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	<title>DZKF WEBLOG &#187; Wirtszellfaktoren</title>
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	<description>Deutsche Zeitschrift für Klinische Forschung &#124; Der Weblog mit News, Meinungen und Kommentaren</description>
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		<title>Neue Strategien gegen Influenza</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 17:32:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>François G.</dc:creator>
				<category><![CDATA[TOP-NEWS]]></category>
		<category><![CDATA[H1N1]]></category>
		<category><![CDATA[Influenza]]></category>
		<category><![CDATA[RNA-Interferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtszellfaktoren]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>Grippeviren sind extrem wandlungsf&#228;hig und dadurch schwer zu bek&#228;mpfen. Forschungsergebnisse von Berliner Wissenschaftlern zeigen jetzt neue Ansatzpunkte f&#252;r die Grippetherapie auf
Infektionen mit Influenzaviren k&#246;nnen lebensbedrohlich sein</strong> und f&#252;hren alleine in Deutschland zu mehreren Tausend t&#246;dlichen Krankheitsverl&#228;ufen pro Jahr. Davon sind vor allem Patienten mit geschw&#228;chtem Immunsystem betroffen. Neuartige Influenzaviren wie beispielsweise der Neuen Grippe ("Schweinegrippe"), die sich 2009 innerhalb weniger Wochen weltweit ausbreitete, bergen zus&#228;tzliche Risiken. Bislang stehen zur Verh&#252;tung und Behandlung einer Grippeinfektion ausschlie&#223;lich Impfstoffe und antivirale Medikamente zur Verf&#252;gung, die gegen das Virus selbst gerichtet sind. Aufgrund der hohen Wandlungsf&#228;higkeit der Viren m&#252;ssen Impfstoffe jedoch immer wieder an das aktuell zirkulierende Virus angepasst werden. G&#228;ngige Grippemedikamente versagen immer h&#228;ufiger, weil Influenzaviren dagegen resistent geworden sind. Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut f&#252;r Infektionsbiologie in Berlin ist es nun gelungen, neue Angriffspunkte aufzusp&#252;ren, die weniger anf&#228;llig f&#252;r Resistenzentwicklung sein k&#246;nnten. (<em>Nature, Online-Publikation am 17. Januar 2010</em>)

<strong>Grippeviren ben&#246;tigen f&#252;r ihre Vermehrung mehrere Hundert menschliche Proteine</strong>

<strong>Grippeviren h&#228;ngen bei ihrer Vermehrung stark</strong> von den Proteinen der infizierten Zelle ab; die meisten davon waren allerdings bisher nicht im Zusammenhang mit Influenza bekannt. Die Wissenschaftler haben sich einer neuen Technologie, der sogenannten "RNA Interferenz", bedient, um damit im automatisierten Verfahren jedes einzelne Gen des Menschen gezielt zu hemmen und die Bildung einzelner Proteine zu verhindern. Anschlie&#223;end wurden die Zellen mit Influenzaviren infiziert und auf die verbliebene Vermehrungsf&#228;higkeit der Viren getestet. Dieses systematische Vorgehen erm&#246;glichte es den Max-Planck-Forschern Alexander Karlas, Nikolaus Machuy sowie Thomas F. Meyer gemeinsam mit weiteren Kollegen unter den zirka 24.000 Genen des Menschen insgesamt 287 Wirtszellfaktoren aufzusp&#252;ren, die bei der Virusvermehrung beteiligt sind.

