieure in Paris. Die Fachzeitschrift Current Biology berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe &#252;ber die Untersuchung.</p>
<p><strong>Wann Sprache beginnt</strong></p>
<blockquote><p><strong>Immer wenn die wenige Tage</strong> alten Babys Hunger, Durst oder einfach nur Sehnsucht nach ihrer Mutter hatten und dies mit ihren Schreien kund taten, standen die Wissenschaftler mit ihren Mikrofonen parat und zeichneten die Klagen auf. &#0187;Wir sind diejenigen, die zuerst Belege daf&#252;r geliefert haben, dass Sprache bereits mit den ersten Schreimelodien beginnt&#0171;, sagt Kathleen Wermke. &#0187;Wir&#0171; – das sind Kathleen Wermke, Leiterin des Zentrums f&#252;r vorsprachliche Entwicklung und Entwicklungsst&#246;rungen an der Poliklinik f&#252;r Kieferorthop&#228;die des W&#252;rzburger Universit&#228;tsklinikums, und ihr Kollege Werner Mende von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.</p></blockquote>
<p><strong>Schon lange ist bekannt</strong>, dass F&#246;ten im letzten Drittel der Schwangerschaft in der Lage sind, die Stimme der Mutter zu erkennen und die „Muttersprache“ von einer Fremdsprache zu unterscheiden. Klar war auch, dass Neugeborene schon nach wenigen Monaten die Technik beherrschen, in ihren Schreien einfache Melodieb&#246;gen und unterschiedliche Betonungen zu erzeugen. Die Diskussion drehte sich in erster Linie um die Frage, wann sich aus einem &#0187;unkontrollierten Schrei&#0171; das erste &#0187;Sprachprodukt&#0171; entwickelt.</p>
<blockquote><p>&#0187;Die vorherrschende Meinung war bisher, dass Neugeborene nicht aktiv auf die Lautproduktion Einfluss nehmen k&#246;nnen&#0171;, sagt Kathleen Wermke. Stattdessen galt die &#220;berzeugung: Die Schreimelodie von Neugeborenen wird wie bei Affenjungen allein durch Aufbau und Abfallen des Atemdrucks bestimmt und ist nicht vom Gehirn beeinflusst. Diese Ansicht hat das Forscherteam jetzt widerlegt.</p></blockquote>
<p><strong>Signifikante Unterschiede zwischen Deutsch und Franz&#246;sisch</strong></p>
<p><strong>Die Wissenschaftler haben sich</strong> f&#252;r ihre Untersuchung auf deutsche und franz&#246;sische Neugeborene konzentriert, weil zwischen diesen beiden Sprachen besonders gro&#223;e Unterschiede in der Intonation, also der Melodie und dem Rhythmus, existieren: &#0187;Im Franz&#246;sischen werden sehr viele Worte zum Ende hin betont, so dass die Sprachmelodie ansteigt, im Deutschen ist es meist umgekehrt&#0171;, erkl&#228;rt Angela Friederici vom Max-Planck-Instituts f&#252;r Kognitions- und Neurowissenschaften. So rufen beispielsweise franz&#246;sische Kinder nach dem &#0187;Papá&#0171;, w&#228;hrend die deutschen nach ihrem &#0187;Pápa&#0171; verlangen.</p>
<p><strong>Ein &#228;hnliches Muster</strong> fand Kathleen Wermke in ihren Analysen der mehr als 20 Stunden Schreiaufnahmen: &#0187;<em>Die Neugeborenen bevorzugen genau diejenigen Melodiemuster, die f&#252;r ihre jeweiligen Muttersprachen typisch sind</em>&#0171;, so Wermke.</p>
<p><strong>Was bedeutet:</strong> Die Schreimelodie der deutschen S&#228;uglinge beginnt h&#228;ufiger mit einem anf&#228;nglichen Maximum und zeigt dann eine abfallenden Kurve. Die franz&#246;sischen S&#228;uglinge schreien dagegen &#246;fter in ansteigenden Melodien und betonen damit das Ende st&#228;rker. Damit reproduzieren sie genau diejenigen Intonationsmuster, die f&#252;r ihre jeweiligen Muttersprachen typisch sind.</p>
<p><strong>Erste Melodiemuster: Bausteine f&#252;r sp&#228;tere Lautproduktionen</strong></p>
<p><strong>Die fr&#252;he Sensibilit&#228;t</strong> f&#252;r sprachmelodische Eigenschaften k&#246;nnte den S&#228;uglingen sp&#228;ter beim Erlernen ihrer Muttersprache helfen, so die Forscher. „Die im Weinen trainierten Melodiemuster sind Bausteine f&#252;r die nachfolgenden Lautproduktionen, wie dem Gurren und Babbeln bis hin zu den ersten Worten und S&#228;tzen“, sagt Wermke.</p>
<p><strong>Die Wurzeln dieses Verhaltens</strong> liegen nach Ansicht der Forscher am Beginn der Evolution gesprochener Sprache vor mehreren Millionen Jahren. Es hat sich gemeinsam mit einem spezifischen Mutter-Kind-Verhalten entwickelt.</p>
<p><strong>Schreimelodie als Hinweis auf Sprachentwicklungsst&#246;rungen</strong></p>
<p><strong>Das neue Wissen</strong> um den fr&#252;hen Start des Spracherwerbs k&#246;nnte nach Ansicht von Kathleen Wermke dazu beitragen, Sprachentwicklungsst&#246;rungen fr&#252;hzeitig zu entdecken und dann umso besser zu behandeln. &#0187;Wenn sich zeigt, dass die Schreimelodie als Hinweis auf eine m&#246;gliche St&#246;rung nutzbar ist, tr&#228;gt das nat&#252;rlich dazu bei, fr&#252;hzeitig eine Diagnose zu stellen&#0171;, so Wermke.</p>
<p><strong>Schon 2007</strong> hat ein Forschungsteam um Kathleen Wermke gezeigt, dass die Melodiemuster der Schreie junger S&#228;uglinge ein potentieller Risikoindikator f&#252;r sp&#228;tere Sprachentwicklungsst&#246;rungen sind.</p>
<p><strong>Ob Neugeborene tats&#228;chlich von Anfang an</strong> in ihrer Muttersprache schreien, wollen Wermke und ihre Mitarbeiter jetzt noch detaillierter untersuchen. Die daf&#252;r notwendigen Schreie haben sie bereits in anderen L&#228;ndern gesammelt. Die Auswertung hat gerade begonnen.</p>
<p><em>&#0187;Newborns’ cry melody is shaped by their native language&#0171;.<br />
Birgit Mampe, Angela D. Friederici, Anne Christophe, Kathleen Wermke.<br />
Current Biology, 5. November 2009, doi 10.1016/j.cub.2009.09.064</em></p>
<p><strong>Kontakt:</strong><br />
Prof. Dr. Kathleen Wermke, T (0931) 201-73430, wermke_k@klinik.uni-wuerzburg.de</p>]]></content:encoded>
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