Weblog & Magazin für medizinische Forschung, Innovation und Praxis

Beiträge zum Stichwort ‘ Viren ’

Schlafende Viren – alles eine Frage des Gleichgewichts?!

8. Juni 2010 | Von FR | Kategorie: Kurznachrichten
Immunfluoreszenzfärbung
Immunfluoreszenzfärbung von LANA in SLK-Zellen (T. Günther, HPI)

Was veranlasst Viren, sich entweder massiv zu vermehren oder sich ruhend »wie ein Wolf im Schafspelz« im Gewebe zu verstecken und in einem so genannten latenten Zustand zu verharren? Forscher des Hamburger Heinrich-Pette-Instituts (http://www.hpi-hamburg.de)konnten jetzt nach mehrjähriger Forschung detaillierte Antworten darauf geben. Sie untersuchten das Karposi Sarcom-assoziierte Herpesvirus (KSHV) – ein Herpesvirus, das an der Entstehung bösartiger Tumore bei AIDS-Patienten beteiligt ist.



Dendritische Zellen – Nicht alle erkennen Viren

19. Februar 2010 | Von FR | Kategorie: Woanders gelesen

Um uns vor Viren, Bakterien und Parasiten zu schützen, sind die Immunzellen unseres Körpers mit verschiedenen Abwehrsystemen ausgestattet. Wissenschaftler des MPI für Biochemie und der Biotech-Firma Bavarian Nordic GmbH in Martinsried haben jetzt erstmals eine hochspezialisierte Familie der Abwehrzellen auf Ebene ihrer Proteine untersucht. »Zu unserer Überraschung erkannten wir, dass nicht alle Mitglieder der dendritischen Zellfamilie Krankheitserreger wie Viren erkennen können«, erläutert Christian A. Luber, Wissenschaftler am MPI für Biochemie. »Dieses Verhalten konnten wir allein aus ihrer Proteinausstattung vorhersagen.« Die Arbeit wurde jetzt in »Immunity« publiziert …



Neue Hautkrebs-Therapie im Mausversuch erfolgreich

13. August 2009 | Von FR | Kategorie: Klinische Forschung

Eine neue Kombinationstherapie kann augenscheinlich sogar gegen weit fortgeschrittenen Hautkrebs Erstaunliches ausrichten – zumindest in Mäusen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Bonn, die in der Zeitschrift Cancer Research erschienen ist (doi:10.1158/0008-5472.CAN-09-0579). Die Forscher konnten selbst schwerkranke Tiere erfolgreich behandeln: Sowohl die Primär-Tumoren in der Haut als auch die Metastasen verschwanden vollständig. Eine Studie mit menschlichen Patienten steht noch aus.

Mit kombinierten Chemoimmuntherapien konnten in den USA bereits Menschen mit fortgeschrittenem Hautkrebs erfolgreich behandelt werden. Dies erfolgte jedoch im Rahmen von sehr aufwändigen und teueren wissenschaftlichen Studien. Diese sind derzeit weltweit nur an ganz wenigen Zentren möglich. Die Bonner Wissenschaftler haben nun eine neue Form von Chemoimmuntherapie entwickelt. Sie kombinierten dazu drei verschiedene Ansätze: Zunächst unterzogen sie …



Sanft statt radikal. Autoimmunkrankheiten besser behandeln

21. Juni 2009 | Von FR | Kategorie: Kurznachrichten

Forscherteam der Uni Konstanz entwickelt neue Behandlungsmethode von Autoimmunkrankheiten

Prof. Marcus Groettrup Foto: Universität Konstanz

Bisher werden Autoimmunkrankheiten mit Medikamenten behandelt, die das gesamte Immunsystem blockieren und so den Körper extrem anfällig machen für Infektionen aller Art. Ein Konstanzer Forscherteam um den Immunologen Prof. Marcus Groettrup hat jetzt eine Behandlungsmethode entwickelt, die das Immunsystem nur in Teilen drosselt und somit deutlich besser verträglich ist.
Funktioniert das Immunsystem einwandfrei, zeigt es Viren die rote Karte und der Körper startet die Immunabwehr. Liegt eine Autoimmunkrankheit vor – zu den häufigsten gehören rheumatoide Arthritis, Typ-1 Diabetes mellitus, Multiple Sklerose und Morbus Crohn, eine entzündliche Dickdarmerkrankung – ist das Immunsystem gestört. Es wird hyperaktiv und greift körpereigene, gesunde Zellen an. Schwere Entzündungen sind die Folge. Menschen, die unter einer Autoimmunkrankheit leiden, müssen ein Leben lang so genannte Immunsupressiva einnehmen. Sie drosseln das Immunsystem, treten radikal auf die Bremse: »Gut gegen die Autoimmunkrankheiten, insgesamt häufig problematisch für den Patienten. Denn wenn unser Immunsystem komplett auf Sparflamme gefahren wird, dann kann es auch gegen andere Eindringlinge nicht mehr richtig wirksam sein«, so der Immunologe Prof. Marcus Groettrup.

Feinste Dosierung möglich

An der Universität Konstanz hat er gemeinsam mit seinem fünfköpfigen Team bahnbrechende neue Forschungserkenntnisse gewonnen, die der Schlüssel zu einer maßgeschneiderten Dämpfung des Immunsystems sind. »Das wäre nicht mehr das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Eine feinste Dosierung und damit wesentlich bessere Verträglichkeit für die Betroffenen wäre möglich«, erklärt Prof. Groettrup.

Doch wie genau funktioniert nun das verbesserte Wirkprinzip, von Prof. Groettrup? Die Hauptrolle dabei spielen…