<strong>Viele der identifizierten Proteine</strong> sind f&#252;r unterschiedliche Influenzaviren gleicherma&#223;en bedeutsam, darunter auch das neue pandemische <em>H1N1 Virus</em>. In Zusammenarbeit mit Thorsten Wolff vom Robert Koch-Institut wurden auch hoch-gef&#228;hrliche H1N1...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="imageframe alignleft" style="width:230px;"><img src="http://www.dzkfblog.de/wp-content/uploads/2010/01/virus-pandem.thumbnail.jpeg" alt="rasterelektronenmikroskopische Aufnahme" width="230" height="350" class="attachment wp-att-1939" title="rasterelektronenmikroskopische Aufnahme pandemischer Virusstamm (A/Hamburg/04/09), der 18 Stunden nach der Infektion eine menschliche Lungenzelle zerst&#246;rt" />
<div class="imagecaption">Wissenschaftler haben durch genomweite RNA-Interferenz-Tests neue Wirtszellfaktoren identifiziert, die f&#252;r Influenza-A-Infektionen unerl&#228;sslich sind. Zu ihnen z&#228;hlt auch die Schweinegrippe (H1N1). Die rasterelektronenmikroskopische Aufnahme zeigt einen pandemischen Virusstamm (A/Hamburg/04/09), der 18 Stunden nach der Infektion eine menschliche Lungenzelle zerst&#246;rt.<br />
Max-Planck-Institut f&#252;r Infektionsbiologie / Volker Brinkmann</div>
</div>
<p><strong>Grippeviren sind extrem wandlungsf&#228;hig und dadurch schwer zu bek&#228;mpfen. Forschungsergebnisse von Berliner Wissenschaftlern zeigen jetzt neue Ansatzpunkte f&#252;r die Grippetherapie auf<br />
Infektionen mit Influenzaviren k&#246;nnen lebensbedrohlich sein</strong> und f&#252;hren alleine in Deutschland zu mehreren Tausend t&#246;dlichen Krankheitsverl&#228;ufen pro Jahr. Davon sind vor allem Patienten mit geschw&#228;chtem Immunsystem betroffen. Neuartige Influenzaviren wie beispielsweise der Neuen Grippe (&#0187;Schweinegrippe&#0171;), die sich 2009 innerhalb weniger Wochen weltweit ausbreitete, bergen zus&#228;tzliche Risiken. Bislang stehen zur Verh&#252;tung und Behandlung einer Grippeinfektion ausschlie&#223;lich Impfstoffe und antivirale Medikamente zur Verf&#252;gung, die gegen das Virus selbst gerichtet sind. Aufgrund der hohen Wandlungsf&#228;higkeit der Viren m&#252;ssen Impfstoffe jedoch immer wieder an das aktuell zirkulierende Virus angepasst werden. G&#228;ngige Grippemedikamente versagen immer h&#228;ufiger, weil Influenzaviren dagegen resistent geworden sind. Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut f&#252;r Infektionsbiologie in Berlin ist es nun gelungen, neue Angriffspunkte aufzusp&#252;ren, die weniger anf&#228;llig f&#252;r Resistenzentwicklung sein k&#246;nnten. (<em>Nature, Online-Publikation am 17. Januar 2010</em>)</p>
<p><strong>Grippeviren ben&#246;tigen f&#252;r ihre Vermehrung mehrere Hundert menschliche Proteine</strong></p>
<p><strong>Grippeviren h&#228;ngen bei ihrer Vermehrung stark</strong> von den Proteinen der infizierten Zelle ab; die meisten davon waren allerdings bisher nicht im Zusammenhang mit Influenza bekannt. Die Wissenschaftler haben sich einer neuen Technologie, der sogenannten &#0187;RNA Interferenz&#0171;, bedient, um damit im automatisierten Verfahren jedes einzelne Gen des Menschen gezielt zu hemmen und die Bildung einzelner Proteine zu verhindern. Anschlie&#223;end wurden die Zellen mit Influenzaviren infiziert und auf die verbliebene Vermehrungsf&#228;higkeit der Viren getestet. Dieses systematische Vorgehen erm&#246;glichte es den Max-Planck-Forschern Alexander Karlas, Nikolaus Machuy sowie Thomas F. Meyer gemeinsam mit weiteren Kollegen unter den zirka 24.000 Genen des Menschen insgesamt 287 Wirtszellfaktoren aufzusp&#252;ren, die bei der Virusvermehrung beteiligt sind.</p>
<p><strong>Viele der identifizierten Proteine</strong> sind f&#252;r unterschiedliche Influenzaviren gleicherma&#223;en bedeutsam, darunter auch das neue pandemische <em>H1N1 Virus</em>. In Zusammenarbeit mit Thorsten Wolff vom Robert Koch-Institut wurden auch hoch-gef&#228;hrliche H1N1 Influenzaviren (&#0187;Vogelgrippeviren&#0171;) untersucht, die ebenfalls von den identifizierten humanen Genen abh&#228;ngig waren.</p>
<p><strong>M&#246;gliche Anwendungen f&#252;r die Therapie gegen Influenza</strong><br />
<strong><br />
Die jetzt neu gefundenen Wirtszellfaktoren</strong>, die f&#252;r das Zustandekommen und den Verlauf von Influenzainfektionen unerl&#228;sslich sind, werden nun am Max-Planck-Institut weiter untersucht. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung von Medikamenten, die diese Wirtszellfaktoren blockieren, ohne nennenswerte Nebenwirkungen hervorzurufen. Die Forscher gehen davon aus, dass solche neuartigen Virustatika kaum zu einer Resistenzentwicklung der Viren f&#252;hren und sich auch gegen bisher unbekannte Influenzasubtypen als wirksam erweisen.</p>
<p><strong>Vorstellbar w&#228;re auch</strong>, die identifizierten humanen Gene mittels der Methode der RNA Interferenz selbst zu hemmen. Mit der Untersuchung derartiger therapeutischer Anwendungen der RNA-Interferenz wurde bereits im Jahre 2004 mit dem von Professor Meyer koordinierten europ&#228;ischen Forschungsverbund (RIGHT) begonnen. Die &#8250;Nobelpreis-Technologie des Jahres 2006&#8242; bietet sich also nicht nur zur Charakterisierung infektionsrelevanter Genfunktionen des Menschen an, sondern dar&#252;ber hinaus auch als therapeutische Anwendung. Dies haben inzwischen auch Pharmafirmen erkannt, mit denen das Institut Kontakt h&#228;lt.</p>
<p>Die RNA Interferenz bietet gro&#223;es Potential f&#252;r die Bek&#228;mpfung von Infektionskrankheiten</p>
<blockquote><p>Mit der sich immer st&#228;rker verdichtenden Erkenntnis, dass f&#252;r den Verlauf von Infektionen beide Seiten, n&#228;mlich die des Erregers und die seines Wirts, ben&#246;tigt werden, er&#246;ffnen sich neue Chancen f&#252;r die Behandlung akuter und chronischer Infektionen. &#0187;In der Zukunft wird die Strategie, menschliche Genfunktionen zu bestimmten Zeiten gezielt abzuschalten, eine wichtige Rolle auch bei der Bek&#228;mpfung von Infektionskrankheiten einnehmen &#8211; neben dem Einsatz von Antibiotika und Impfstoffen,&#0171; sagt Professor Thomas Meyer, Gesch&#228;ftsf&#252;hrender Direktor des Berliner MPI und Leiter der Forschergruppe. &#0187;Zwar erscheint uns das Ausschalten menschlicher Genfunktionen auf den ersten Blick als problematisch, aber es handelt sich um genau dasselbe therapeutische Prinzip, das wir seit Jahrzehnten zur medikament&#246;sen Behandlung sonstiger Erkrankungen von Krebs bis hin zu l&#228;stigen Kopfschmerzen erfolgreich heranziehen. Also warum nicht auch f&#252;r die Therapie von Infektionskrankheiten?&#0171;</p></blockquote>
<p><strong>Originalver&#246;ffentlichung:</strong><br />
<em>Alexander Karlas, Nikolaus Machuy, Yujin Shin, Klaus-Peter Pleissner, Anita Artarini, Dagmar Heuer, Daniel Becker, Hany Khalil, Lesley A. Ogilvie, Simone Hess, Andre? P. M&#228;urer, Elke M&#252;ller, Thorsten Wolff, Thomas Rudel und Thomas F. Meyer<br />
Human host cell factors crucial for influenza virus replication identified by genome-wide RNAi screen<br />
Nature, online publiziert am 17. Januar 2010</em></p>]]></content:encoded>
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